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News vom Wochenende "Totalen Mangel an Beweisen": Verdächtige nach Seilbahnunglück in Italien aus Untersuchungshaft entlassen

Am Rande einer Lichtung in einem Bergwald stehen Rettungskräfte in neongrünen Helmen und Jacken vor den Trümmern einer Gondel
Einsatzkräfte des Bergrettungsdienstes arbeiten nach dem Absturz einer Seilbahngondel an der Unfallstelle
© Piero Cruciatti/LaPresse via ZUMA Press / DPA
Die News von heute im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier

Die News vom Wochenende im stern-Ticker: 

14.47 Uhr: Ölteppich im Wolfgangsee in Österreich

Bei Reinigungsarbeiten im österreichischen Wolfgangsee ist ein Stahlfass beim Bergen leck geschlagen und hat einen Ölteppich verursacht. Die sofort alarmierte Feuerwehr legte eine weiträumige Öl-Sperre um den Fleck und sprühte Ölbindemittel darauf, wie die Polizei Salzburg berichtete. Eine Spezialfirma war am Wochenende dabei, das Öl abzusaugen. Auf größere Umweltschäden gab es zunächst keine Hinweise.

Taucher hatten im Wolfgangsee rund 30 Kilometer östlich von Salzburg am Samstag Stahlfässer und Altreifen geborgen, die bei einem alten Steg als Halterung und Schwimmkörper gedient hatten. 20 stark verrostete und mit Wasser gefüllte 200-Liter-Fässer hatten sie bereits gehoben, als plötzlich unerwartetet aus einem weiteren Fass Öl austrat. Nach Angaben der Feuerwehr mussten Öl und Bindemittel auf etwa 30 Quadratmetern abgesaugt werden.

13.30 Uhr: Verdächtige nach Seilbahnunglück in Italien aus Untersuchungshaft entlassen

Nach dem Seilbahnunglück in Italien hat eine Richterin drei zunächst festgenommene Mitarbeiter des Seilbahnbetreibers aus der Untersuchungshaft entlassen. Der Servicemanager der Seilbahngesellschaft wurde stattdessen unter Hausarrest gestellt, der technische Leiter und der Unternehmenschef auf freien Fuß gesetzt. Richterin Donatella Banci Bonamici sehe einen "totalen Mangel an Beweisen" gegen letztere zwei, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Sonntag. 

Der Servicemanager habe versucht, seine Vorgesetzten verantwortlich zu machen, nachdem er selbst "mit totaler Missachtung für Menschenleben, mit verblüffender Sorglosigkeit" gehandelt habe, zitierte das Blatt aus der Entscheidung der Richterin. Staatsanwältin Olimpia Bossi betonte, die Ermittlungen gegen alle drei Verdächtigen liefen weiter. 

Bei dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore waren am Pfingstsonntag 14 Menschen ums Leben gekommen. Eine Seilbahn-Kabine war kurz vor Erreichen der Gipfelstation am Berg Mottarone abgestürzt, nachdem ein Seilbahn-Kabel gerissen war. Nur ein Insasse, ein fünfjähriger Junge, überlebte schwer verletzt. Seine Eltern, sein kleiner Bruder und seine Urgroßeltern starben bei dem Unglück.

Den Ermittlungen zufolge war das Sicherheitsbremssystem der Seilbahn offenbar absichtlich abgeschaltet worden, um nach der Corona-bedingten monatelangen Schließung einen Betriebsausfall wegen technischer Probleme zu vermeiden.

12.57: Flugabsturz in den USA - Medien: Tarzan-Darsteller Lara an Bord

Bei einem Flugzeugunglück in den USA sind vermutlich alle sieben Insassen ums Leben gekommen. Unter ihnen sollen auch der als Tarzan-Darsteller bekannte Schauspieler William Joseph Lara und seine Ehefrau, die Sachbuchautorin Gwen Shamlin Lara, gewesen sein. Das berichteten der Sender CNN und andere US-Medien unter Berufung auf örtliche Behörden.

Ein Sprecher der Rettungsmannschaften sagte am Samstagabend (Ortszeit), man gehe nicht mehr von Überlebenden aus. Die Cessna C501 sei am Samstagmittag kurz nach dem Start in Smyrna im Bundesstaat Tennessee in den Percy Priest Lake gestürzt, so eine Sprecherin der US-Luftfahrtbehörde FAA laut CNN.

Smyrna liegt rund 20 Kilometer südlich von Nashville, der Hauptstadt Tennessees. Die Maschine hatte als Ziel den internationalen Flughafen von Palm Beach in Florida. Die Absturzursache war zunächst unklar. Der zum Unglückszeitpunkt 58 Jahre alte Lara spielte den Tarzan in dem Fernsehfilm "Tarzan in Manhattan" und der Serie "Tarzan: Epic Adventures".

9.33 Uhr: US-Schauspieler Steven Seagal tritt Partei Gerechtes Russland bei

Der in Russland eingebürgerte US-Schauspieler Steven Seagal, 69, ist der Partei Gerechtes Russland beigetreten. Das berichtete die Moskauer Zeitung "RBK" unter Berufung auf Seagals Sprecherin. Gerechtes Russland ist in der Staatsduma vertreten, gehört aber wie die ebenfalls vertretenen Kommunisten und die Ultranationalisten von der so bezeichneten Liberaldemokratischen Partei zu den regimetreuen Parteien.

Der Action-Darsteller Seagal ("Nico", "Hard to Kill") war laut Sprecherin zuvor Mitglied der Partei Für die Wahrheit des regierungsnahen Schriftstellers Sachar Prilepin gewesen. Diese fusionierte kürzlich mit Gerechtes Russland und einer weiteren politischen Kraft.

Kremlchef Wladimir Putin hatte Seagal, der auch Kampfsportler ist, 2016 die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Der Schauspieler besitzt aber weiterhin auch die amerikanische Staatsbürgerschaft.

9 Uhr: Franzose soll im Iran wegen "Spionage" vor Gericht gestellt werden

Ein seit Mai 2020 im Iran inhaftierter Franzose soll wegen "Spionage" und "Propaganda" vor Gericht gestellt werden. Benjamin Brière werde vorgeworfen, in einem iranischen Naturpark per Drohne "Fotos von verbotenen Gebieten" gemacht zu haben, teilte sein Anwalt Saïd Dehghan der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag mit. Zudem soll er in Onlinenetzwerken die Frage gestellt haben, weshalb das Tragen eines Kopftuchs im Iran "Pflicht" sei, während es in anderen muslimischen Ländern "optional" sei.

Die Staatsanwaltschaft bereitet dem Anwalt zufolge derzeit die Anklageschrift vor. Auf Spionage steht im Iran die Todesstrafe, für "Propaganda gegen das System" wird bis zu ein Jahr Haft verhängt.

Der 1985 geborene Brière war seiner Schwester Blandine Brière zufolge seit 2018 als Tourist mit einem umgebauten Camper-Van unterwegs, als er im vergangenen Jahr im Iran festgenommen wurde. Derzeit wird er in Maschhad im Nordosten der Islamischen Republik festgehalten. 

8.30 Uhr: Chinesischer Transporter an Modul der neuen Weltraumstation angedockt

Der chinesische Raumtransporter mit Ausrüstung für die künftige Raumstation "Tiangong" hat am Sonntag erfolgreich am Kernmodul der Station angedockt. Der unbemannte Transporter vom Typ Tianzhou-2 hat Treibstoff, Lebensmittel und anderes Material für die Raumstation an Bord, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Raumfahrtbehörde CMSA berichtete. 

Der Transporter war am Samstag mittels einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch-7 mit zehntägiger Verspätung gestartet. Die Mission war aus technischen Gründen verschoben worden. Sie soll die für Juni geplante Ankunft von drei Taikonauten auf der Raumstation "Tiangong" ("Himmlischer Palast") vorbereiten.

8.27 Uhr: Parlamentswahlen auf Zypern begonnen

Im Süden der geteilten Mittelmeerinsel Zypern haben am Sonntag die Parlamentswahlen begonnen. Die Wahllokale öffneten um 7 Uhr Ortszeit (6 Uhr MESZ) und sollen um 18 Uhr Ortszeit (17 MESZ) schließen. Dies teilte der Wahlleiter Kostas Konstantinou im Staatsrundfunk mit. "Die Wahl verläuft normal", sagte er. 

Wahlberechtigt sind mehr als 550.000 Landesbewohner. Es treten 15 Parteien an. Unmittelbar nach der Schließung der Wahllokale wird es Prognosen geben. Mit aussagekräftigen Hochrechungen auf Grund von ausgezählten Stimmen wird nach 19 Uhr MESZ gerechnet, berichteten zyprische Medien. 

Am Urnengang nehmen fast ausschließlich die griechisch-zyprischen Wählerinnen und Wähler teil. Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt - in einen griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen kleineren türkisch-zyprischen Teil im Norden. Die türkischen Zyprer nehmen am Urnengang nicht teil. So werden bei der Wahl nur 56 griechisch-zyprische Abgeordnete ins Parlament mit 80 Sitzen gewählt. 24 Sitze, die für die türkischen Zyprer bestimmt sind, bleiben unbesetzt. Die ganze Insel ist seit 2004 Mitglied der EU. Das Regelwerk und Recht der EU gilt jedoch – solange eine Lösung ausbleibt- nur im Süden. Zahlreiche Bemühungen der Vereinten Nationen die Teilung zu überwinden sind bislang gescheitert.

Alle Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der konservativen Partei Demokratische Gesamtbewegung (DISY) und der linken Aufbaupartei des Werktätigen Volkes (AKEL) hin. Die DISY-Partei unterstützt den amtierenden konservativen Präsidenten Nikos Anastasiades, der im politischen System Zyperns die Regierung stellt und direkt gewählt wird. Die Wahlen gelten als Politbarometer für die Präsidialwahl im Jahr 2023.

Die Meldungen von Samstag, 29. Mai 2021:

21.51 Uhr:  Proteste in Warschau und Vilnius gegen belarussischen Staatschef Lukaschenko

Die Eltern des nach der erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs in Belarus festgenommenen Regierungskritikers Roman Protassewitsch haben bei einer Demonstration in Warschau die EU und die USA zur Hilfe aufgerufen. Sie appelliere an alle EU-Länder sowie die USA, "uns bei der Befreiung Romans" und von dessen Partnerin Sofia Sapega zu helfen, sagte Protassewitschs Mutter Natalia am Samstag bei der Kundgebung.

"Wir wollen in einem freien Land leben, in einem Land, in dem jeder das Recht hat, seine Überzeugungen auszudrücken", fügte Protassewitschs Vater Dmitri hinzu. An der Solidaritätskundgebung für die belarussische Opposition in der polnischen Hauptstadt nahmen hunderte Menschen teil. Die Menge rief "Lang lebe Belarus!" und hielt Fahnen mit den rot-weißen Farben der belarussischen Opposition hoch. Auf Spruchbändern wurde Belarus unter anderem als "Nordkorea in der Mitte Europas" bezeichnet.

Auch in Vilnius demonstrierten am Samstag mehrere hundert Menschen gegen den belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko. Angeführt wurde der Protest in der litauischen Hauptstadt von der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja, die im Exil in Litauen lebt. Die Demonstranten marschierten zur belarussischen Botschaft.

12.13 Uhr: USA verhängen ebenfalls Sanktionen gegen Belarus

Nach der EU haben nun auch die USA wegen der erzwungenen Landung einer Passagiermaschine in Minsk Sanktionen gegen Belarus beschlossen. In der kommenden Wochen träten Strafmaßnahmen gegen neun staatliche belarussische Firmen wieder in Kraft, sagte die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki. Zudem bereiteten die Vereinigten Staaten in Absprache mit der EU und weiteren Partnern gezielte Sanktionen gegen "Schlüsselfiguren des Regimes" von Machthaber Alexander Lukaschenko vor.

Das US-Außenministerium sprach zudem eine Reisewarnung für Belarus aus. Die Luftfahrtbehörde FAA mahnte Fluggesellschaften, bei Flügen über Belarus "extreme Vorsicht" walten zu lassen. Die EU hatte sich bereits am Montag - nur einen Tag nach der Zwangslandung - auf neue Sanktionen geeinigt. Zudem stellte die EU-Kommission Belarus ein drei Milliarden Euro starkes Unterstützungspaket in Aussicht. Es soll aber erst aktiviert werden, wenn die ehemalige Sowjetrepublik "einen demokratischen Übergang eingeleitet hat".

Unter dem Druck der neuen Sanktionen traf sich Lukaschenko, dessen Land am wirtschaftlichen Tropf Russlands hängt, am Freitagabend mit Kremlchef Wladimir Putin. Bei dem fünfstündigen Treffen in Sotschi am Schwarzen Meer beklagte sich der oft als "letzter Diktator Europas" kritisierte Politiker über den wachsenden Druck des Westens. So werde die staatliche Fluglinie Belavia durch EU-Maßnahmen bestraft, obwohl sie nichts mit der Zwangslandung zu tun habe. Putin versicherte mehrfach Unterstützung in der Konfrontation mit dem Westen.

10.38 Uhr: "Friends"-Fans in China empört über Zensur der Spezialfolge

Empörung bei den Fans der US-Kultserie "Friends" in China: Vor der Ausstrahlung der mit Spannung erwarteten Spezialfolge zum Wiedersehen der Hauptdarsteller haben staatliche Zensoren die Auftritte von Stars wie Lady Gaga, Justin Bieber und der koreanischen Boyband BTS herausgeschnitten, die bei der Führung der Kommunistischen Partei in Ungnade gefallen sind. 

"Ich habe seit Wochen auf die Friends-Wiedervereinigung gewartet, nur um festzustellen, dass die in China gezeigte Version völlig verstümmelt ist", schimpfte ein Nutzer in den Online-Netzwerken. "Warum können uns die Zensoren nicht einfach eine Sitcom genießen lassen?", fragte ein anderer Nutzer.

Lady Gaga waren 2016 Tourneen durch China verboten worden, nachdem sie sich mit dem im Exil lebenden Dalai Lama getroffen hatte. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter ist für die Führung in Peking ein rotes Tuch. Justin Bieber hat bereits seit 2014 Auftrittsverbot: Damals veröffentlichte er ein Foto von sich am umstrittenen Yasukuni-Schrein in Tokio - mit ihm gedenkt Japan der Kriegsopfer, darunter auch verurteilte Kriegsverbrecher aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die koreanische Boyband BTS hatte die Chinas Kommunistische Partei im vergangenen Jahr verärgert, als sie über die "Geschichte des Leids" in der Region sprach, mit keinem Wort aber die chinesischen Soldaten erwähnte, die im Koreakrieg starben.

Die chinesischen Fans der US-Serie kritisierten zudem, dass aus der Spezialfolge "Friends: The Reunion" alle Bezüge zu lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen gelöscht wurden. Die in China gesendete Version war mehrere Minuten kürzer als die 104 Minuten lange Original-Version, die HBO Max am Donnerstag im Rest der Welt ausgestrahlt hatte. Die drei chinesischen Video-Plattformen iQiyi, Youku und Tencent Video reagierten nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zu der Zensur.

10.16 Uhr: Putschistenführer in Mali übernimmt Präsidentenamt

In Mali hat sich Putschistenführer Assimi Goïta zum neuen Übergangspräsidenten ausrufen lassen. Das Verfassungsgericht des westafrikanischen Krisenstaats übertrug dem Oberst am Freitagabend (Ortszeit) in der Hauptstadt Bamako die Amtsgeschäfte. Goïta hatte im vergangenen August einen Militärputsch geführt, der den gewählten Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta zum Sturz brachte. Anfang der Woche zwang das Militär auch den bisherigen Interimspräsidenten Bah N'Daw und Premierminister Moctar Ouane zum Rücktritt.

In einem Erlass des Verfassungsgerichts heißt es nun, Goïta solle den "Übergangsprozess bis zum Ende führen". Zuletzt war er schon Vizepräsident. Bah N'Daw und Ouane hätten eigentlich die Rückkehr zur Zivilherrschaft in Mali sicherstellen und Wahlen vorbereiten sollen. Zwischenzeitlich wurden sie verhaftet. Mittlerweile sind sie wieder auf freiem Fuß. Die internationale Gemeinschaft - einschließlich der UN, Deutschlands und Frankreichs - hatte die Inhaftierung verurteilt. Die Bundeswehr ist in Mali mit mehreren Hundert Soldaten im Einsatz.

9.07 Uhr: Gefälschte Impfpässe in Deutschland – und erste Verfahren laufen 

Die ersten gefälschten Impfpässe sind in Deutschland aufgetaucht, mit nach Expertenansicht vermutlich zunehmender Tendenz. Zwar gibt es laut Bundeskriminalamt (BKA) noch keine bundesweiten Fallzahlen dazu - allein in Bayern ist aber "eine niedrige zweistellige Zahl von Verfahren, beziehungsweise Anzeigen bekannt", wie das Landeskriminalamt (LKA) in München auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

"Im Vergleich zu sonstigen kriminellen Angeboten an Personal- und Ausweisdokumenten handelt es sich bei der Fälschung von Impfbescheinigungen noch um ein zahlenmäßig kleines Phänomen", sagte ein BKA-Sprecher. "Eine Steigerung der Nachfrage und somit auch des Angebots von gefälschten Impfbescheinigungen ist jedoch aufgrund der gesetzlichen Lockerungen für Geimpfte wahrscheinlich."

9 Uhr: Kaliforniens Gouverneur ordnet unabhängige Untersuchung zu Todeskandidaten an

Kaliforniens Gouverneur hat eine unabhängige Untersuchung im Fall eines zum Tode verurteilten Afroamerikaners angeordnet, der seit Jahrzehnten seine Unschuld beteuert. Gouverneur Gavin Newsom erklärte, es seien "Fragen zu den Beweisen aufgetaucht", die im Prozess gegen Kevin Cooper vorgelegt worden seien. Eine Anwaltskanzlei solle zusammen mit dem kalifornischen Ausschuss für Haftentlassen den Fall untersuchen.

Cooper war wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt worden. Seine Hinrichtung war 2004 wenige Stunden vor Vollstreckung ausgesetzt worden. Zuvor hatten prominente Todesstrafengegner in den USA wie der Bürgerrechtler Jesse Jackson, Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und der Europarat vergeblich an den damaligen Gouverneur Arnold Schwarzenegger appelliert, Cooper zu begnadigen. Nachfolgende Gouverneure ordneten neue DNA-Tests mithilfe modernerer Technologien an.

5.45 Uhr: Erneut Tote bei regierungskritischen Protesten in Kolumbien

Im seit Wochen von massiven Protesten gegen die Regierung erschütterten Kolumbien spitzt sich die Lage immer weiter zu. In der drittgrößten Stadt des Landes Cali wurden am Freitag erneut drei Menschen bei Zusammenstößen getötet, wie der Bürgermeister der Stadt, Jorge Iván Ospina, bekanntgab. Nach einer Sitzung mit Sicherheitsvertretern kündigte Präsident Iván Duque die Entsendung von Soldaten nach Cali an. Das Auswärtige Amt gab eine bedingte Reisewarnung aus. 

Seit Beginn der Proteste vor einem Monat wurden nach Behördenangaben 49 Menschen getötet, darunter zwei Polizisten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch spricht von mehr als 60 Toten. Menschenrechtler werfen den kolumbianischen Sicherheitskräften unverhältnismäßige Gewalt gegen die Demonstranten vor. Mehr als 120 Menschen werden seit Beginn der Proteste vermisst, hinzu kommen etwa 2000 Verletzte.

Die drei Todesfälle in Cali hätten sich bei Zusammenstößen zwischen "Blockierern" sowie Menschen ereignet, die diese Blockaden hätten durchbrechen wollen, sagte Ospina. Er sprach von einer "Situation des Todes und des Schmerzes". "Wir dürfen nicht der Versuchung der Gewalt und des Todes anheimfallen", appellierte er. 

News vom Wochenende: "Totalen Mangel an Beweisen": Verdächtige nach Seilbahnunglück in Italien aus Untersuchungshaft entlassen

5 Uhr: Eishockey-Team bei WM vor schwieriger Prüfung gegen Finnland

Noch ohne NHL-Stürmer Dominik Kahun will die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die nächste schwierige Prüfung bei der Weltmeisterschaft in Riga bestehen. Im fünften Vorrundenspiel trifft die Auswahl am Samstag (19.15 Uhr/Sport1) auf Finnland, die Heimat von Bundestrainer Toni Söderholm.

ivi DPA AFP

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