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Krisenmaßnahmen eingeleitet Deutscher Entwicklungshelfer in Niger verschleppt

Islamistische Rebellen im Niger
Laut eines Medienberichts haben Islamisten in der Sahelzone in Niger einen Konvoi der Hilfsorganisation aufgehalten und den Deutschen verschleppt (Symbolfoto)
© Jerome Delay/ / Picture Alliance
Der Wüstenstaat Niger ist ein Krisenherd. Zwischen Armut und Hungersnöten treiben brutale islamistische Banden ihr Unwesen. Ein deutscher Entwicklungshelfer musste das am eigenen Leib erfahren: Er wurde in der berüchtigten Sahelzone an der Grenze zu Mali von Islamisten entführt. 

Im westafrikanischen Staat Niger ist ein deutscher Entwicklungshelfer entführt worden. Der Mann gehört zur Entwicklungsorganisation "Help - Hilfe zur Selbsthilfe", die den Vorfall gegenüber der Deutschen Presseagentur bestätigte. Der Mitarbeiter sei in der Nacht zum Donnerstag verschleppt worden. Laut einem örtlichen Nachrichtenportal wurde der erfahrene Entwicklungshelfer von Islamisten entführt. 

"Wir haben alle nötigen Krisenmaßnahmen eingeleitet, wir können aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine näheren Angaben zu den Details des Vorfalles machen." Man stehe in engem Austausch mit der deutschen Botschaft vor Ort und dem Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes, sagte Bianca Kaltschmitt von der Entwicklungsorganisation "Help". Das Außenamt selbst wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern. Laut dem Nachrichtenportal "ActuNiger" überfielen die Täter demnach einen kleinen Konvoi der NGO, setzten die Fahrzeuge in Brand und entkamen schließlich mit ihrer Geisel. Ayerou liegt in der Nähe der Grenze zu Mali. In der Region treiben Dschihadisten ihr Unwesen.

Krisenherd Niger

Die Sahelzone gilt als Rückzugsgebiet für Terroristen, Menschenschmuggler und andere Kriminelle. Zahlreiche internationale Militäreinsätze haben daran bislang nicht viel ändern können. Deutschland beteiligt sich derzeit mit rund 1000 Soldaten an einem UN-Einsatz zur Stabilisierung Malis. Die Bundeswehr betreibt zudem einen Luftfahrtstützpunkt in der nigrischen Hauptstadt Niamey. Frankreich hat rund 4000 Soldaten in der Sahelzone im Einsatz, die den islamistischen Terror in der Sahelzone bekämpfen sollen.

Eine von den sogenannten G5-Sahel-Staaten Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad aufgestellte afrikanische Militärtruppe soll mit rund 5000 Soldaten selbst für Sicherheit in der bitterarmen Region sorgen und über die Bekämpfung von Schleuserbanden auch die illegale Migration von Afrika nach Europa eindämmen.

"Mitarbeiter sind geschult im Umgang mit Krisen"

Der Verein "Help - Hilfe zur Selbsthilfe" leistet nach eigenen Angaben seit 1981 Hilfe für Menschen in Not, oft ausgelöst durch Naturkatastrophen oder politische Konflikte. Seit 2005 ist der Verein im Niger aktiv, engagiert sich in dem Land etwa im Kampf gegen Unterernährung oder Gesundheitsprojekten vor allem für Mütter und Kinder. Help ist nach eigenen Angaben in den Regionen Tillaberi, Tahoua und Diffa tätig.

"Wir wissen, dass in vielen Ländern, in denen wir tätig sind, sich die Sicherheitslage zuspitzt beziehungsweise extrem volatil ist. Das gilt für einige afrikanische Länder genauso für wie für den Nahen Osten oder Afghanistan, wo wir seit vielen Jahren tätig sind", sagte Kaltschmitt. "Und natürlich haben wir nur erfahrene Mitarbeiter, die wir in solche Länder entsenden und auch Leute, die geschult sind im Umgang mit Krisen."

Siddhartha Dhar alias Abu Rumaysah
fk DPA

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