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News des Tages: Gericht verurteilt Bill Cosby zu mindestens drei Jahren Haft - und schickt ihn sofort ins Gefängnis

Brinkhaus löst Kauder als Unions-Fraktionschef ab +++ Mann nach fünf Tagen aus ausgebranntem Altersheim gerettet +++ EU will Iran-Sanktionen umgehen +++ Hacker legen RWE-Website lahm +++ Die News des Tages im stern-Ticker.

Bill Cosby soll wegen sexueller Nötigung mehrere Jahre ins Gefängnis

Bill Cosby soll wegen sexueller Nötigung mehrere Jahre ins Gefängnis

DPA

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Bill Cosby zu drei Jahren Haft verurteilt (20.25 Uhr)
  • Erdogan greift USA nach Trump-Rede an (18.53 Uhr)
  • Brinkhaus löst Kauder als Fraktionschef ab (16.48 Uhr)
  • Ryanair annulliert am Freitag 190 Flüge (15.55 Uhr)
  • Britisches Millionärspaar in Thailand ermordet (12.44 Uhr)

Die Nachrichten des Tages im -Ticker:  

+++ 23.55 Uhr: Parteivorstand macht Weg frei für Rendi-Wagner als neue SPÖ-Chefin +++

Der SPÖ-Parteivorstand hat sich für die frühere österreichische Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner als neue Parteivorsitzende ausgesprochen. Nach dem Votum muss nur noch ein Parteitag den Wechsel an der Spitze bestätigen. Eine Mehrheit für Rendi-Wagner gilt aber als sicher. In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Landesverbände und andere Parteigremien Rendi-Wagner ihre Unterstützung zugesagt.

+++ 23.16 Uhr: Deutschland und Saudi-Arabien beenden diplomatische Krise +++

Deutschland und Saudi-Arabien haben ihre diplomatische Krise überwunden. Der saudiarabische Botschafter wird nach zehnmonatiger Abwesenheit nach Berlin zurückkehren, wie am Rande der UN-Generaldebatte in New York aus diplomatischen Kreisen verlautete. Die Krise war im November 2017 durch Äußerungen des damaligen Bundesaußenministers Sigmar Gabriel (SPD) ausgelöst worden, der Riad mit kritischen Äußerungen zur Libanon-Politik verärgert hatte. 

+++ 22.40 Uhr: Brinkhaus sagt Merkel seine Unterstützung zu +++

Der neue Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) durch seine Wahl nicht als beschädigt an. "Ich habe den Willen, sie zu unterstützen, die Regierung stark zu machen", sagte Brinkhaus im ZDF-"heute journal". Die Fraktion habe auch den "ganz, ganz klaren Willen, mit der Kanzlerin weiter und sehr, sehr gut zusammenzuarbeiten". Bei der Wahl des Fraktionsvorsitzenden setzte sich Herausforderer Brinkhaus überraschend gegen den von Merkel unterstützten Amtsinhaber Volker Kauder (CDU) durch. "Mittelfristig ist das eine Stärkung der Regierung und der Fraktion", bewertete Brinkhaus seinen Wahlsieg und widersprach damit der Einschätzung, Kauders Sturz schwäche auch Merkel. Forderungen aus der Opposition, Merkel müsse nun die Vertrauensfrage stellen, wies Brinkhaus als "Blödsinn" zurück.    

+++ 22.18 Uhr: Cosby kommt sofort hinter Gitter - Antrag auf Kaution abgelehnt +++

US-Entertainer Bill Cosby muss nach seiner Verurteilung zu mindestens drei Jahren Haft wegen sexueller Nötigung unmittelbar hinter Gitter. Sein Verteidiger Joseph Green scheiterte nach dem Urteil bei dem Versuch, Cosby gegen Kaution auf freien Fuß zu lassen, bis über das Berufungsverfahren entschieden ist. Cosby wurde von Polizisten in Handschellen aus dem Gerichtssaal geführt und sollte noch am selben Nachmittag ins Gefängnis gebracht werden.

+++ 21.30 Uhr: Marokkanische Marine schießt auf Flüchtlingsboot +++

Die marokkanische Marine hat im Mittelmeer auf ein Flüchtlingsboot geschossen und dabei eine Frau getötet. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, teilten die marokkanischen Behörden mit. Die Marine sei "gezwungen" gewesen, das Feuer zu eröffnen, nachdem das von einem Spanier gesteuerte Rennboot nicht auf ihre Anweisungen reagiert habe, hieß es. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge nahe M'diq-Fnideq unweit der Hafenstadt Tanger. Zunächst habe es vier Verletzte gegeben, erklärten die Behörden. Eine Marokkanerin sei dann im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Der spanische Steuermann sei unverletzt geblieben und festgenommen worden. Die Bootsinsassen hätten auf dem Boden gelegen und seien nicht zu sehen gewesen. 

+++ 21.04 Uhr: Irans Präsident Ruhani rechnet vor UN mit Trump-Regierung ab +++

Nach scharfer Kritik von US-Präsident Donald Trump an der iranischen Führung hat Präsident Hassan Ruhani vor der UN-Vollversammlung im Gegenzug mit der US-Regierung abgerechnet. "Dem Multilateralismus entgegentreten ist kein Zeichen der Stärke, sondern ein Symbol der Schwäche des Intellekts", sagte Ruhani in einer Rede bei der Generaldebatte. Trump trampele auf den globalen Regeln herum und handele "absurd und abnormal". Die dem Iran auferlegten Sanktionen seien eine Form von "Wirtschaftsterrorismus".

Gleichzeitig streckte Ruhani aber auch eine Hand in Richtung USA aus: "Wir laden Sie ein, an den Verhandlungstisch, den Sie verlassen haben, zurückzukommen", sagte Ruhani. "Ich beginne den Dialog genau hier." Trump, der rund vier Stunden vor Ruhani gesprochen hatte, hatte eine weltweite Isolierung der Regierung im Iran gefordert und die iranische Führung als eine "korrupte Diktatur" bezeichnet.

+++ 20.25 Uhr: Bill Cosby zu drei Jahren Haft verurteilt +++

US-Entertainer Bill Cosby ist wegen schwerer sexueller Nötigung in drei Fällen zu mindestens drei und höchstens zehn Jahren Haft verurteilt worden. Richter Steven O'Neill verkündete am Dienstag in Pennsylvania das Strafmaß für den 81-Jährigen, gegen das seine Anwälte Berufung einlegen wollen. Es ist die erste Verurteilung eines Prominenten, seit die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe vor fast genau einem Jahr ins Rollen kam.

Cosby zeigte nach der Urteilsverkündung keine Regung. Die Gelegenheit, sich abschließend zu äußern, nahm er nicht wahr. Familienmitglieder Cosbys waren wie schon am Vortag nicht mit im Saal. Cosby muss zudem eine Geldstrafe von 25 000 Dollar (21 200 Euro) zahlen.

+++ 19.33 Uhr: Frankreichs Ex-Premier Valls will Bürgermeister von Barcelona werden +++

Frankreichs früherer Premierminister Manuel Valls will Bürgermeister von Barcelona werden. Der 56-Jährige kündigte in der katalanischen Hauptstadt seine Kandidatur bei den Kommunalwahlen im kommenden Mai an. Valls hat katalanische Wurzeln und gilt als Gegner einer Unabhängigkeit der Region von Spanien.

Valls wurde 1962 als Sohn eines Katalanen und einer Schweizerin mit italienischer Staatsbürgerschaft in Barcelona geboren. Er lebte aber nie in Spanien und gab seinen Pass später ab, um Franzose zu werden. Valls war unter dem sozialistischen Präsidenten François Hollande ab 2012 zunächst Innenminister und ab März 2014 Regierungschef. In beiden Ämtern vertrat er eine harte Linie gegen Flüchtlinge und Islamisten.

+++ 18.53 Uhr: Erdogan kritisiert USA bei UN-Vollversammlung in New York +++

Nach einem schweren Zerwürfnis mit den USA hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York die Trump-Regierung erneut kritisiert. "Niemand kann dazu schweigen, wenn Handelsabkommen willkürlich annulliert werden, protektionistische Politik ausgeweitet wird und wirtschaftliche Sanktionen wie Waffen eingesetzt werden", sagte Erdogan bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung, ohne die USA direkt zu erwähnen.

US-Entertainer Bill Cosby ist wegen schwerer sexueller Nötigung in drei Fällen zu mindestens drei und höchstens zehn Jahren Haft verurteilt worden. Richter Steven O'Neill verkündete am Dienstag in Pennsylvania das Strafmaß für den 81-Jährigen, gegen das seine Anwälte Berufung einlegen wollen. Es ist die erste Verurteilung eines Prominenten, seit die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe vor fast genau einem Jahr ins Rollen kam.

Cosby zeigte nach der Urteilsverkündung keine Regung. Die Gelegenheit, sich abschließend zu äußern, nahm er nicht wahr. Familienmitglieder Cosbys waren wie schon am Vortag nicht mit im Saal. Cosby muss zudem eine Geldstrafe von 25.000 Dollar (21.200 Euro) zahlen.

+++ 18.27 Uhr: Hofreiter nach Wahl von Brinkhaus: Union ist "zutiefst gespalten" +++

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hält die Union nach der Wahl von Ralph Brinkhaus zum neuen Chef der Bundestagsfraktion für "zutiefst gespalten". Die Entscheidung für Brinkhaus und die Abwahl des von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützten bisherigen Fraktionschefs Volker Kauder seien ein "Ausdruck für ganz viele ungelöste Konflikte", sagte Hofreiter im Fernsehsender Phoenix. 

+++ 17.51 Uhr: Merkel räumt nach Abwahl von Kauder als Unions-Fraktionschef Niederlage ein +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach der überraschenden Wahl von Ralph Brinkhaus (beide CDU) zum neuen Chef der Unionsfraktion ihre Niederlage eingeräumt. Sie habe den bisherigen Vorsitzenden Volker Kauder (CDU) unterstützt, sagte Merkel in Berlin. Es gebe aber "Stunden der Demokratie", in der es auch Niederlagen gebe. Daran sei "nichts zu beschönigen", betonte die Kanzlerin.

+++ 17.37 Uhr: Flüchtlinge auf der "Aquarius" dürfen in Malta an Land +++

Die vom Hilfsschiff "Aquarius" geretteten Flüchtlinge dürfen in Malta an Land gehen. Die Regierung in Valletta teilte mit, ein maltesisches Schiff werde die 58 Migranten aufnehmen und an Land bringen, sie würden dann "unverzüglich" auf andere Länder verteilt. Das Schiff der Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée befindet sich derzeit in der Nähe von Malta, es hatte zuvor darum gebeten, in Frankreich anlegen zu dürfen.

+++ 17.37 Uhr: Thomas Oppermann von der SPD sieht in Wahl von Brinkhaus "Aufstand gegen Merkel" +++

Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) sieht die Wahl von Ralph Brinkhaus (CDU) zum neuen Chef der Unionsfraktion im Bundestag als Schlappe für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Das ist ein Aufstand gegen Merkel", erklärte Oppermann am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

+++ 17.28 Uhr: Brinkhaus nach Wahl zum Unions-Fraktionschef: "Ich freue mich riesig" +++

Der CDU-Politiker Ralph Brinkhaus hat sich erfreut über seine Wahl zum neuen Unionsfraktionschef gezeigt und seinen unterlegenen Vorgänger Volker Kauder gewürdigt. "Ich freue mich riesig über das Wahlergebnis", sagte Brinkhaus nach der Abstimmung in der Fraktion in Berlin. Jetzt gehe es darum, schnell wieder an die Arbeit zu kommen. "Wir haben anspruchsvolle Projekte vor uns." Die Menschen erwarteten, an der Sache zu arbeiten. Brinkhaus betonte, er habe großen Respekt vor der Leistung Kauders, der in der Sitzung anhaltenden Beifall bekommen habe. Kauder habe sich dies mit seiner langjährigen erfolgreichen Tätigkeit verdient. 

+++ 17.13 Uhr: Linke sieht in Kauders Abwahl einen "Aufstand gegen Merkel" +++

Die Linke interpretiert den Abwahl von Volker Kauders als Fraktionschef der Union als "Aufstand gegen Merkel". Das twitterte der Partei-Vorsitzende Bernd Riexinger.  

+++ 17.12 Uhr: AfD sieht in Kauders Abwahl endgültig den Beginn der "Merkel Dämmerung" +++

Eine der ersten Reaktionen auf die Abwahl von Volker Kauder als CDU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag kam von der AfD. Partei-Sprecherin Alice Weidel sieht nun endgültig den Beginn der "Merkel-Dämmerung", twitterte sie.

+++ 17.06 Uhr: UNO untersucht Berichte über tödlichen Luftangriff auf afghanische Zivilisten ++++

Die Vereinten Nationen untersuchen "glaubwürdige Berichte", nach denen neun Mitglieder einer afghanischen Familie bei einem Luftangriff getötet wurden. Frauen und Kinder seien am Samstag getötet worden, nachdem eine "Luftmunition" im Haus eines Lehrers im Bezirk Tagab in der östlichen Provinz Kapisa eingeschlagen war, teilte die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) am Dienstag in Kabul mit. Sechs weitere Familienmitglieder seien verletzt worden. Die US-Streitkräfte bestritten, dass es bei dem Angriff zivile Opfer gab.

+++ 16.48 Uhr: Fraktionsvorsitz in der CDU: Herausforderer Brinkhaus schlägt Kauder +++

Es ist eine kleine Revolution: Die Unionsfraktion im Bundestag hat ihren Vorsitzenden Volker Kauder nach 13 Jahren im Amt gestürzt und Ralph Brinkhaus zum Nachfolger gewählt. Brinkhaus gewann in Berlin mit 125 zu 112 Stimmen überraschend die Kampfabstimmung gegen den Vertrauten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Zwei Abgeordnete enthielten sich. Dieses Signal der Unions-Abgeordneten dürfte auch der CDU-Vorsitzenden Merkel gegolten haben. 

Nicht nur Merkel hatte für die Wiederwahl ihres langjährigen Vertrauten Kauder geworben. Auch CSU-Chef Horst Seehofer und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sprachen sich wiederholt für Kauder aus. Der Erfolg Brinkhaus' ist nach zwei dramatischen Regierungskrisen innerhalb weniger Monate ein deutliches Zeichen des schwindenden Rückhalts für Merkel in der Fraktion gewesen.

+++ 16.23 Uhr: Blindenpferd besucht Europaparlament +++

Ein Pferd hat im Brüsseler Europaparlament für Aufsehen gesorgt. Mit dem Besuch des Ponys Dinky wollte die liberale Abgeordnete Hilde Vautmans darauf aufmerksam machen, dass die Gesetzgebung für Hilfstiere von Hunden auf anderen Tiere ausgeweitet werden sollte, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. Dinky ist ein Blindenführpferd und kam in Begleitung der sehbehinderten Autorin Monique Van den Abbeel ins Parlament.

Die belgische Europa-Abgeordnete Hilde Vautmans (l.) Autorin Monique Van den Abbeel und das Blindenpferd Dinky 

Die belgische Europa-Abgeordnete Hilde Vautmans (l.) Autorin Monique Van den Abbeel und das Blindenpferd Dinky 

AFP

"Monique und Dinky öffnen Türen für alle Assistenten in Europa. Sie zeigen, dass wir von nun an nicht nur an Assistenzhunde, sondern an Hilfstiere denken sollten", teilte Vautmans mit. Die aktuelle Gesetzgebung müsse geändert werden, so dass neben Hunden künftig auch andere Tiere Zugang zu öffentlichen Räumlichkeiten hätten

+++ 16.06 Uhr: Bayerische Grenzpolizei nimmt mutmaßliche Schleuser fest +++

Die Grenzpolizei im bayerischen Piding hat zwei mutmaßliche Schleuser festgenommen. In einem Hohlraum in ihrem Auto fanden die Beamten drei Migranten, wie die Bundespolizei in München mitteilte. Ihr Gesundheitszustand war kritisch.

Am Donnerstag hielten die Beamten ein Auto mit bulgarischem Kennzeichen an. Bei der Überprüfung stellten sie fest, dass der Wagen vor wenigen Wochen schon einmal für eine Schleusung benutzt worden und zur Fahndung ausgeschrieben war.

In einem Hohlraum zwischen Fahrersitz und Rücksitz entdeckte die Polizei zwei Jugendliche und einen Mann aus dem Irak. Sie wurden wegen unerlaubter Einreise nach Deutschland angezeigt. Die beiden mutmaßlichen Schleuser kamen in Untersuchungshaft.

+++ 15.55 Uhr: Ryanair annulliert am Freitag wegen Streiks 190 Flüge  +++

Der irische Billigflieger Ryanair annulliert an diesem Freitag wegen Streiks in mehreren Ländern insgesamt 190 Flüge. Betroffen seien 30.000 von 450.000 Kunden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zu Streiks aufgerufen sind demnach die Flugbegleiter in sechs europäischen Ländern: in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Italien, Spanien und Portugal.

Ein Zusammenschluss europäischer Gewerkschaften hatte den Streik vor knapp zwei Wochen angekündigt - damals noch in fünf Ländern. In der Zwischenzeit kam Deutschland dazu.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte ihre Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal von Ryanair am Dienstag fortgesetzt. Verdi verlangt eine "substanzielle" Lohnerhöhung. Außerdem sollen die Flugbegleiter eine Kompensation für Verspätungen erhalten. Daneben verlangt Verdi die Einrichtung einer betrieblichen Interessenvertretung.

Bei Ryanair tobt seit rund einem Jahr ein erbitterter Arbeitskampf, schon mehrfach streikten Piloten in verschiedenen Ländern. In Deutschland legten auch Flugbegleiter bereits die Arbeit nieder. Wegen des 24-stündigen Ausstands von Piloten und Kabinenpersonal am 12. September musste Ryanair 150 Flüge streichen.

+++ 15.51 Uhr: Lissabon: Aufnahme von "Aquarius"-Flüchtlingen vereinbart +++

Portugal hat mit Frankreich und Spanien eine Abmachung zur Aufnahme von zehn Flüchtlingen des Rettungsschiffes "Aquarius" getroffen. Das teilte das portugiesische Innenministerium mit. Das Schiff der Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée mit 58 Flüchtlingen an Bord befindet sich derzeit in der Nähe von Malta.

+++ 15.46 Uhr: Anschlag auf NRW-Bahnverkehr: Spur führt ins linksextreme Spektrum +++

Ein Anschlag auf die Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg ist Ermittlern zufolge vermutlich von Linksextremisten begangen worden. Polizei und Staatsanwaltschaft stuften ein Bekennerschreiben als authentisch ein. Dem Schreiben zufolge richtete sich der Anschlag gegen Abschiebungen vom Düsseldorfer Flughafen. Der Name der Gruppe sei der Polizei bekannt. Der Staatsschutz ermittele. Konkrete Tatverdächtige gebe es aber noch nicht. Der Deutschen Bahn zufolge sind Zehntausende Bahnreisende von den "verbrecherischen Attacken" betroffen.

Unbekannte hatten am frühen Montagmorgen Kabelschächte entlang der Strecke geöffnet und die Signalkabel zerstört. Dadurch kam es am Montag und am Dienstag zu erhebliche Störungen im Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen. Die betroffene Nord-Süd-Strecke gilt als eine der meistbefahrenen in Deutschland.

+++ 15.31 Uhr: Medienbericht: Weniger rechtsextreme Gewalt in Ostdeutschland +++

Die Zahl der rechtsextremen Gewalttaten in Ostdeutschland ist im vergangenen Jahr laut einem vorläufigen Bericht der Bundesregierung gesunken - allerdings nicht so stark wie bundesweit. Das schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf den Jahresbericht zur deutschen Einheit, der am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll.

Danach sank die Zahl der rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten im Vorjahr bundesweit von 1600 auf 1054 - ein Rückgang um 34 Prozent. In den neuen Ländern gab es einen Rückgang von 774 auf 572 rechtsextreme Gewalttaten - ein Minus von lediglich 26 Prozent. Der Rückgang sei deshalb auch "kein Grund, bei der Bekämpfung rechtsextremistischer Tendenzen nachzulassen", heißt es dem Zeitungsbericht zufolge in dem Regierungspapier.

+++ 14.51 Uhr: Kardinal Marx bittet Opfer sexuellen Missbrauchs um Entschuldigung +++

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat sich bei den Opfern des sexuellen Missbrauchs durch Priester entschuldigt. "Für alles Versagen und für allen Schmerz bitte ich um Entschuldigung", sagte Marx bei der Vorlage der von der Bischofskonferenz beauftragten Studie zum Missbrauchsskandal in Fulda.

"Ich schäme mich", sagte Marx weiter. Dies betreffe "das Vertrauen, das zerstört wurde" ebenso wie das Wegschauen von vielen Verantwortlichen. Marx räumte zudem grundsätzliches Versagen des Klerus ein. "Wir haben zu lange weggeschaut, um der Institution willen und des Schutzes von uns Bischöfen und Priestern willen."

+++ 14.30 Uhr: Von Kuwait Airways nicht mitgenommen - Israeli scheitert mit Klage +++

Im Streit um einen stornierten Flug ist ein Israeli mit seiner Klage gegen die Fluggesellschaft Kuwait Airways gescheitert. Das Oberlandesgericht Frankfurt wies in zweiter Instanz die Forderung des Mannes zurück, dass die Fluglinie ihn von Frankfurt mit Zwischenstopp in Kuwait nach Bangkok befördert. Kuwait Airways hatte den Flug des Mannes aus Berlin storniert, als sie von dessen israelischer Staatsangehörigkeit erfuhr.

Kuwaitischem Recht zufolge dürfen Bürger aus Israel nicht einmal in den Transitbereich eines Flughafens einreisen. Das Urteil des Frankfurter Oberlandesgerichts ist noch nicht rechtskräftig, der Kläger könnte noch die Zulassung der Revision mit Nichtzulassungsbeschwerde vor dem Bundesgerichtshof verlangen. Auch in erster Instanz war die Klage abgewiesen worden.

+++ 14.08 Uhr: Indien: 13 seltene Löwen in Schutzgebiet umgekommen +++

In einem indischen Nationalpark sind innerhalb von zwei Wochen 13 Löwen umgekommen. Sechs der Tiere starben an den Folgen von Kämpfen untereinander, wie der Chef-Forstbeamte des westindischen Bundesstaates Gujarat, GK Sinha, mitteilte. In einigen weiteren Fällen waren die Todesursachen zunächst unklar. Rund 400 Helfer gingen am Dienstag durch den Gir-Nationalpark, um nach den übrigen Löwen zu sehen.

Deren Zahl hatte dort in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. Nach einer Zählung von 2015 lebten in dem Schutzgebiet im westindischen Staat Gujarat 523 Asiatische Löwen (Panthera leo persica) - im Jahr 1913 waren es nur 20 gewesen. Der Gir-Wald und seine Umgebung sind das weltweit einzige Gebiet, in dem die bedrohte Löwen-Unterart noch in freier Wildbahn lebt.

+++ 13.58 Uhr: US-Modekonzern Michael Kors übernimmt Versace für 1,83 Milliarden Euro +++

Der US-Modekonzern Michael Kors übernimmt das italienische Luxuslabel Versace. Das Modehaus geht für den Wert von 1,83 Milliarden Euro an die US-Firma, wie beide Seiten mitteilten. Es sei eine endgültige Vereinbarung unterzeichnet worden, erklärten die Firmen und bestätigten damit Medienberichte, die seit Montag zirkulierten.

Der Kauf von Versace sei eine "wichtige" Etappe für Michael Kors, erklärte der Chef des nach dem gleichnamigen Designer benannten Modeunternehmens, John Idol. "Wir glauben, dass Versace mit unseren Ressourcen wachsen und die Marke von zwei Milliarden Dollar Umsatz schaffen wird." Versace hatte 2016 einen Umsatz von 686 Millionen Euro erzielt, im vergangenen Jahr stagnierten die Zahlen.

Versace-Chefdesignerin Donatella Versace sprach von einem "motivierenden Moment". Sie sei "stolz", dass Versace auf diese Weise eine starke Marke bleibe. Versace wurde 1978 von Gianni Versace und seinem Bruder Santo gegründet, Donatella ist die Schwester der beiden. Das Label gehört zu den bekanntesten Luxusmarken. Michael Kors ist in den USA eine angesehene Marke und hat Fans wie die frühere First Lady Michelle Obama und die Schauspielerinnen Nicole Kidman und Catherine Zeta-Jones.

+++ 13.11 Uhr: DHL-Erbe darf Pazifikinsel für Drogentherapie verlassen +++

Der in Palau wegen Drogenhandels verurteilte DHL-Erbe Larry Hillbroom Jr. darf den Pazifikstaat verlassen, um sich einer Entziehungskur zu unterziehen. Der Erbe des Logistikunternehmens DHL dürfe zum Drogenentzug aus Palau ausreisen, weil in dem Inselstaat selbst keine derartigen Therapien zur Verfügung stehen, entschied eine Richterin. Damit solle Hillbroom Jr. eine letzte Chance gegeben werden.

Der Millionenerbe war im Juni wegen Handels mit der synthetischen Drogen Crystal Meth zu zehn Jahren auf Bewährung und einer Entziehungskur verurteilt worden. Im Juli wurde er erneut positiv auf Drogen getestet, was ihn am Dienstag wieder vor Gericht brachte. Die Staatsanwaltschaft forderte 30 Jahre Haft für den DHL-Erben. Die Richterin erklärte jedoch, wegen seines Reichtums könne Hillbroom Jr. eine Behandlung wahrnehmen, die in Palau nicht möglich sei. Sollte er den Drogenentzug nicht abschließen oder ein weiteres Mal positiv auf Drogen getestet werden, werde sie ihn zu 30 Jahren Gefängnis verurteilen.

Hillbroom hat die Staatsbürgerschaft der USA und von Palau. Er ist eines von vier unehelichen Kindern von Larry Hillblom. Dieser hatte den US-Kurierdienst DHL mitbegründet, der später von der Deutschen Post übernommen wurde. 1995 starb Hillblom bei einem Flugzeugabsturz. Hillbroom Jr. erstritt vor Gericht erfolgreich einen Anteil am Milliardenvermögen seines Vaters.

+++ 12.44 Uhr: Britischer Rentner und Ehefrau in Thailand Opfer von Auftragsmord +++

Ein reicher britischer Rentner und seine thailändische Ehefrau sind in Thailand mutmaßlich Opfer eines Auftragsmordes geworden. Die Leichen der beiden wurden in zwei Metern Tiefe im Garten ihres Grundstücks in der nördlichen Provinz Phrae gefunden, wie Polizeichef Manas Kerdsukho berichtete. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen, darunter der Bruder der Ehefrau, der laut Polizei mutmaßliche Auftraggeber des Mordes.

Den Ermittlungen zufolge wurde der Brite erschossen, seine Frau wurde mit einem Hammer erschlagen. Hintergrund der Tat war laut Polizeichef Manas ein seit langem schwelender Familienstreit um Geld. Die Auftragsmörder erhielten demnach umgerechnet je rund 1300 Euro. Einer der mutmaßlichen Täter legte bereits ein Geständnis ab, der Bruder der getöteten Ehefrau stritt jegliche Beteiligung ab.    

Britische Medien beschrieben den getöteten Rentner als Millionär aus Edinburgh, der sich im Norden Thailands ein luxuriöses Anwesen mit Swimming-Pool gebaut habe.

+++ 12.21 Uhr: Papst Franziskus: Sexskandale schrecken Jugendliche von der Kirche ab +++

Papst Franziskus hat die Missbrauchsskandale dafür mitverantwortlich gemacht, dass sich viele junge Leute von der katholischen Kirche abwenden. Viele Jugendliche würden die Kirche nicht mehr als einen bedeutsamen Gesprächspartner wahrnehmen, sagte der Pontifex bei seinem Besuch in Estland. 

"Ganz im Gegenteil, manche wollen ausdrücklich in Ruhe gelassen werden, denn sie empfinden die Präsenz der Kirche als lästig, ja unangenehm. Sie sind empört über die Skandale sexueller und finanzieller Art, denen gegenüber sie keine klare Verurteilung sehen."

+++ 12.14 Uhr: Merkel dringt auf weitere Entlastung beim Soli +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht auf eine weitere Entlastung beim Solidaritätszuschlag. Merkel sagte beim Tag der Industrie in Berlin, es sei eine der schwierigsten Kompromisse bei den Koalitionsverhandlungen gewesen, dass der Soli zwar für 90 Prozent der Zahler abgeschafft werde, aber für zehn Prozent nicht. Sie halte dies nicht für gerecht. "Wir werden immer und immer wieder versuchen, an dieser Frage noch mal etwas zu ändern, weil ich glaube, es ist keine gute Nachricht gerade für die ganzen Unternehmen."

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, dass der Solidaritätszuschlag schrittweise wegfallen soll. Für 2021 ist eine Entlastung von 10 Milliarden Euro geplant, die 90 Prozent der Zahler vom Soli befreien soll.

+++ 11.49 Uhr: Ukraine will Freundschaftsvertrag mit Russland nicht mehr verlängern +++

Die Ukraine hat Russland darüber informiert, einen Freundschaftsvertrag mit dem Nachbarland nicht mehr verlängern zu wollen. Man habe eine entsprechende Note aus Kiew erhalten, teilte ein Vertreter des russischen Außenministeriums mit. Darin heißt es, dass Kiew den Vertrag über eine strategische Partnerschaft nach 20 Jahren auslaufen lassen will. Der Vertrag endet am 1. April 2019.

Mit dem Abkommen wurden unter anderem die Rechte von Ukrainern und Russen und die Anerkennung von Abschlüssen und Dokumenten im jeweils anderen Staat geregelt. Auch bilaterale Verträge zur gegenseitigen Anerkennung der Grenzen und die gemeinsame Nutzung des Asowschen Meeres, eines Nebenarmes des Schwarzen Meeres, nehmen auf den Freundschaftsvertrag Bezug.

Hintergrund für diesen Schritt ist die russische Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim 2014 und die anschließende Unterstützung ostukrainischer Separatisten durch Moskau. Nach Angaben der UN sind in dem Konflikt bereits mehr als 10 000 Menschen getötet worden. Ein Friedensplan wurde bisher nicht umgesetzt.

+++ 11.48 Uhr: Scheuer besteht nicht auf Selbstbeteiligung für Diesel-Nachrüstung +++

Im Streit um Nachrüstungen für alte Diesel-Fahrzeuge will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nicht auf einer Selbstbeteiligung der Autobesitzer bestehen. Er habe am Sonntag lediglich ein Modell vorgelegt, sagte Scheuer nach Beratungen mit dem bayerischen Kabinett in München. Er habe aber keine Probleme damit, eine Selbstbeteiligung von 600 Euro wegzunehmen. Deshalb diskutiere er jetzt mit den Herstellern ein Hardware-Nachrüstungsmodell "auf Basis von null Selbstbeteiligung". Scheuer bekräftigte aber eine Reihe von rechtlichen, technischen und finanziellen Bedenken gegen dieses Vorgehen. "Meine Priorität ist die Flottenerneuerung und die Tausch-Option", betonte der Minister.

+++ 11.44 Uhr: Colonia Dignidad"-Sektenarzt muss nicht ins Gefängnis +++

Ein chilenisches Gerichtsurteil gegen den in Deutschland lebenden ehemaligen Arzt der Siedlung Colonia Dignidad, Hartmut Hopp, darf hierzulande nicht vollstreckt werden. Das Hopp zur Last gelegte Verhalten reiche nicht aus, um auch nach deutschem Recht eine Strafbarkeit zu begründen, entschied das Oberlandesgericht im nordrhein-westfälischen Düsseldorf (OLG) laut einer Mitteilung. Es sei nicht zulässig, die Strafe hier zu verbüßen.

Der Mediziner war nach Angaben des OLG in einem Prozess in Chile zu einer etwa fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er dem früheren Siedlungschef Paul Schäfer Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern geleistet hatte. Nach den getroffenen Tatsachenfeststellungen würden Hopp allerdings keine "konkreten dienlichen Handlungen" vorgeworfen, betonte das deutsche Gericht.

+++ 11.18 Uhr: Totgeborenes Kind über Jahre in Schließfach in Tokio aufbewahrt +++

Nachdem eine Japanerin ihr totgeborenes Kind mutmaßlich rund fünf Jahre in einem Schließfach aufbewahrt hat, ist sie in Tokio verhaftet worden. Wie die Polizei mitteilte, hatte die 49-jährige Frau die Babyleiche in einem Schließfach in der Nähe des Bahnhofs Uguisudani eingeschlossen. Nach Angaben der lokalen Medien stellte sich die arbeitslose Frau selbst. Sie erklärte demnach, sie habe vor "vier oder fünf Jahren" eine Totgeburt erlitten.

"Ich geriet in Panik, nachdem ich kein lebendes Kind zur Welt gebracht hatte. Ich habe seinen Köper aufbewahrt, weil ich mich nicht von ihm trennen konnte", sagte sie Ermittlern nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo News. Nachdem sie ihre Wohnung verloren habe, habe sie beschlossen, sich der Polizei zu stellen.

+++ 11.12 Uhr: Flugpassagier verwechselt Flugzeugtür mit Klotür und löst Panik aus +++

Ein Flugpassagier hat auf einem Inlandsflug in Indien die Kabinentür mit der Klotür verwechselt und mit hartnäckigen Öffnungsversuchen Panik an Bord ausgelöst. Der Mann war mit der Fluggesellschaft GoAir auf dem Flug von Neu Delhi nach Patna, als er versuchte, die hintere Einstiegstür der Maschine zu öffnen, wie die Airline am Dienstag mitteilte.

Laut der Zeitung "The Telegraph" erklärte der Mann besorgten Mitreisenden, er müsse dringend auf die Toilette, während er am Türgriff rüttelte. Besatzungsmitglieder überwältigten den Passagier schließlich. Nachdem er über seinen Irrtum aufgeklärt wurde, verteidigte er sich demnach mit den Worten, er sei noch nie zuvor geflogen.

Laut GoAir wurde der Mann den Behörden übergeben. Ein Sprecher betonte, wegen des Kabinendrucks wäre es dem Passagier ohnehin nicht möglich gewesen, die Flugzeugtür zu öffnen.

+++ 11.07 Uhr: Türkisches Gericht weist Antrag von Yücel auf Entschädigung zurück +++

Ein türkisches Gericht hat den Antrag des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel auf Entschädigung für seine einjährige Haftzeit zurückgewiesen. Das Istanbuler Gericht habe bei einer Verhandlung den Antrag des deutsch-türkischen Journalisten zur Zahlung von 2,9 Millionen Lira wegen "unrechtmäßiger Inhaftierung" abgelehnt, sagte der Vertreter von Reporter ohne Grenzen (RSF) in der Türkei, Erol Önderoglu, der Nachrichtenagentur AFP.

Demnach befand das Gericht, dass die Bedingungen für einen solchen Prozess nicht gegeben seien. Wie die Medienrechtsorganisation MLSA im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte, kündigte Yücels Anwalt Veysel Ok an, den Fall vor ein höheres Gericht zu bringen. Yücel hatte von Februar 2017 an ein Jahr in Istanbul in Untersuchungshaft gesessen. Ihm war wegen seiner Artikel "Terrorpropaganda" und "Volksverhetzung" vorgeworfen worden.

+++ 10.43 Uhr: Österreichs Kanzler kritisiert Warnung vor bestimmten Medien +++

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat das von der rechten FPÖ geführte Innenministerium kritisiert und sich gegen eine Ausgrenzung bestimmter Medien ausgesprochen. Kurz sagte am Rande der UN-Vollversammlung in New York: "Für einen freien und unabhängigen Journalismus im Land tragen besonders Parteien und Regierungsinstitutionen sowie öffentliche Einrichtungen eine hohe Verantwortung. Jede Einschränkung von Pressefreiheit ist nicht akzeptabel."

Am Montagabend hatten zwei Zeitungen in Österreich eine E-Mail veröffentlicht, in der das österreichische Innenministerium (BMI) die Polizei vor bestimmten Medien gewarnt hatte. Außerdem wurde empfohlen, die Zusammenarbeit mit einigen Zeitungen auf ein Minimum zu beschränken.

"Leider wird wie eh und je seitens gewisser Medien (zum Beispiel STANDARD, "Falter") sowie neuerdings auch seitens des "Kuriers" eine sehr einseitige und negative Berichterstattung über das BMI beziehungsweise die Polizei betrieben", heißt es in dem Schreiben, aus dem die Zeitungen "Der Standard" und "Kurier" zitieren.

Die Mail kam aus der Pressestelle des Ministeriums und richtete sich an die Kommunikationsverantwortlichen der Landespolizeidirektionen. Das Ministerium verteidigte die Empfehlungen in der Mail in einer Stellungnahme und erklärte, dass der "Verdacht der Voreingenommenheit" nicht aus der Luft gegriffen sei.

+++ 10.37 Uhr: Umweltverbände klagen gegen Elbvertiefung +++

Umweltschützer des Aktionsbündnisses "Lebendige Tideelbe" werden weiter gegen die Elbvertiefung klagen. Das teilten die Verbände BUND und Nabu in Hamburg mit. Man sei zu dem Schluss gekommen, dass die Planungen zum weiteren Ausbaggern der Fahrrinne nach wie vor rechtswidrig seien, Nabu-Vorstand Alexander Porschke. Ein Eilantrag auf einen Baustopp werde aber nicht gestellt, weil dem wenig Aussicht auf Erfolg zugemessen werde. Konkret wollen die Verbände gegen den jüngsten Planergänzungsbeschluss klagen, der Ende August ergangen war. Die Klagefrist dagegen läuft Ende dieser Woche ab.

Mit der Elbvertiefung soll der Fluss so ausgebaut werden, dass künftig große Containerschiffe mit einem Tiefgang bis zu 13,50 Meter unabhängig von der Flut und mit einem Tiefgang von bis zu 14,50 Meter auf der Flutwelle den Hamburger Hafen erreichen können. Das soll den Hafen international deutlich wettbewerbsfähiger machen.

+++ 10.35 Uhr: Zweiköpfige Schlange in Virginia entdeckt +++

In den USA ist eine seltene zweiköpfige Schlange entdeckt worden. Eine Privatperson habe das Tier in einem Garten in Woodbridge im Bundesstaat Virginia gefunden, berichteten mehrere Medien. Das Tier wurde ins Wildlife Center in Virginia gebracht.

Bei der Schlange der Gattung Nordamerikanischer Kupferkopf (Agkistrodon contortrix) handele sich um ein junges Tier, dessen linker Kopf sich mehr bewege als der rechte, schrieb das Wildlife Center in einer Mitteilung. Das Tier verfüge über zwei Luft- und zwei Speiseröhren. Die linke Luft- und die rechte Speiseröhre seien jeweils weiter entwickelt. Die Schlange habe aber nur ein Herz und ein Lungenpaar. "Wegen der Anatomie wäre es besser wenn der rechte Kopf fressen würde, aber das kann herausfordernder sein, da der linke Kopf dominanter erscheint", hieß es in der Mitteilung.

+++ 10.28 Uhr: Eines der größten Geheimnisse der Kunstgeschichte gelüftet: Identität von Courbets Nackt-Modell enthüllt +++

Eines der größten Geheimnisse der Kunstgeschichte ist gelüftet: Die Identität der Dame, deren unverhüllte Scham der französische Maler Gustave Courbet in seinem Meisterwerk "Der Ursprung der Welt" (L'Origine du monde") zur Schau stellt. Als Modell diente ihm die 34 Jahre alte Tänzerin Constance Quéniaux, wie der französische Literaturwissenschaftler Claude Schopp nun in einem Buch enthüllt hat.

Quéniaux war nach Angaben Schopps eine der Mätressen des türkisch-ägyptischen Diplomaten Khalil-Bey. In dessen Auftrag malte Courbet 1866 sein weltberühmtes Bild. Der Schriftsteller Schopp kam der früheren Tänzerin der Pariser Oper durch puren Zufall auf die Schliche, als er einen bisher nicht beachteten Brief des Schriftstellers Alexandre Dumas des Jüngeren auswertete. Darin mokiert sich Dumas über Courbet und sein Modell Quéniaux, die ihm ihr "Inneres" präsentiert habe.

Courbet-Gemälde

Das Gemälde "Der Ursprung der Welt" des französischen Malers Gustave Courbet gilt als Meisterwerk

AFP

+++ 9.56 Uhr:  Schwedens Parlament spricht Regierungschef Löfven Misstrauen aus +++

Das schwedische Parlament hat dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven das Misstrauen ausgesprochen. Konservative und Rechtspopulisten stimmten in Stockholm gemeinsam für den Misstrauensantrag gegen den seit vier Jahren regierenden Löfven. Dessen Absetzung zwei Wochen nach der Parlamentswahl könnte den Weg für die Bildung einer Regierung unter konservativer Führung freimachen.

Parlamentswahl: Schweden vor schwieriger Regierungsbildung - Rechte legen zu

+++ 9.44 Uhr: Frau rollt mit Auto in Bremerhavener Hafenbecken und stirbt +++

Eine Frau ist in Bremerhaven mit ihrem Auto in ein Hafenbecken gerollt und darin ums Leben gekommen. Trotz der minutenschnellen Alarmierung von Rettungstauchern und anderen Einsatzkräften habe das im Wasser versunkene Fahrzeug nicht schnell genug gefunden werden können, teilte die Feuerwehr mit. Erst nach knapp zwei Stunden gelang es gestern Abend, den Wagen aufzuspüren.

Ein Besatzungsmitglied eines Behördenboots hatte den Angaben nach noch versucht, die Frau zu retten. Er musste dies aber abbrechen, als das Auto versank. Wasserrettungsspezialisten der Feuerwehr ließen sofort Schlauchboote mit Tauchern zu Wasser. Auch Taucher und Boote der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft halfen. Zugleich suchten Schiffe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, zwei Marinehubschrauber und ein Schiff des Wasser- und Schifffahrtsamts die Wasseroberfläche ab. Es seien "sämtliche verfügbaren Rettungsmittel" im Einsatz gewesen, teilte die Feuerwehr mit. Erst nach etwas mehr als zwei Stunden wurde das Auto mit einem Sonargerät in sieben Metern Wassertiefe aufgespürt

+++ 9.37 Uhr: Mord ohne Leiche: See soll leer gepumpt werden +++

Im Fall einer seit 1993 verschwundenen Frau aus Bremen soll ein See leer gepumpt werden. Hintergrund sind Mordermittlungen gegen den früheren Lebensgefährten der Frau, wie der "Weser-Kurier" und Radio Bremen berichten. Ein Jahr nach dem Verschwinden hatte ein Angler im Juli 1994 eine mit Steinen beschwerte Tüte mit persönlichen Gegenständen der Frau aus dem Tietjensee bei Schwanewede gefischt, darin auch der Verlobungsring der Frau. Die Ermittler hoffen nun, dass in dem See auch eine verschwundene Pistole als mögliche Tatwaffe oder gar die Leiche der Frau entdeckt werden. Die Einsätze von Tauchern 1994 und einem Tauchroboter 2006 hatten keine Ergebnisse gebracht. Das Abpumpen soll am 4. Oktober starten.

Seit Mitte August muss sich der 58 Jahre alte Lebensgefährte vor dem Landgericht Bremen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Frau im Juni 1993 getötet zu haben, weil sie sich von ihm getrennt habe und zusammen mit dem kleinen Sohn habe ausziehen wollen. Der Angeklagte wies die Vorwürfe zurück. Er sei unschuldig - mehr wollte der Mann nicht dazu sagen.

+++ 9.18 Uhr:  Waldbrand in der Toskana bedroht mehrere Ortschaften +++

Ein großer Waldbrand bedroht mehrere Ortschaften in der Toskana: rund 500 Bewohner kleinerer Dörfer in der Region um Pisa mussten in der Nacht sicherheitshalber ihre Häuser verlassen, wie der Bürgermeister von Calci, Massimiliano Ghimeti mitteilte. Er sprach auf Facebook von einem "zerstörerischen Feuer", das bereits die ersten Häuser erreicht habe.

Aus der gesamten Umgebung eilten Feuerwehren in das Brandgebiet nahe der Großstadt Pisa, auch Löschflugzeuge waren im Einsatz. Das Feuer war gestern Abend in der bewaldeten Region Monte Serra ausgebrochen. Der Wind fachte es an, so dass sich die Flammen rasch ausbreiteten und auf mehrere Siedlungen zu rückten.     Feuerwehr-Kommandant Ugo D'Anna sagte im italienischen Fernsehen, er gehe von Brandstiftung aus. "Wir haben es mit einem sehr erheblichen Feuer zu tun. Das Wichtigste ist nun, die Ortschaft zu retten."

+++ 9.06 Uhr: Erste Teile der Behelfsbrücke für A-20-Loch angeliefert +++

Das riesige Loch auf der Autobahn 20 in Mecklenburg-Vorpommern sorgte deutschlandweit für Aufsehen - nach rund einem Jahr sind an der Großbaustelle nun die ersten Einzelteile der künftigen Behelfsbrücke angeliefert worden. Über diese Brücke könne voraussichtlich ab Dezember der Verkehr auf jeweils einer Spur pro Richtung rollen, sagte Abteilungsleiter Autobahnen im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Ronald Normann. 

Die Behelfsbrücke bei Tribsees hat eine Gesamtlänge von 773 Metern. Die insgesamt 81 Einzelteile, aus denen am Ende die 7,50 Meter breite Brücke gebildet wird, bestehen aus Stahl. Für die Anwohner in zwei Dörfern im Landkreis Vorpommern-Rügen, die seit rund einem Jahr unter einer enormen Lärmbelastung leiden, rückt damit die Normalisierung des Alltags näher. Die Ursache für den Zusammenbruch der Autobahn steht noch nicht fest.

+++ 8.50 Uhr: Altmaier verteidigt Arbeit der Bundesregierung +++

Nach dem Streit um die Zukunft von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier die Arbeit der Bundesregierung verteidigt. "Die große Koalition ist besser als ihr Ruf", sagte der CDU-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin". Er forderte aber zugleich mehr Geschlossenheit und weniger öffentlichen Streit. Es sei das "falsche Signal" gewesen, dass der Streit um Maaßen viele andere Themen in den Hintergrund gedrängt habe. Viele Fragen von der Handelspolitik bis zur inneren Sicherheit seien zehnmal wichtiger als die Frage, "an welchem Schreibtisch welcher Beamte wann arbeitet".

Altmaier lobte in diesem Zusammenhang auch den Schritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), im Fall Maaßen öffentlich Fehler einzuräumen. Dies sei ein "Signal der Entschlossenheit" gewesen, sagte der Minister. Die Kanzlerin habe erkannt, dass die Regierung insgesamt keine gute Figur gemacht habe.

Umfrage zur Causa Maaßen: Mehrheit der Deutschen: Merkel hat Kontrolle über Koalition verloren

+++ 8.13 Uhr: Frau nach Brand schwer verletzt - Lebensgefährte festgenommen +++

Eine 50-Jährige ist bei einem Wohnwagenbrand in Königswinter lebensgefährlich verletzt worden. Der 49 Jahre alte Lebensgefährte der Frau sei vorläufig festgenommen worden, teilte die Bonn mit. Eine Mordkommission ermittelt. Der Brand war in den frühen Morgenstunden an dem Wohnwagen auf einem Campingplatz im Ortsteil Pleiserhohn ausgebrochen. Zeugen alarmierten die Feuerwehr. Rettungskräften entdeckten die Schwerverletzte und brachten sie nach der Erstversorgung in eine Spezialklinik.

Erste Ermittlungen der Polizei ergaben, dass bei dem Feuer möglicherweise Brandbeschleuniger genutzt wurde. Außerdem gaben Zeugen an, einen Streit zwischen der Verletzten und ihrem Lebensgefährten kurz vor dem Ausbruch der Flammen gehört zu haben.

+++ 8.09 Uhr: Elchbulle auf Usedom unterwegs - Kreissprecher mahnt zu Ruhe +++

In Vorpommern ist erneut ein Elch unterwegs. Der junge Bulle wurde in den letzten Tagen mehrfach im Süden der deutsch-polnischen Insel gesichtet, wie der Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald, Achim Froitzheim, sagte. "Solange kein Gefährdungspotential besteht, greifen wir auch nicht ein." Anwohner hatten das Tier in Ückeritz, Bansin und Ahlbeck gesehen und abgelichtet. Froitzheim sagte, in der Brunftzeit seien immer wieder junge Elchbullen - meist aus Polen - auf der Suche nach neuen Revieren Richtung Westen unterwegs. Fänden sie keine paarungsbereiten Weibchen, kehrten sie meist wieder um.

Im Osten Mecklenburg-Vorpommerns kommt es inzwischen mehrfach jährlich zu solchen Elchbeobachtungen. 2017 zog ein Elch vom Süden in den Norden Usedoms und dann wieder zurück. Die Tiere kommen meist aus Populationen in und dem Baltikum. Zuletzt war ein Elch 2017 weiter südlich von Jägern auf Anordnung des Kreises sicherheitshalber betäubt und in einen Wildpark gebracht worden. Urlauber hatten ihn bereits gefüttert und waren ihm zu nahe gekommen, so dass Gefahr bestand, erklärte der Kreissprecher.

+++ 7.07 Uhr: Mann nach fünf Tagen aus ausgebranntem Altersheim gerettet +++

Feuerwehreinsatz am Arthur-Capper-Altenheim in Washington am 19. September

Feuerwehreinsatz am Arthur-Capper-Altenheim in Washington am 19. September. Fünf Tage später wurde in dem Gebäude ein Überlebender entdeckt.

Picture Alliance

Fünf Tage nach dem Brand in einem Washingtoner Seniorenheim ist überraschend ein Überlebender gefunden worden. Bauexperten, die der Betreiber mit einer Bestandsaufnahme des Schadens beauftragt hatte, hätten den 74-Jährigen entdeckt, erklärte die Bürgermeisterin der US-Hauptstadt, Muriel Bowser. Der Mann habe in seinem Zimmer gesessen, wo er nach dem Brand vergangene Woche offenbar versehentlich zurückgelassen worden sei. Er habe sich durch Rufe bemerkbar gemacht, als das Team durch das Haus lief.

Der Mann sei in ein Krankenhaus gebracht worden, sein Leben sei nicht in Gefahr, sagte die Bürgermeisterin weiter. Sie habe eine Untersuchung angeordnet. Washingtons Feuerwehrchef Gregory Dean erklärte, die Bergungkräfte hätten im Chaos des Brandeinsatzes vergangene Woche möglicherweise das Zimmer des Mannes einfach übersehen. Das Seniorenheim solle nun noch einmal gründlich untersucht werden.

+++ 5.07 Uhr: Sammlung von früherem US-Vizepräsidenten Rockefeller wird versteigert +++

Die Kunstsammlung des früheren US-Vizepräsidenten Nelson Rockefeller (1908-1979) wird in versteigert. Unter anderem stehen Gemälde, Schmuck, Porzellan und Möbel von Rockefeller und seiner Frau Happy (1926-2015) ab November bei mehreren Versteigerungen zum Verkauf, wie das Auktionshaus Sotheby's in New York mitteilte. Der Republikaner Rockefeller war von 1974 bis 1977 Vizepräsident unter US-Präsident Gerald Ford. 

Im Mai hat die Kunstsammlung von Nelson Rockefellers Bruder, David Rockefeller (1915-2017), und dessen Frau Peggy 833 Millionen Dollar (etwa 697 Millionen Euro) eingebracht. Sie wurde damit zur bislang teuersten versteigerten Privatkollektion. Nelson und David Rockefeller waren beide Enkel des legendären Ölmagnaten John D. Rockefeller (1839-1937). Ihr Vater war dessen einziger Sohn und Mutter Abby eine Kunstmäzenin, die das Museum of Modern Art in New York mitgründete.

+++ 4.52 Uhr: Altkanzler Schröder will Kirchenfenster stiften - doch es gibt Hürden +++

Es soll ein besonderes Geschenk eines prominenten Stifters sein: Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) will der Marktkirche in seiner Heimatstadt Hannover ein 13 Meter hohes Glasfenster schenken. Der Entwurf stammt von Malerstar Markus Lüpertz und setzt sich mit dem Reformator Martin Luther auseinander. Zu sehen sind unter anderem eine weiße Gestalt und fünf schwarze Fliegen. Die Kosten werden auf rund 100.000 Euro geschätzt. Die evangelische Kirche wollte das Fenster ursprünglich zu diesem Reformationstag am 31. Oktober einbauen, jedoch verzögert sich das Projekt. 

Anfang Oktober werde es ein Gespräch mit dem Erben von Dieter Oesterlen geben, der den Wiederaufbau der Marktkirche nach dem Zweiten Weltkrieg als Architekt geprägt habe, sagte Landessuperintendentin Petra Bahr. Erst danach könne die zeitliche Planung fortgeführt werden. "Das Reformationsfenster von Lüpertz ist eine einmalige Gelegenheit für die Marktkirche und für Hannover insgesamt", betonte die Regionalbischöfin. 

+++ 4.02 Uhr: EU will Institution zur Umgehung von US-Sanktionen gegen Iran schaffen +++

Die EU will eine Finanzinstitution gründen, um die US-Sanktionen gegen den Iran zu umgehen. Das kündigte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in New York nach einem Treffen von Unterzeichnern des Atomabkommens mit dem Iran an. US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen einseitig aufgekündigt und droht Unternehmen aus Drittstaaten, die weiter mit dem Iran Geschäfte machen, mit Sanktionen.

+++ 2.33 Uhr: US-Polizistin nach Schüssen auf vermeintlichen Eindringling gefeuert +++

Eine weiße Polizistin, die einen unbewaffneten schwarzen Mann in dessen Wohnung erschossen hat, ist gefeuert worden. Eine interne Untersuchung habe ergeben, dass Amber G. sich bei ihrer Festnahme wegen Totschlags ungebührlich Verhalten habe, erklärte die Polizei in Dallas. Der 30-Jährigen wurde wegen ihrer Taten gekündigt, hieß es.

Der Vorfall ereignete sich Anfang September nach Dienstende der Polizistin. Noch in Uniform, ging sie nach Polizeiangaben aus Versehen in das Apartment von Botham Shem Jean in einer gehobenen Wohnanlage nahe Dallas' Zentrum. Nachdem die Polizistin den 26-Jährigen erschossen hatte, rief sie den Rettungsdienst und erzählte den Helfern, sie habe gedacht, es habe sich um ihre eigene Wohnung gehandelt. Laut der Zeitung "Dallas Morning News" irrte G. sich in der Etage und steuerte die Wohnung direkt über ihrer eigenen an. Die Tür sei unverschlossen gewesen und die Lichter aus. Als G. einen Menschen in der Dunkelheit gesehen habe, habe sie ihre Waffe gezogen und das Feuer eröffnet, weil sie von einem Einbrecher ausgegangen sei, berichtete die Zeitung.

+++ 2.09 Uhr: Trumps Richterkandidat wehrt sich gegen Missbrauchsvorwürfe +++

Der wegen Missbrauchsvorwürfen unter Druck stehende Kandidat von US-Präsident Donald Trump für den Obersten US-Gerichtshof, Brett Kavanaugh, hat sich entschieden gegen die Anschuldigungen gewehrt. "Ich habe niemals jemanden sexuell belästigt", sagte Kavanaugh im Sender Fox News. Er habe Frauen immer mit Würde und Respekt behandelt.

Trump hatte Kavanaugh als Richter für den Supreme Court vorgeschlagen. Kurz vor der geplanten Abstimmung des US-Senats über die Personalie kamen aber heftige Vorwürfe gegen den 53-Jährigen an die Öffentlichkeit: Die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford beschuldigt ihn, 1982 am Rande einer Schülerparty versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. Inzwischen wirft ihm eine zweite Frau vor, sie in den 80er-Jahren sexuell belästigt zu haben.

Kaanaugh: Zweite Frau beschuldigt Trumps Richter-Kandidaten der Belästigung – der streitet alles ab

+++ 2 Uhr: Attacke legt Internetseite des Energiekonzerns RWE lahm +++

Unbekannte haben die Internetseite des Energiekonzerns RWE lahmgelegt. Die Website war gestern zeitweise gar nicht oder nur schwer zu erreichen. RWE habe Strafanzeige gegen unbekannt gestellt, bestätigte eine Sprecherin. Demnach handelte es sich bei der Attacke um einen sogenannten Denial-of-Service-Angriff, bei dem massenhaft Anfragen an Internet-Server geschickt werden, um diese zum Zusammenbruch zu bringen. Die Attacke habe lediglich der Internetseite gegolten, sagte die Sprecherin. Andere Systeme seien nicht betroffen gewesen.

Die "Bild"-Zeitung verwies auf ein vor einigen Tagen veröffentlichtes YouTube-Video, in dem gedroht wird, die Server des Energiekonzerns anzugreifen, sollte RWE nicht die Rodung des Hambacher Forstes einstellen. Das Video ist in der Ästhetik der Hackergruppe Anonymous gehalten und wurde im YouTube-Kanal Anonymous Deutsch veröffentlicht.

+++ 0.37 Uhr: Weight Watchers heißt nur noch WW +++

Die bislang vor allem für ihre Diätprogramme bekannte Firma Weight Watchers International will mit einem neuen Namen ihren Wandel zum breiter aufgestellten "Wellness"-Anbieter unterstreichen. Ab sofort nenne man sich nur noch WW, teilte das US-Unternehmen mit. "Wir haben uns immer dazu verpflichtet gefühlt, das beste Programm zum Gewichtsmanagement anzubieten, jetzt nutzen wir unsere jahrzehntelange Erfahrung und unsere Expertise in der Verhaltensforschung für eine noch größere Aufgabe", erklärte Vorstandschefin Mindy Grossman. 

WW wolle, so Grossman weiter, mit einem breiteren Angebot zum weltweiten Partner für "Wellness" werden - ob Gewichtsreduzierung, gesunder Ernährung, mehr Bewegung, einer positiven Einstellung oder allem zusammen. "Die Rolle, die WW im Leben von Menschen spielen kann, geht über eine Anzeige auf einer Waage hinaus", ergänzte die Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey, die seit 2015 Großaktionärin und Verwaltungsrätin der Firma ist. Weight Watchers wurde 1963 in New York gegründet und zählt schon lange zu den weltweit bekanntesten Anbietern von Abnehm-Programmen.

mad / DPA / AFP