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News des Tages Angehörige von Corona-Toten in Bergamo stellen Strafanzeigen

Vor einem mit Statuen geschmückten Gebäude sammeln sich Reporter mit Mikrofonen um eine Frau mit weißer Gesichtsmaske
Angehörige der am Coronavirus gestorbenen Menschen stehen vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft Bergamo
© Claudio Furlan/LaPresse via Zuma Press / DPA
Corona-Lockerungen: Bayern kritisiert Thüringen scharf +++ USA informieren Bundesregierung über möglichen Truppenabzug +++ Berliner Polizist soll Interna an AfD gegeben haben +++ Mehr als 200.000 Coronavirus-Infektionen in Peru +++ Die News des Tages im stern-Ticker.

Alle Entwicklungen in den Vereinigten Staaten finden Sie in unserem Ticker zu den Unruhen in den USA

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick: 

  • Italien: Angehörige von Corona-Toten stellen Anzeigen (17.33 Uhr)
  • Corona-Lockerungen: Bayern kritisiert Thüringen scharf (15.36 Uhr)
  • USA informieren Bundesregierung über möglichen Truppenabzug (14.44 Uhr)
  • Polizei-Interna an die AfD verraten? Polizist bleibt im Dienst (13.58 Uhr)
  • Reisewarnung für mehr als 160 Länder bis Ende August verlängert (10.50 Uhr)

Die News von heute im stern-Ticker:

+++ 18.27 Uhr: Karlsruhe lehnt Eilantrag gegen Schul- und Kita-Schließungen ab +++

Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag einer Familie aus Bayern gegen die Schul- und Kita-Schließungen in der Corona-Krise abgewiesen. Die Kläger wiesen zwar nachvollziehbar auf die erheblichen Belastungen ihres Familien- und Berufslebens hin, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichen Entscheidung. Angesichts der Gefahren für Leib und Leben müssten die Interessen der betroffenen Eltern und Kinder aber zurücktreten. (Az. 1 BvR 1230/20)

Geklagt hatten die Eltern mit ihren vier Töchtern, von denen drei zur Schule gehen und die jüngste noch in die Kita. Die Eltern arbeiten beide in Vollzeit und teilen sich den Haushalt und die Kinderbetreuung. Sie hatten geltend gemacht, dass sie die Beschränkungen inzwischen für nicht mehr verhältnismäßig halten. Die Mädchen würden dadurch in ihrem grundgesetzlich geschützten Recht auf Bildung und persönliche Entwicklung verletzt. Dabei stehe nicht gesichert fest, ob ein regulärer Schul- und Kita-Betrieb die Infiziertenzahlen tatsächlich wieder ansteigen lassen würde.

+++ 17.47 Uhr: Putin und Erdogan telefonieren wegen Libyen und Syrien +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit Kremlchef Wladimir Putin über die Situation in Libyen gesprochen. Beide hätten sich tief besorgt darüber gezeigt, dass die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland andauerten und zu weiteren Opfern und Zerstörungen führten, teilte der Kreml am Mittwoch in Moskau mit. Putin forderte demnach erneut einen sofortigen Waffenstillstand und einen Dialog der Konfliktparteien, um den Krieg zu beenden. Bei dem Telefonat sei es zudem um den Kampf gegen das Coronavirus gegangen, teilte das türkische Kommunikationsministerium mit.

Am Montag hatte Erdogan bereits mit US-Präsident Donald Trump am Telefon über die Situation in Libyen gesprochen. Einen Tag später tauschte sich Putin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Lage in dem Land aus. 

+++ 17.33 Uhr: Bergamo: Angehörige von Corona-Toten stellen Strafanzeige +++

Hinterbliebene von Coronavirus-Opfern in Italien haben in der besonders stark betroffenen Provinz Bergamo bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Sie werfen den Behörden vor, wegen Fahrlässigkeit und Inkompetenz für zahlreiche Todesfälle durch das Virus verantwortlich zu sein.

Wir sind alle aus der Gegend um Bergamo und haben ähnliche Geschichten, Geschichten von Familientragödien. Wir suchen klare und ernsthafte Antworten der Staatsanwälte", sagte Cristina Longhini von der Gruppe "Noi Denunceremo" (Wir werden anklagen) am Mittwoch der dpa. Diese besteht aus Angehörigen von Menschen, die an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben sind und nun auf Gerechtigkeit hoffen. Longhini verlor in Bergamo ihren 65 Jahre alten Vater. In vielen der 50 eingereichten Anzeigen wird den Behörden etwa vorgeworfen, die als Corona-Hotspots bekannten Orte Alzano und Nembro nicht rechtzeitig isoliert zu haben.

+++ 17.31 Uhr: Publizist Tichy unterliegt Roth vor Gericht +++

Der Publizist Roland Tichy ist auch in zweiter Instanz mit seiner Klage gegen Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) vor Gericht gescheitert. Roth hatte Tichy im Oktober 2019 in einem Interview der "Augsburger Allgemeinen" neurechten Plattformen zugeordnet, "deren Geschäftsmodell auf Hetze und Falschbehauptungen beruht". Tichy hatte dagegen auf Unterlassung geklagt. Der Antrag war im Februar vom Landgericht Stuttgart zurückgewiesen worden. Diese Entscheidung bestätigte nun das Oberlandesgericht (OLG) nach eigenen Angaben vom Mittwoch.

Die Äußerung sei nach ihrem Aussagegehalt und dem Kontext, in dem sie gefallen sei, nicht als Tatsachenbehauptung einzustufen, sondern als Meinungsäußerung, entschied der 4. Zivilsenat des OLG. Aus dem Gesamtzusammenhang ergebe sich für einen unvoreingenommenen Durchschnittsleser, dass die Äußerung Roths insgesamt eine Meinungsäußerung darstelle, die von den Elementen der Stellungnahme, des Dafürhaltens und des Meinens der Beklagten geprägt sei.

+++ 17.15 Uhr: Vor Libyen: Schützt türkische Marine Embargo-Brecher? +++

Bei dem EU-Einsatz zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen ist es laut griechischen Medienberichten zu einer Konfrontation mit der Türkei gekommen. Wie das staatliche griechische Fernsehen (ERT) unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Athen berichtete, verhinderten drei türkische Kriegsschiffe am Mittwoch im Mittelmeer die Kontrolle eines unter der Flagge Tansanias fahrenden Frachters.

Die Türken machten demnach griechischen Einsatzkräften per Funk deutlich, dass das in Richtung Libyen fahrende Schiff unter ihrem Schutz stehe. In der Folge soll der Kommandeur der EU-Operation Irini seinen Befehl zur Kontrolle des Frachters zurückgenommen haben. Was das Schiff geladen hatte, blieb zunächst unklar. Eine offizielle Bestätigung für die Ereignisse gab es zunächst nicht.

+++ 17.14 Uhr: Verdächtiger im Fall Maddie in anderen Gefängnistrakt verlegt +++

Der derzeit in Kiel inhaftierte deutsche Verdächtige im Fall Maddie ist aus Sicherheitsgründen in einen anderen Gefängnistrakt verlegt worden. Das teilte Schleswig-Holsteins Justizminister Claus Christian Claussen (CDU) am Mittwoch in Kiel im Innen- und Rechtsausschuss des Landtags mit. Der Mann sitzt demnach in einer Einzelzelle. Er dürfe auch nur einzeln und in Begleitung von Wachpersonal aus der Zelle. So wolle man verhindern, dass möglicherweise Mitgefangene den Häftling attackieren.

Der 43-Jährige ist erst seit kurzem der Haupttatverdächtige in dem Fall des 2007 in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Maddie McCann. Er sitzt zurzeit in Kiel im Gefängnis eine bereits 2011 vom Amtsgericht Niebüll verhängte Strafe von 21 Monaten wegen Drogenhandels ab.

+++ 17.13 Uhr: Litauen beendet Corona-Quarantäne +++

Litauen wird die Corona-Quarantäne nach dem 16. Juni nicht mehr verlängern. Stattdessen soll nur noch der Ende Februar ausgerufene landesweite Notstand gelten. Dies beschloss die Regierung des baltischen EU-Landes am Mittwoch in Vilnius. Nach offiziellen Angaben geht die Zahl der Neuinfektionen seit Ende April zurück.

Mitte Juni entfällt auch die bisherige Pflicht zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes in der Öffentlichkeit. Das Tragen von Gesichtsmasken wird jedoch weiter empfohlen. Litauen mit seinen knapp drei Million Einwohnern verzeichnete bislang 1733 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus und 74 Todesfälle.

+++ 17.02 Uhr: USA eröffnen wieder Konsulat in Grönland +++

Nach fast 70 Jahren haben die USA in Grönland wieder ein Konsulat eröffnet. Der Schritt spiegele das Engagement der USA wider, "unsere Zusammenarbeit mit den Menschen in Grönland und dem gesamten Königreich Dänemark zu vertiefen", teilte US-Außenminister Mike Pompeo mit. Die USA hatten ihr Konsulat in der Hauptstadt Nuuk 1953 geschlossen.

Grönland ist weitgehend selbstständig, gehört aber zum dänischen Königreich. Aus Kopenhagen wird die Insel auch finanziell stark unterstützt. US-Präsident Donald Trump hatte vergangenes Jahr Interesse daran gezeigt, Grönland zu kaufen - aber eine Abfuhr bekommen.

+++ 16.57 Uhr: Ukraine: Präsident bekommt Strafe für Café-Besuch ohne Maske +++

Wegen eines Café-Besuchs mitten in der Corona-Krise hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Ärger mit der Polizei. Wegen Verstoßes gegen die Vorsichtsregeln drohen dem 42-Jährigen mehr als 1100 Euro Geldstrafe, wie die Behörden am Mittwoch in Kiew mitteilten. Auf einem Foto von Mitte vergangener Woche ist zu sehen, wie Selenskyj und sein Stab in dem Café in der Stadt Chmelnyzkyj ohne Mundschutz eng beieinander saßen. Damals durften Cafés aber nur auf Außenterrassen öffnen und nicht mehr als vier Personen an einem Tisch sitzen.

"Geiler Kaffee in Chmelnyzkyj! Aromatisch und lecker", meinte Selenskyj damals. Der Präsident hat bereits angekündigt, die Strafe zu zahlen. Er und sein Team seien von dem Besitzer eingeladen worden.

+++ 16.37 Uhr: Ukrainischem Ex-Präsidenten drohen zehn Jahre Haft +++

Der ehemalige Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, steht im Visier der Staatsanwaltschaft, weil er einem Vertrauten einen hohen Posten verschafft haben soll. Der Unternehmer soll 2018 den Chef des militärischen Auslandsgeheimdienstes angeordnet haben, den Bekannten zum Stellvertreter zu ernennen, wie die staatlichen Ermittler am Mittwoch mitteilten. Die vorgeschriebene Prozedur zur Besetzung der Stelle sei umgangen worden. Bei einer Verurteilung drohen dem 54-Jährigen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Poroschenko bezeichnete den Vorgang als Verfolgung des Oppositionsführers". Seit Ende August 2019 führt der schwerreiche Unternehmer im Parlament die Partei Europäische Solidarität an. "Das, was gerade geschieht, hat nichts mit Rechtshoheit, Demokratie oder Verbrechensermittlung zu tun", sagte er vor Anhängern in Kiew. Poroschenko warf Präsident Wolodymyr Selenskyj vor, persönlich die Anweisung zu den Ermittlungen gegen ihn gegeben zu haben.

+++ 16.33 Uhr: Lehrer-Gewerkschaft wehrt sich gegen Schulbetrieb ohne Abstand +++

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW) hat die geplante Rückkehr zum Schulbetrieb ohne Abstandsregeln kritisiert. Die Bildungsgewerkschaft forderte am Dienstag in Frankfurt am Main einen "runden Tisch, an dem Politik, Gewerkschaften, Eltern- und Schülervertretungen sowie Mediziner zusammenkommen und über Lösungswege entscheiden". Dabei müssten die Interessen aller an Schule Beteiligten berücksichtigt werden.

+++ 16.19 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen in Göttingen sinkt +++

Die Lage in Göttingen hat sich nach dem jüngsten Corona-Ausbruch weiter leicht entspannt. Der statistische Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Stadt und Kreis Göttingen innerhalb von sieben Tagen sei auf 31,43 gesunken, sagte ein Stadtsprecher am Mittwoch. Am Montag und Dienstag waren es noch 42,72 beziehungsweise 35,4. Ab einem Wert von 50 könnte es weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Stadt oder Kreis geben.

Die Stadt hatte daraufhin alle Schulen und einige Kindertagesstätten geschlossen sowie den Vereinen jeden Mannschaftssport untersagt. Angesichts der Entwicklung sei es nun das Ziel, die Schulen ab Montag wieder zu öffnen, sagte der Sprecher. In Stadt und Landkreis waren am Mittwoch 204 Menschen am Coronavirus erkrankt.

+++ 16.17 Uhr: Verdächtiger im Fall Maddie in Einzelzelle verlegt +++

Der derzeit in Kiel inhaftierte deutsche Verdächtige im Fall Maddie ist aus Sicherheitsgründen in einen anderen Gefängnistrakt in eine Einzelzelle verlegt worden. Das teilte Schleswig-Holsteins Justizminister Claus Christian Claussen (CDU) am Mittwoch in Kiel im Innen- und Rechtsausschuss des Landtags mit. Der Mann dürfe auch nur einzeln und in Begleitung von Wachpersonal aus der Zelle. So wolle man verhindern, dass möglicherweise Mitgefangene den Häftling attackieren. Der 43-Jährige ist erst seit kurzem der Haupttatverdächtige in dem Fall des 2007 in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Maddie McCann. Er sitzt zurzeit in Kiel im Gefängnis eine bereits 2011 vom Amtsgericht Niebüll verhängte Strafe von 21 Monaten wegen Drogenhandels ab. 

+++ 16.08 Uhr: Frankreich rechnet mit Verlust von 800.000 Arbeitsplätzen +++   

Die französische Regierung rechnet wegen der Corona-Pandemie mit dem Verlust von 800.000 Arbeitsplätzen in den kommenden Monaten. Das gab Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Mittwoch in Paris bekannt. Das entspricht nach seinen Angaben 2,8 Prozent aller Arbeitsplätze.      

Um der Krise zu begegnen, billigte das französische Kabinett ein umfassendes Corona-Krisenbudget. Der überarbeitete Haushaltsentwurf sieht Hilfen in Höhe von insgesamt 45 Milliarden Euro vor. Allein 18 Milliarden Euro sind für die Tourismusbranche vorgesehen. Weitere 15 Milliarden Euro sollen dem Luftfahrtsektor und acht Milliarden Euro den Autoherstellern zugute kommen.

+++ 15.38 Uhr: Größtes Containerschiff der Welt hat Hamburger Hafen verlassen +++

Das weltgrößte Containerschiff, die "HMM Algeciras", hat nach einem dreitägigen Aufenthalt den Hamburger Hafen wieder verlassen. Wie schon bei der Ankunft verfolgten zahlreiche Menschen entlang der Elbe die Abfahrt des Megafrachters. Er hatte seit Sonntag rund 8500 Container oder 13.600 TEU geladen und gelöscht. Unter anderem wurden Konsumgüter, Nahrungs- und Genussmittel, Textilien, Elektroartikel, Maschinen und Anlagenteile, medizinische Geräte, chemische Grundprodukte und Rohstoffe geliefert und verschickt. Der nächste Hafen ist Antwerpen.

+++ 15.36 Uhr: Bayern kritisiert Thüringens Corona-Kurs als "unverantwortlich" +++

Bayerns Staatsregierung hat die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen zur Corona-Bekämpfung im Nachbarland Thüringen massiv kritisiert. "Es ist unverantwortlich, dass Thüringens Regierung an ihrem umstrittenen Kurs beim Umgang mit der Corona-Pandemie festhält", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München. Obwohl die Infektionszahlen in ganz Deutschland zurückgingen, "sind wir noch nicht über dem Berg". Sie verwies in dem Kontext insbesondere an die aus bayerischer Sicht "leicht erhöhten Infektionszahlen genau an der Grenze zu Thüringen und auch in Thüringen selbst, etwa im Landkreis Sonneberg". "Ganz wichtig ist nun, dass die erforderlichen Abstandsregelungen und Hygienekonzepte sowie die Maskenpflicht eingehalten werden", betonte sie. Umsicht und Vorsicht müssten weiter das Handeln bestimmen. Die erzielten Erfolge dürften nicht verspielt werden. 

+++ 15.34 Uhr: UN-Experten kritisieren USA und Trump wegen Attacken gegen Reporter +++

Zahlreiche Beschwerden von Reportern über Behinderungen und Angriffe durch Sicherheitskräfte bei der Berichterstattung über die Proteste in den USA haben Menschenrechtler auf den Plan gerufen. Die Berichterstatter zum Thema Presse- und Meinungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) kritisierten US-Präsident Donald Trump am Mittwoch namentlich.  

+++ 15.28 Uhr: Vermisster autistischer Junge nach zwei Tagen auf australischem Berg entdeckt +++

Die aufwändige Suchaktion nach einem verirrten autistischen Jungen in Australien hat zu einem glücklichen Ende geführt: Der 14-jährige Will Callaghan war vor zwei Tagen bei einem Familienausflug auf dem Mount Disappointment nahe Melbourne verschwunden. Am Mittwoch fand ein freiwilliger Helfer ihn bei der Suche in waldigem Gebiet. "Ich bin wirklich überwältigt", sagte die Mutter des 14-Jährigen nach dessen Rückkehr. Dem Jungen gehe es den Umständen entsprechend gut.    

Hunderte Freiwillige hatten seit Montag rund um den Berg, der übersetzt "Enttäuschung" heißt, nach dem Teenager gesucht und dabei keine Mühen gescheut. Sie waren gebeten worden, Speck und Zwiebeln zu grillen, in der Hoffnung, dass die Gerüche seiner Lieblingsspeisen den Jungen anlocken würden. Die Polizei stellte zudem Lautsprecher auf, die die Titelmelodie von Wills Lieblingsserie "Thomas, die kleine Lokomotive" spielten.

+++ 15.22 Uhr: Palme-Experte spricht von "großer Enttäuschung" +++

Im Mordfall Olof Palme hat sich ein Experte ernüchtert über die jetzt eingestellten Ermittlungen geäußert. "Meine unmittelbare Reaktion ist eine große Enttäuschung. Oder Verwunderung", sagte der dänische Experte Thomas Ladegaard am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Staatsanwaltschaft habe vorab davon gesprochen, nun ein klares Bild vom Tatgeschehen zu haben. Es sei auch gemutmaßt worden, dass die Mordwaffe gefunden worden sei. Stattdessen habe die Behörde weder Beweise noch neue Zeugenaussagen, mögliche Motive oder Handlungsverläufe präsentiert.

Wirklich neu sei die Geschichte nicht, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter um Stig Engström handele, meinte Ladegaard. Er denke nicht, dass die schwedische Öffentlichkeit diese Geschichte akzeptieren werde. Ladegaard hatte 2016 ein Buch über den Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten am 28. Februar 1986 veröffentlicht.

+++ 15.16 Uhr: Erschossener Bär in Frankreich: Ermittler ordnen Autopsie an +++

Nach dem gewaltsamen Tod eines freilebenden Bären in Südwestfrankreich haben Ermittler eine Autopsie angeordnet. Das männliche Tier im Alter von vier bis fünf Jahren und einem Gewicht von bis zu 180 Kilo wurde nach ersten Erkenntnissen mit einer Schusswaffe getötet, wie die Staatsanwaltschaft und die Präfektur am Mittwoch in Foix im Pyrenäen-Département Ariège mitteilten. "Der Bär ist eine geschützte Art, diese Tat ist ungesetzlich", hieß es in einer Mitteilung.

+++ 15.14 Uhr: EU will Krim-Sanktionen um weiteres Jahr verlängern +++

 Die Europäische Union will die Sanktionen gegen die von Russland einverleibte Schwarzmeerhalbinsel Krim um ein weiteres Jahr verlängern. Wie Diplomaten in Brüssel berichteten, wurde dazu am Mittwoch das entsprechende schriftliche Verfahren eingeleitet.

+++ 15.02 Uhr: Studie: Corona-Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen besonders hoch +++

Menschen in Pflegeheimen sind durch die Corona-Pandemie besonders stark gefährdet: Nach Hochrechnungen von Forschern der Universität Bremen waren in Deutschland 60 Prozent aller Covid-19-Verstorbenen Menschen, die stationär in Pflegeheimen oder ambulant von Pflegediensten betreut wurden. Diese Gruppe stellte der Studie zufolge etwa 8,5 Prozent aller bundesweit mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierten Personen, wie die Universität Bremen am Mittwoch mitteilte. 

+++ 14.56 Uhr: Tschentscher wieder zu Hamburgs Erstem Bürgermeister gewählt +++

Peter Tschentscher ist erneut zu Hamburgs Erstem Bürgermeister gewählt worden. 87 Bürgerschaftsabgeordnete stimmten für den 54 Jahre alten Sozialdemokraten, 34 gegen ihn, 2 enthielten sich.

+++ 14.44 Uhr: USA informieren Bundesregierung über möglichen Truppenabzug +++

Die Bundesregierung ist aus den USA über Pläne für einen teilweisen Abzug der in Deutschland stationierten Soldaten in Kenntnis gesetzt worden. "Die Bundesregierung ist darüber informiert worden, dass es in der US-Administration Überlegungen gibt, die Präsenz der US-Streitkräfte in Deutschland zu reduzieren", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin auf die Frage, ob es aus Washington nach entsprechenden Medienberichten auch eine offizielle Bestätigung gegeben habe. Sie fügte hinzu: "Eine abschließende Entscheidung gibt es nach unserem Kenntnisstand aber nicht." Nach Medienberichten will US-Präsident Donald Trump 9500 der rund 34.500 US-Soldaten aus Deutschland abziehen.

+++ 14.42 Uhr: Hoteliers kritisieren Reisewarnung für die Türkei +++

Türkische Hoteliers haben enttäuscht auf die Verlängerung der Reisewarnung für Länder außerhalb der Europäischen Union reagiert. Die Türkei müsste "unter den ersten Ländern" sein, für die die Reisewarnung aufgehoben werde, sagte Erkan Yagci, Chef des Mittelmeer Hotelier und Touristikverbandes (Aktob), der Deutschen Presse-Agentur. Sein Land habe "Pionierarbeit" geleistet und zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus getroffen. Er hoffe, dass die Entscheidung in den kommenden Tagen noch mal überdacht werde, denn auch der deutsche Tourismussektor werde davon betroffen sein, sagte Yagci.

+++ 14.24 Uhr: Dutzende Tote bei Überfall auf Dorf in Nigeria +++

Bei einem Überfall auf ein Dorf im Nordosten des westafrikanischen Staats Nigeria haben Angreifer mindestens 69 Menschen getötet. Nach Augenzeugenberichten drangen sie mit Autos und Motorrädern in die Gemeinde Foduma Kolomaiya ein und griffen die Bewohner an. "Wir haben 69 Leichen gezählt, aber die Bilanz könnte noch höher liegen, da noch einige Bewohner vermisst werden", sagte Rabiu Isa vom Zivilschutz der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben eines anderen Augenzeugen raubten die Angreifer gut 1000 Rinder. Zudem gingen zahlreiche Wohngebäude in Flammen auf.

Wer für die Tat verantwortlich ist, war zunächst nicht eindeutig zu klären. Im Zentrum und im Norden Nigerias kommt es immer wieder zu Angriffen von Banditen, die Dörfer plündern und Menschen entführen. Im Nordosten des Landes hingegen ereignen sich oft Anschläge und Angriffe von Terrorgruppen wie Boko Haram.

+++ 14.19 Uhr: Frankreichs Präsident Macron verurteilt Rassismus +++

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat nach Protesten auch in Frankreich Rassismus als "Verrat am republikanischen Universalismus" verurteilt. "Es ist eine Krankheit, die die gesamte Gesellschaft betrifft", sagte der Staatschef nach Angaben von Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye bei einer Kabinettssitzung in Paris. Man müsse in dieser Frage unerbittlich sein und Maßnahmen verstärken.

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA gab es - wie in vielen anderen Ländern - auch in Frankreich wieder Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Macron forderte eine Modernisierung der Polizeimethoden bei Festnahmen und Demonstrationen. Man dürfe aber auch vereinfachenden Vermischungen in der Debatte nicht nachgeben, sagte er nach Angaben der Regierungssprecherin. Es handle sich um "komplexe und heikle Fragen".

+++ 13.58 Uhr: Polizist soll AfD Interna verraten haben - versetzt, aber im Dienst +++

Ein Berliner Polizist, der interne Informationen zum islamistischen Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz an Parteifreunde von der AfD verraten haben soll, ist weiter im Dienst. Über mögliche Konsequenzen werde erst nach Abschluss der Strafermittlungen entschieden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Das disziplinarrechtliche Verfahren bei der Polizei gegen den Beamten ruhe bis dahin. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Polizeihauptkommissar wegen des Verdachts auf Verrat von Dienstgeheimnissen.

Die "Berliner Morgenpost" berichtete, der Polizist sei versetzt worden, er arbeite nun im Innendienst ohne direkten Kontakt zu Bürgern. Er habe demnach seine Dienstwaffe abgeben müssen und auch keinen Zugang mehr zur Polizei-Computerdatenbank. Dazu äußerte sich der Polizeisprecher nicht.

+++ 13.51 Uhr: Britische Experten warnen vor langen Patienten-Wartelisten +++

Wegen der Corona-Krise wird sich die Zahl der Patienten mit anderen Krankheiten auf Wartelisten in Großbritannien bis Ende des Jahres mehr als verdoppeln. Das haben Berechnungen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) ergeben. Demnach warten derzeit 4,2 Millionen Menschen auf eine Diagnose oder Therapie, darunter viele Herz- und Krebspatienten. Bis Weihnachten soll die Zahl auf etwa 10 Millionen steigen.

Gesundheitsminister Matt Hancock sprach auf einer Konferenz von einem sehr ernsten Problem". Die Experten hatten verschiedene Szenarien durchgespielt und halten einen Anstieg auf zehn Millionen für am wahrscheinlichsten. Das britische Gesundheitswesen galt schon vor der Pandemie als völlig überlastet und marode. Der Ausbruch des Coronavirus hat die Lage für viele Patienten noch verschlimmert.

+++ 13.50 Uhr: Sohn von Olof Palme glaubt den Mord-Ermittlern +++

Der Sohn des vor 34 Jahren ermordeten schwedischen Regierungschefs Olof Palme hat Verständnis für die Einstellung der Ermittlungen gezeigt. Zugleich stellte sich Mårten Palme am Mittwoch im schwedischen Radio hinter die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft, die den inzwischen verstorbenen Stig Engström als mutmaßlichen Mörder benannte. "Ich glaube auch, dass Engström der Schuldige ist. Aber leider gibt es keinen richtig abschließenden Beweis, damit man mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann, dass er es gewesen ist."

Palme war am 28. Februar 1986 auf dem Heimweg aus einem Kino in Stockholm auf offener Straße erschossen worden. Seine Frau überlebte die Tat leicht verletzt. Sein Sohn Mårten und dessen damalige Verlobte waren mit den beiden im Kino. Die Staatsanwaltschaft hatte Engström am Mittwoch als mutmaßlichen Täter ausgemacht. Weil dieser jedoch bereits vor 20 Jahren starb, kann keine Anklage mehr erhoben werden. Die Ermittlungen werden deshalb eingestellt.

+++ 13.28 Uhr: Maas übt Kritik an Israels geplanter Annexion +++

Bundesaußenminister Heiko Maas hat bei einem Besuch in Israel die geplante Annexion palästinensischer Gebiete als Rechtsbruch kritisiert, aber auf eine Drohung mit Konsequenzen verzichtet. Der SPD-Politiker warb am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem neuen israelischen Außenminister Gabi Aschkenasi für eine Wiederaufnahme der vor sechs Jahren ausgesetzten direkten Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern über eine Lösung des Nahost-Konflikts.

Die vor drei Wochen vereidigte neue israelische Regierung will auf Grundlage eines Nahost-Plans von US-Präsident Donald Trump bis zu 30 Prozent des besetzten palästinensischen Westjordanlands annektieren. Die ersten Schritte könnten am 1. Juli eingeleitet werden - dem Tag, an dem Deutschland die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union und den Vorsitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nimmt.

+++ 13.14 Uhr: Maas verurteilt Irans Aufrufe zur Vernichtung Israels +++

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat Aufrufe des Irans zur Vernichtung Israels verurteilt. "Das ist in der Vergangenheit so gewesen, das ist jetzt so und das wird auch in Zukunft so bleiben. Das Existenzrecht für Israel ist für uns nicht verhandelbar", sagte Maas am Mittwoch bei einem Israel-Besuch in Jerusalem. Der Iran drohe regelmäßig auf inakzeptable Weise mit der Vernichtung Israels, er zündele in unverantwortlicher Weise in der Region. "Wir verurteilen sowohl die Aufrufe zur Vernichtung, aber auch die Anstachelung zu terroristischen Taten oder die Verherrlichung derselben aufs Allerschärfste."

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hatte Israel vor kurzem als Geschwulst in der Nahost-Region bezeichnet, die mit einem Dschihad (Heiliger Krieg) der Palästinenser entwurzelt und entfernt werden müsse. Der Iran ist der Erzfeind Israels. Deutschland bemüht sich, das Atomabkommen mit der Regierung in Teheran zu retten.

+++ 12.58 Uhr: Deutschland holt 243 kranke minderjährige Migranten aus Griechenland +++

Deutschland lässt 243 kranke minderjährige Migranten aus Griechenland einreisen. Das sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Berlin. Hinzu kämen Geschwister und Eltern sowie sechs Minderjährige, die bei einem ersten Flug mit 47 Kindern und Jugendlichen im April nicht mitreisen konnten. Etwa ein Dutzend europäischer Staaten werde andere Personengruppen übernehmen, sagte der Minister.

Die Bundesregierung will Griechenland 350 bis 500 minderjährige Migranten abnehmen. Es handelt sich dabei um Kinder aus Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln, die entweder wegen einer schweren Erkrankung dringend behandlungsbedürftig oder aber unbegleitet und jünger als 14 Jahre alt sind, die meisten davon Mädchen. Unbegleitete Minderjährige unter 14 Jahren gibt es in Griechenland allerdings kaum, wie auch Seehofer sagte. Deutschland wolle nun bevorzugt kranke Kinder aufnehmen.

+++ 12.40 Uhr: EU-Kommission fürchte Impfgegner-Kampagne in Deutschland +++

Die steigende Zahl von Impfgegnern in Deutschland alarmiert die Brüsseler EU-Kommission. Das Thema Impfung scheine das nächste Schlachtfeld von Verbreitern von Falschinformationen zu werden, sagte Vizepräsidentin Vera Jourova in Brüssel. Als Beleg zitierte sie eine Studie, wonach die Impfbereitschaft in Deutschland in weniger als zwei Monaten um fast 20 Prozentpunkte gesunken ist.

Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar gaben Ende Mai 67 Prozent der Befragten an, "sicher" oder "wahrscheinlich" ein Impfangebot gegen das Coronavirus annehmen zu wollen. Über die Befragung hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe Anfang Juni berichtet.

+++ 12.38 Uhr: Sommerwetter kehrt zurück +++

Nach einem recht kühlen und vielerorts verregneten Wochenauftakt bahnt sich der Sommer in Deutschland seinen Weg zurück. Bereits am Donnerstag gibt er mit Höchsttemperaturen von 23 Grad einen ersten Vorgeschmack, wie der Deutsche Wetterdienst DWD) mitteilt. Am Wochenende dürfte dann die 30-Grad-Marke in einigen Regionen geknackt werden. "Der Grund für diese plötzliche Erwärmung liegt daran, dass die Höhenströmung auf Süd dreht und wärmere Luft zu uns fließt", sagte eine DWD-Meteorologin in Offenbach.

Aber auch wenn die Temperaturen steigen - ein echter Bilderbuchsommer mit einem wolkenlos blauen Himmel ist so bald nicht in Sicht. Denn bis mindestens Sonntag gibt es immer wieder Schauer und Gewitter. Auch Unwetter mit Starkregen sind den Angaben zufolge nicht auszuschließen. Die Folge: Es wird drückend-schwül. Nur auf den Inseln bleibt es mit 20 Grad am Samstag vergleichsweise frisch, im übrigen Deutschland pendeln die Werte zwischen 25 und 30 Grad.

+++ 12.36 Uhr: Corona-Ausbruch in Dortmunder Klinikum +++

Im Klinikum Dortmund ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, wurden vom Gesundheitsamt acht Mitarbeiter und vier Patienten positiv getestet. Weitere Details wurden zunächst nicht mitgeteilt. Man berate derzeit in einem Krisenstab. Die "Ruhr Nachrichten" hatten zuvor über den Ausbruch berichtet. Man habe die Lage im Griff, zitierte die Zeitung eine Stadtsprecherin. Kontakte würden nachverfolgt und weitere Tests durchgeführt.

+++ 12.34 Uhr: EU lobt Twitter für Streit mit Trump +++

EU-Kommissionsvize Vera Jourova hat Warnhinweise des Kurznachrichtendienstes Twitter bei unwahren Behauptungen von US-Präsident Donald Trump gelobt. "Ich unterstütze die Reaktion von Twitter auf Tweets von Präsident Trump", sagte Jourova in am Mittwoch veröffentlichten Äußerungen. Trumps Tweets seien nicht gelöscht worden. Vielmehr habe das Online-Netzwerk die Fakten geprüft und ergänzt.

Ich unterstütze Faktenchecks, und das war der Kern dessen, was Twitter getan hat", sagte Jourova in einem Gespräch mit Journalisten. Die Meinungsvielfalt sei also nicht beschnitten, sondern ergänzt worden. "Wir wollen mehr Äußerungen und mehr Freiheit im Netz." Dabei spiele es keine Rolle, ob dies einen Präsidenten treffe oder sie selbst. "Wir Politiker sollten rechenschaftspflichtig sein", sagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission. Twitter hatte eine Kurznachricht Trumps überprüft und als teilweise falsch gekennzeichnet, in der Trump behauptet hatte, Briefwahl erhöhe das Risiko von Fälschungen.

+++ 12.23 Uhr: Deutschland verlängert Förderung von Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem +++

Deutschland wird die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem weiterhin finanziell unterstützen. Bundesaußenminister Heiko Maas und Israels Außenminister Gabi Aschkenasi unterzeichneten am Mittwoch in Jerusalem ein entsprechendes Abkommen.

Das Bundeskabinett hatte Anfang April beschlossen, das Abkommen mit der israelischen Regierung über die Förderung von Yad Vashem zu verlängern. Von 2022 bis 2031 will Deutschland weiterhin eine Million Euro pro Jahr zahlen. Das Geld wird vor allem für die Digitalisierung von Dokumenten und für die pädagogische Arbeit eingesetzt.

Die Nationalsozialisten hatten während des Zweiten Weltkrieges sechs Millionen Juden ermordet. Yad Vashem ("Denkmal und Name") in Jerusalem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Sie wurde 1953 auf Beschluss des israelischen Parlaments gegründet.

+++ 12.18 Uhr: Maas stellt Reisewarnungen "immer wieder auf den Prüfstand" +++

Außenminister Heiko Maas will die am Mittwoch verlängerte Reisewarnung für Länder außerhalb der Europäischen Union schnell an veränderte Bedingungen anpassen. "Wir werden deshalb die Reisewarnung auch vor September immer wieder auf den Prüfstand stellen, immer mit der Sicherheit der Reisenden als zentralem Kriterium", teilte Maas am Mittwoch mit. "Dort - und nur dort - wo das Gesamtpaket aus positiver Pandemieentwicklung, einem stabilen Gesundheitssystem, stimmigen Sicherheitsmaßnahmen für den Tourismus und verlässlichen Hin- und auch Rückreisemöglichkeiten das zulässt, können wir möglicherweise schon früher von einer Reisewarnung zu Reisehinweisen zurückkehren."

+++ 12.04 Uhr: SPD und Grüne in Hamburg unterzeichnen Koalitionsvertrag +++

Rund dreieinhalb Monate nach der Bürgerschaftswahl in Hamburg haben SPD und Grüne die Fortsetzung ihrer Regierungszusammenarbeit besiegelt. Den 205 Seiten starken Koalitionsvertrag unterzeichneten die Spitzen beider Seiten am Mittwochvormittag im Rathaus.

Der Vertrag war nach Verzögerungen durch die Corona-Krise in den vergangenen Wochen in 13 Runden ausgehandelt worden; die Parteitage von SPD und Grünen hatten erst am vergangenen Wochenende zugestimmt.

Am frühen Nachmittag sollte der Sozialdemokrat Peter Tschentscher mit rot-grüner Mehrheit in der Bürgerschaft erneut zum Bürgermeister gewählt werden. Außerdem sollten die Abgeordneten den von ihm berufenen Senat bestätigen.

+++ 11.58 Uhr: Zwei Feuerwehrleute sterben bei Ölfeld-Brand in Indien +++

Bei der Bekämpfung eines Großbrandes auf einem Ölfeld im Nordosten Indiens sind zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Die Leichen der seit Dienstag vermissten Männer seien in einem nahe gelegenen Feuchtgebiet entdeckt worden, teilte ein Sprecher des staatlichen Erdölkonzerns Oil India am Mittwoch mit.

Das Feuer war den Angaben zufolge am Dienstag bei Reparaturarbeiten eines Gaslecks auf einem Ölfeld im Distrikt Tinsukia im Bundesstaat Assam ausgebrochen. Kilometerweit waren über dem Unglücksgebiet dicke Rauchwolken zu sehen.

Das Feuer dehnte sich den Angaben zufolge auf einem Radius von 1,5 Kilometern aus und war weiter nicht unter Kontrolle. Bei den Löscharbeiten sind Medienberichten zufolge auch die indische Luftwaffe sowie Experten aus Singapur im Einsatz. Die Bewohner der Gegend seien in Sicherheit gebracht worden.

+++ 11.37 Uhr: Horst Seehofer verkündet Ende der Grenzkontrollen – EU-Bürger dürfen wieder einreisen +++

Vom kommenden Dienstag an soll an den deutschen Landesgrenzen wieder weitgehend Normalbetrieb herrschen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterrichtete am Mittwoch das Bundeskabinett über die geplanten Änderungen.

EU-Bürger und Schweizer können gemäß dem Beschluss der Bundesregierung ab dem 16. Juni wieder ungehindert, also ohne Kontrollen und ohne Quarantäne-Vorschriften, einreisen - von wenigen Ausnahmen abgesehen. So werden etwa die Kontrollen für Ausländer, die mit dem Flugzeug aus Spanien kommen, erst am 21. Juni enden. Auch Spanien lässt erst dann - in den ersten acht Tagen begrenzt auf einige Ferieninseln - die ersten Touristen ins Land.

In fast allen Bundesländern besteht allerdings aufgrund einer Landesverordnung eine Verpflichtung zur Quarantäne bei Einreisen aus EU-Staaten, die eine Zahl von Neu-Infizierten von mehr als 50 Fällen pro 100 000 Einwohner aufweisen - kumulativ in den letzten sieben Tagen. Dies ist seit der vergangenen Woche in Schweden der Fall. Eine Ausnahme bilden dabei nur Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

+++ 11.06 Uhr: Hessen will Grundschulunterricht ohne Abstand wieder aufnehmen +++

In Hessen sollen in den Grundschulen vom 22. Juni an die Schüler wieder gemeinsam in ihren Klassen unterrichtet werden. Das Abstandsgebot gelte dann für die Kinder nicht mehr, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch. Außerdem dürfen sich ab diesem Donnerstag wieder bis zu zehn Menschen in der Öffentlichkeit treffen. Bislang war dies auf Menschen aus zwei Haushalten beschränkt. Ausgeweitet wurde hingegen die Maskenpflicht. So muss auch in Bahnhöfen und Flughäfen künftig ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte, in den Grundschulen werde in den zwei Wochen bis zum Beginn der hessischen Sommerferien (6. Juli) die Schulbesuchspflicht aufgehoben. Eltern könnten also entscheiden, ob ihr Kind am Präsenzunterricht für alle teilnehme oder von zu Hause aus den Unterrichtsstoff lerne.

+++ 11.01 Uhr: Tennisstar Roger Federer beendet Saison 2020 wegen Knieproblemen +++

Tennisstar Roger Federer wird in diesem Jahr nicht mehr auf die Tour zurückkehren. Der 38 Jahre alte Schweizer verkündete am Mittwoch, dass er wegen anhaltender Knieprobleme seine Saison beenden werde. Federer hatte sich im Februar erstmals am Knie operieren lassen. "Vor ein paar Wochen hatte ich während der Reha einen Rückschlag und musste einen weiteren schnellen arthroskopischen Eingriff an meinem rechten Knie vornehmen lassen", schrieb der Rekord-Grand-Slam-Turnier-Sieger in den sozialen Medien.

Er wolle sich nun "die notwendige Zeit nehmen, um 100 Prozent bereit zu sein, um auf meinem höchsten Level zu spielen", schrieb Federer. Vor vier Jahren hatte die langjährige Nummer eins der Welt wegen Verletzungen schon einmal ein halbes Jahr Pause eingelegt und war dann 2017 mit den Siegen bei den Australian Open und in Wimbledon stärker als zuvor zurückgekommen. "Ich freue mich, jeden auf Tour beim Start der Saison 2021 wiederzusehen", schrieb der Schweizer.

+++ 10.50 Uhr: Reisewarnung für mehr als 160 Länder bis Ende August verlängert +++

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängert. Allerdings können Ausnahmen für einzelne Länder gemacht werden, in denen die Verbreitung des Virus ausreichend eingedämmt ist. Bei der Beurteilung sollen die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln, Rückreisemöglichkeiten und Sicherheitsmaßnahmen für Touristen berücksichtigt werden. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Kabinett am Mittwoch in Berlin.

Außenminister Heiko Maas hatte am 17. März eine Reisewarnung für Touristen für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen - ein einmaliger Vorgang. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde nur bei einer Gefahr für Leib und Leben etwa in Kriegsgebieten vor Reisen gewarnt - und damit eine kostenlose Stornierung ermöglicht.

+++ 10.30 Uhr: Gesundheitsämter kritisieren fehlende Einbindung bei Corona-App +++

Die Gesundheitsämter haben eine fehlende Einbindung bei der Planung der Corona-App der Bundesregierung kritisiert. Es gebe keine Schnittstelle zwischen der App und den Ämtern, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdiensts (BVÖGD), Ute Teichert, in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv. Die App laufe parallel zum normalen Meldesystem der Gesundheitsämter. "Wenn Sie ein Signal über ihre App bekommen, dass sie Kontaktperson sind, dann fragen Sie sich ja, was soll ich denn jetzt machen - sprich, Sie brauchen auch eine Beratung im Hintergrund", sagte Teichert. Der Kontakt zum öffentlichen Gesundheitsdienst fehle, kritisierte die BVÖGD-Vorsitzende. Sie schlug eine Nachbearbeitung vor.

+++ 10.04 Uhr: OECD rechnet mit äußerst schweren Folgen der Corona-Krise +++

Bürger, Unternehmen und Staaten müssen sich nach Einschätzung der Industriestaatenorganisation OECD wegen der Covid-19-Pandemie auf äußerst schwere und lang anhaltende Folgen einstellen. Es handele sich um die schlimmste Gesundheits- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, der vor 75 Jahren endete. Das teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und präsentierte zwei Szenarien: Ein erstes Szenario nimmt an dass das Coronavirus weiter zurückgedrängt und kontrolliert wird. In einem anderem wird vorausgesetzt, dass es im weiteren Jahresverlauf zu einer zweiten Infektionswelle kommt. In diesem besonders schlimmen Fall könnte die Wirtschaft in der Eurozone demnach 2020 um 11,5 Prozent schrumpfen, die Deutschlands um 8,8 Prozent und die Frankreichs sogar um 14,1 Prozent.

+++ 10.03 Uhr: EU-Chefdiplomat: Europa braucht "Hard-Power-Dimension" +++

EU-Chefdiplomat Josep Borrell und Binnenmarktkommissar Thierry Breton wollen Europa autonomer und souveräner machen. In einem Gastbeitrag für die "Welt" schreiben sie: "Die Ära eines versöhnlichen, wenn nicht gar naiven Europas ist überholt." Tugendhafte "Soft Power" reiche in der heutigen Welt nicht mehr aus und müsse durch eine "Hard-Power-Dimension" ergänzt werden. "Es ist an der Zeit, dass Europa seinen Einfluss, die Durchsetzung seiner Weltsicht und die Verteidigung seiner eigenen Interessen geltend macht." Nötig sei nun eine Stärkung der kollektiven Fähigkeit, die eigenen Werte und Interessen zu schützen.

+++ 9.40 Uhr: Schwedische Staatsanwaltschaft stellt Olof-Palme-Ermittlungen ein – mutmaßlicher Täter ausgemacht +++

Mehr als 34 Jahre nach dem Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme haben die Ermittler nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Täter ausgemacht. Weil der Mann mit dem Namen Stig Engström bereits vor Jahren gestorben sei, könne keine Anklage mehr gegen ihn erhoben werden, gab der mit den Palme-Ermittlungen betraute Staatsanwalt Krister Petersson bekannt. Die Palme-Ermittlungen werden deshalb eingestellt.

Engström stellte bereits seit längerem eine heiße Spur in dem Fall dar. In Medienberichten war er stets als "Skandia-Mann" bezeichnet worden. Er soll sich am Mordabend in der Nähe des Tatorts befunden, Zugang zu Schusswaffen gehabt und Palmes Politik gehasst haben. Im Jahr 2000 war er gestorben. 

+++ 9.13 Uhr: Tennisstar Federer spielt erst 2021 wieder +++

Der Tennisstar Roger Federer wird nach einer Operation eine längere Pause machen. Der 39 Jahre alte Schweizer hat nach eigenen Angaben einen gesundheitlichen Rückschlag erlitten und musste sich erneut einem arthroskopischen Eingriff am Knie unterziehen. Er werde erst 2021 wieder spielen, schrieb Federer auf Twitter. Die weltweite Tennis-Tour ist derzeit bis zum 31. Juli ausgesetzt.

+++ 8.59 Uhr: Linke will Bundestagswahl wegen Corona-Krise notfalls über mehrere Tage strecken +++

Die Linken-Bundestagsfraktion will die Bundestagswahl im kommenden Jahr im Fall einer anhaltenden Corona-Pandemie notfalls über mehrere Tage stattfinden lassen. Um eine demokratische Abstimmung auch bei neuen Infektionswellen für alle sicher zu gestalten, brauche es neue Verfahren, "zum Beispiel mit einer Wahl über mehrere Tage", sagte Linken-Parlamentsgeschäftsführer Jan Korte den Zeitungen der "Funke"-Mediengruppe. Korte wandte sich gegen Überlegungen, die Bundestagswahl 2021 aus Gründen des Infektionsschutzes vollständig als Briefwahl stattfinden zu lassen. Ziel müsse sein, die "Stimmabgabe im Wahllokal" zu ermöglichen. "Eine reine Briefwahl kann Menschen ausschließen und ist unbedingt zu vermeiden", sagte der Linken-Politiker.

+++ 8.36 Uhr: Regelbetrieb an den Schulen nach den Sommerferien? +++

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), hat bekräftigt, dass die Schulen nach den Sommerferien zum Regelbetrieb zurückkehren sollen. Darin seien sich die Kultusminister einig, sagte Hubig im ARD-"Morgenmagazin". Nächste Woche solle darüber beraten werden, wie das kommende Schuljahr aussehen könne.  Die Situation an den Schulen sei in den Ländern momentan unterschiedlich, aber alle seien auf dem selben Weg. Es sei gut, dass die Kinder derzeit schon wieder in die Schulen zurückkommen könnten.

+++ 8.35 Uhr: Nach Corona-Fall beim Gegner: Man United sagt Testspiel ab +++

Wegen der Corona-Infektion von Stoke-Trainer Michael O'Neill hat der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United ein Testspiel gegen den Zweitligisten abgesagt. Das Team von Stoke City habe sich bereits auf dem United-Trainingsgelände befunden, als das positive Testergebnis bekanntgeworden sei, berichteten britische Medien. Daraufhin sei die Partie zur Vorbereitung auf den Wiederbeginn der Premier League in der kommenden Woche kurzfristig gestrichen worden, hieß es. Der frühere nordirische Nationaltrainer O'Neill werde sich nun in die Selbstisolation begeben.

+++ 8.16 Uhr: Virologe Streeck: Mund-Nase-Schutz kann Nährboden für Mikroben sein +++

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck sieht den Einsatz von Atemmasken im Alltag wegen der oft falschen Anwendung skeptisch. "Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen", sagte Streeck der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze", so der Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn.

+++ 7.27 Uhr: Mehr als 200.000 registrierte Coronavirus-Infektionen in Peru +++

In Peru breitet sich das Coronavirus weiterhin stark aus. Wie das Gesundheitsministerium in Lima mitteilte, überschritt die Zahl der registrierten Infektionsfälle inzwischen die Schwelle von 200.000. Binnen 24 Stunden wurden demnach 4040 neue Ansteckungen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg damit auf 203.736 an. Die Zahl der Corona-Toten in dem südamerikanischen Land erhöhte sich um 167 weitere Fälle auf 5738. Peru rangiert in der Zahl der Coronavirus-Infektionen weltweit an achter Stelle. Die Krankenhäuser in der Hauptstadt Lima sind völlig überlastet. In dem Land gelten seit bereits zwölf Wochen rigorose Ausgangsbeschränkungen.

+++ 7 Uhr: Drohne stürzt über japanischer Grundschule ab +++

Nach dem Absturz einer Drohne über einer Grundschule ist ein Chinese in Tokio wegen Verstoßes gegen Japans Luftfahrtgesetz verhaftet worden. Wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete, habe der Beschuldigte das 800 Gramm schwere Gerät ohne Erlaubnis über einem dicht besiedelten Wohngebiet in Tokio fliegen lassen. Dabei stürzte sie auf das Gelände der Grundschule. Es sei jedoch niemand verletzt worden, hieß es. Japans Luftfahrtgesetz verbietet Drohnenflüge in Tokio und über anderen dicht besiedelten Gebieten sowie um Flughäfen herum.

+++ 6.49 Uhr: Hamburgs Regierungschef Tschentscher stellt sich in Bürgerschaft zur Wiederwahl +++

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) stellt sich um 13.30 Uhr in der Bürgerschaft zur Wiederwahl. Der 54-Jährige will in den kommenden fünf Jahren weiter an der Spitze einer Koalition aus SPD und Grünen regieren. Rot-Grün verfügt seit der Bürgerschaftswahl vom 23. Februar über eine deutliche Zweidrittelmehrheit im Landesparlament der Hansestadt. Unmittelbar vor der Wahl wollen die Parteien noch ihren Koalitionsvertrag unterzeichnen. Dieser sieht unter anderem Investitionen von 25 bis 35 Milliarden Euro bis zum Jahr 2040 vor.

+++ 6.17 Uhr: Neun Prozent der Arbeitgeber wollen im dritten Quartal Stellen abbauen +++

Fast jeder zehnte Arbeitgeber in Deutschland plant einer Umfrage zufolge im dritten Quartal dieses Jahres mit weniger Personal. Wie aus dem Arbeitsmarktbarometer des Personaldienstleisters Manpower Group hervorgeht, wollen neun Prozent der 531 befragten Unternehmen in Deutschland Mitarbeiter entlassen. Sowohl im Vorjahresquartal als auch bei der vorherigen Befragung im Januar waren es demnach nur drei Prozent. Elf Prozent der Unternehmen beabsichtigten dagegen, zwischen Juli und September Mitarbeiter einzustellen. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr, wie aus dem Barometer weiter hervorgeht. 72 Prozent der Arbeitgeber erwarten demnach keine Veränderung ihrer Belegschaft.

+++ 6.08 Uhr: Japanische Baufirma setzt wegen Hitze auf Plastikvisiere +++

Aus Sorge vor Hitzschlag wegen der brütenden Sommerhitze verzichtet eine japanische Baufirma auf Mundschutzmasken und will ihre Arbeiter stattdessen mit Plastikvisieren gegen das Coronavirus schützen. Wie ein Sprecher des japanischen Bauriesen Shimizu Corporation mitteilte, wird das durchsichtige Plastikvisier mit einem Haftfilm am Kinn sowie seitlich mit Bändern befestigt. Auf diese Weise befindet sich das Visier mit einigem Abstand vor dem Mund und kann auch mit einem Helm getragen werden. Damit lasse sich auch in der nun einsetzenden extremen Sommerhitze besser atmen, hieß es.

+++ 5.40 Uhr: Besorgnis über Ärzte-Entlassungen und Corona-Zahlen in Nicaragua +++

In Nicaragua sind Medienberichten zufolge mindestens fünf Krankenhausärzte wegen Kritik am Umgang der Regierung mit der Corona-Krise entlassen worden. Die autoritäre Regierung von Präsident Daniel Ortega und seiner Vizepräsidentin und Ehefrau, Rosario Murillo, hat bisher praktisch keine Anti-Corona-Maßnahmen eingeführt. Sie hat im Gegenteil Massenveranstaltungen gefördert und organisiert. Nach offiziellen Zahlen hat es in Nicaragua bisher 1464 Corona-Infektionen und 55 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung gegeben. Die Opposition zweifelt den Wahrheitsgehalt dieser Statistik jedoch an. Eine unabhängige Gruppe registrierte bis zum 3. Juni mehr als 5000 Infektionen und 1114 Todesfälle.

+++ 5.31 Uhr: Vor Montréal aufgetauchter Wal wahrscheinlich tot +++

Ein junger Buckelwal, der sich in die Gewässer vor Montréal verirrt und die Begeisterung vieler Bewohner der kanadischen Metropole ausgelöst hatte, ist wahrscheinlich gestorben. Der Steuermann eines Handelsschiffes sichtete den Kadaver eines Wals im Sankt-Lorenz-Strom, wie Marie-Ève Muller, Sprecherin des Meeressäuger-Rettungsnetzwerks der Provinz Québec, mitteilte. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass es sich dabei um denselben Wal handle, der Ende Mai vor Montréal beobachtet worden war. Die Ursachen für den Tod des Meeressäugers sind unklar und sollen von einem Expertenteam erforscht werden.

+++ 5.04 Uhr: Türkische Gemeinde unterstützt Esken in Rassismus-Debatte +++

SPD-Chefin Saskia Esken bekommt für ihre Äußerung, in den Reihen der Sicherheitskräfte in Deutschland gebe es einen latenten Rassismus, Unterstützung der Türkischen Gemeinde in Deutschland. "Sie hat auf ein Problem aufmerksam gemacht, auf das wir seit langem aufmerksam machen", sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Gökay Sofuoglu, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Dass wir in der Polizei einen latenten Rassismus haben, das wissen wir seit den NSU-Morden", betonte Sofuoglu. Damals sei "vieles vertuscht" worden. Er sagte aber auch, dass die Polizei überwiegend bemüht sei, ihre Aufgaben "im Rahmen des Grundgesetzes" zu erfüllen.

+++ 4.47 Uhr: Adidas will in den USA mehr Schwarze und Latinos beschäftigen +++

Adidas will in den USA bei Neueinstellungen künftig 30 Prozent der Jobs an Afroamerikaner und Latinos vergeben. Die jüngsten Ereignisse hätten das Unternehmen zum Nachdenken darüber veranlasst, was gegen den Rassismus unternommen werden könne, begründete Adidas-Chef Kasper Rorsted die Entscheidung. Er bezog sich damit auf die Anti-Rassismus-Proteste in den USA und vielen anderen Ländern. Der deutsche Sportartikelhersteller kündigte auch an, seine Programme in den USA zur Unterstützung der afroamerikanischen Minderheit auszuweiten.

+++ 4.33 Uhr: Zahl neuer geförderter Sozialwohnungen 2019 gesunken +++

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 5,5 Prozent weniger neue Sozialwohnungen gefördert worden als noch im Jahr zuvor. Die Zahl sank von 27.040 auf 25.565, wie aus einem Bericht des Bundesinnenministeriums hervorgeht, der der Nachrichtenagentur DPA vorliegt. Die neuen Wohnungen verteilen sich regional sehr unterschiedlich auf die Länder. Deutlich weniger wurden dem Bericht zufolge in Berlin gefördert (-47 Prozent), in Hessen (-44 Prozent) und Sachsen-Anhalt (-100 Prozent). Erheblich mehr waren es dagegen in Bremen (+248 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (+319 Prozent) und Thüringen (+103 Prozent).

+++ 4.09 Uhr: USA und Russland wollen Abrüstungsgespräche am 22. Juni fortsetzen +++

Die USA und Russland wollen in zwei Wochen ihre Abrüstungsgespräche fortsetzen. Der russische Vize-Außenminister Sergej Riabkow teilte mit, dass er am 22. Juni in Wien den US-Unterhändler Marshall Billingslea zu diesen Gesprächen treffen werde. Riabkow bezeichnete dies in einer Onlinekonferenz der US-Denkfabrik Council on Foreign Relations als "gute Nachricht". Riabkow sagte allerdings, die neuen Gespräche fänden in einem "sehr düsteren Kontext" statt. Er bezog sich damit auf den Ausstieg der Regierung von US-Präsident Donald Trump aus mehreren Rüstungskontrollabkommen. In den neuen Abrüstungsgeprächen dürfte es schwerpunktmäßig um den Neuen Start-Vertrag von 2010 gehen. Der Vertrag sieht eine Halbierung der Zahl der einsatzbereiten Atomsprengköpfe in den USA und Russland vor. Ohne Verlängerung würde der Vertrag Anfang kommenden Jahres enden, kurz nach Ablauf von Trumps derzeitiger Amtszeit.

+++ 4.02 Uhr: US-Präsident Trump kann man als "rassistisch bezeichnen" +++

Schalkes Fußball-Profi Weston McKennie, der als einer der ersten Bundesliga-Spieler in einer Aktion an den bei einer Polizeiaktion getöteten Afroamerikaner George Floyd erinnerte, hätte US-Präsident Donald Trump nichts zu sagen. "Ich denke, dass ich ihn gar nicht treffen will. Ganz ehrlich! Selbst wenn ich die Chance dazu hätte", sagte der 21 Jahre alte US-Nationalspieler der "Sport Bild". "Ich glaube, dass er nicht versteht, welche Verantwortung er gegenüber dem gesamten Land hat. Ich denke, dass er ignorant ist. Ich unterstütze ihn kein bisschen", sagte McKennie. "In meinen Augen kann man ihn als rassistisch bezeichnen."

+++ 3.55 Uhr: Fünf Tonnen Kokain - größter Drogenfund in Kolumbien in Corona-Krise +++

Die kolumbianische Polizei hat mit fast fünf Tonnen Kokain den größten Drogenfund in Kolumbien seit Beginn der Corona-Pandemie gemacht. Ein Drogenspürhund machte das Rauschgift bei der Kontrolle einer Fracht in zwei Containern mit Gummigranulat im Hafen der Stadt Buenaventura aus, berichteten kolumbianische Medien. Das Kokain hatte einen Wert von schätzungsweise umgerechnet 234 Millionen Euro, schrieb Verteidigungsminister Carlos Holmes Trujillo in einem Tweet.

+++ 3.04 Uhr: Kabinett will Reisewarnung für Nicht-EU-Länder verlängern +++

Die Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union soll bis Ende August verlängert werden. Das Bundeskabinett will nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA einen entsprechenden Beschluss fassen, der aber Ausnahmen für einzelne Länder zulässt, die bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu sollen etwa die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Reisebeschränkungen zählen. Die Bundesregierung will auch weiter dringend von Kreuzfahrten abraten. Mehrere Kreuzfahrtschiffe hatten im März wegen Infektionen an Bord Probleme, einen Hafen zu finden, in den sie einlaufenkonnten.

+++ 2.35 Uhr: US-Justizminister: Bilder von Unruhen machten verheerenden Eindruck +++

Die Ausschreitungen in der US-Hauptstadt Washington vor mehr als einer Woche im Zuge der Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd haben nach Ansicht des Justizministeriums einen verheerenden Eindruck vermittelt. "Die Fernsehbilder dieser Ereignisse - die von Menschen im ganzen Land und auf der ganzen Welt gesehen wurden - vermittelten den Eindruck, dass die Vereinigten Staaten kurz davor standen, die Kontrolle über ihre Hauptstadt zu verlieren", sagte Justizminister William Barr in einem Brief an die Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser. In seinem Schreiben verteidigte Barr den umstrittenen Einsatz von Einheiten der Nationalgarde aus anderen Bundesstaaten in der Hauptstadt. US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag den Rückzug der Nationalgarde aus der Hauptstadt angeordnet.

+++ 2.14 Uhr: US-Sender stellt Reality-Serie "Cops" über Polizeieinsätze ein +++

Die beliebte US-Reality-Fernsehserie "Cops", bei der Kamerateams die Polizei bei Einsätzen begleitet, ist vom US-Sender Paramount Network eingestellt worden. "Cops" sei nicht im Programm "und wir haben gegenwärtig oder zukünftig keine Pläne für eine Rückkehr", teilte der Sender laut "Variety" und "Hollywood Reporter" mit. Nach landesweiten Protesten gegen Polizeibrutalität und Rassismus nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd durch Polizeigewalt war die Show vor einigen Tagen aus dem Programm genommen worden. Die Reality-Serie "Cops", bei der echte Polizeieinsätze mit der Kamera begleitet werden, verhalf dem TV-Sender Fox beim Debüt im Jahr 1989 zu großer Beliebtheit.

+++ 2.03 Uhr: Mitglieder der US-Nationalgarde mit Coronavirus infiziert +++

In der US-Nationalgarde sind nach ihrem Einsatz bei Anti-Rassismus-Protesten in Washington Fälle der Ansteckung mit dem Coronavirus aufgetreten. Dies teilte eine Sprecherin der Nationalgarde-Einheit der Hauptstadt mit. Zur Zahl der Infektionsfälle wollte sie keine Angaben machen. Die Ansteckungsfälle unter den Soldaten dürften die Sorgen schüren, dass die derzeitigen Massenproteste in den USA eine erneute starke Ausbreitung des Virus befördern könnten. Die Infektionen in der Washingtoner Nationalgarde wurden nach Angaben der Sprecherin festgestellt, nachdem die Truppe bei Protesten in der Nähe des Weißen Hauses im Einsatz gewesen war. Zwar trugen viele der Demonstranten Atemschutzmasken, jedoch nicht alle. Viele Mitglieder der Sicherheitskräfte trugen keine Masken.

+++ 0.27 Uhr: Dschihadisten töten fast 60 Dorfbewohner im Nordosten Nigerias +++

Im Nordosten Nigerias haben Dschihadisten fast 60 Menschen getötet. Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat Provinz Westafrika (Iswap), die sich von Boko Haram abgespalten hat, attackierten das Dorf Felo im Bundesstaat Borno und töteten 59 Dorfbewohner, wie zwei Anführer örtlicher Selbstverteidigungsmilizen und ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP sagten. Die Dschihadistenmiliz Boko Haram verübt seit mehr als Jahren Gewalttaten im Norden Nigerias. Dabei wurden bislang rund 36.000 Menschen getötet, zwei Millionen Menschen ergriffen die Flucht. Die Iswap-Miliz hatte sich im Jahr 2016 von Boko Haram abgespalten. Sie hat sich mit der IS-Miliz verbündet.

+++ 0.17 Uhr: Oberstes Gericht Israel stoppt nachträgliche Legalisierung von Siedlungen +++

In Israel hat der Oberste Gerichtshof die nachträgliche Legalisierung von Siedlungen auf dem Land von Palästinensern gestoppt. Das Gericht erklärte ein Gesetz für ungültig, mit dem die Regierung hunderte Hektar Land im besetzten Westjordanland enteignen wollte. Die Palästinenser, auf deren Land die Siedlungen erbaut worden waren, sollten nur eine finanzielle Entschädigung erhalten. Das israelische Parlament hatte das Gesetz 2017 verabschiedet.

+++ 0.05 Uhr: Nascar erlaubt Fans bei beiden Rennen im Juni +++

In der populärsten Motorsportserie der USA dürfen an diesem Wochenende wieder Zuschauer auf die Tribüne. Wie Nascar mitteilte, sind die gelockerten Regeln in der Coronakrise zunächst für die Rennen in Miami (Florida) und Talladega (Alabama) gültig. In Florida dürfen am Sonntag bis zu 1000 Fans kommen, in Alabama am 21. Juni sind bis zu 5000 Fans erlaubt. Vorausgegangen waren gelockerte Bestimmungen in den beiden US-Bundesstaaten.

+++ 0.04 Uhr: Nato-Generalsekretär will trotz Wirtschaftskrise hohe Militärausgaben +++

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg pocht darauf, dass die Alliierten trotz der durch die Corona-Pandemie entstandenen Wirtschaftskrise das Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben einhalten. "Ich sehe den Konjunkturabschwung in den Mitgliedstaaten und ich weiß, dass erhöhte Ausgaben in vielen Bereichen erforderlich sind, um dagegenzuhalten", sagte der Norweger der "Welt". Die Bedrohungen und Herausforderungen in Sicherheitsfragen, die es vor der Krise gegeben habe, seien aber während der Pandemie nicht zurückgegangen.

nik DPA AFP

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