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Drohende Materialknappheit Keine Witz: Norwegische Soldaten sollen Nachfolgern Socken, BHs und Unterhosen hinterlassen

Okay, ganz so schlimm dürften die Exemplare in Norwegen nicht aussehen. Wahr ist aber, dass dort Soldaten ihre Unterwäsche ihren Nachfolgern hinterlassen sollen (Symbolbild)
Okay, ganz so schlimm dürften die Exemplare in Norwegen nicht aussehen. Wahr ist aber, dass dort Soldaten ihre Unterwäsche ihren Nachfolgern hinterlassen sollen (Symbolbild)
© Nicolas Zonvi/Agroscope / DPA
Soldaten in Norwegen sollen künftig die Unterwäsche ihrer Vorgänger auftragen. Klingt lustig, hat aber einen ernsten Hintergrund: Materialknappheit aufgrund der Corona-Pandemie. Ein Soldatenvertreter sieht deswegen gar die Sicherheit der Kameraden gefährdet.

Dass die Bundeswehr mit Problemen aufgrund mangelhafter Ausrüstung kämpft, ist leidlich bekannt. Doch in Norwegen scheint das Problem noch mal eine Ecke dramatischer zu sein. Dort sollen Militärdienstleistende künftig am Ende der Dienstzeit Unterhosen, BHs und Socken ihren Nachfolgern hinterlassen. "Das hilft uns, diesen Teil der Bekleidung wiederzuverwenden. Wir haben einfach nicht genug auf Lager", sagte Armeesprecher Hans Meisingset dem öffentlich-rechtlichen Sender NRK. Hintergrund ist demnach die Materialknappheit im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.

Bisher durften Wehrdienstleistende nach ihrer Entlassung die zum Beginn der Ausbildung ausgehändigte Unterwäsche aus der Kaserne behalten, die Rückgabe war freiwillig. Fabrikschließungen und Transportprobleme im Zuge der Covid-19-Pandemie haben jedoch zu erheblichen Störungen der Lieferketten geführt, wie NRK berichtete.

Immerhin: Armeesprecher Meisingset versicherte: "Die Textilien werden gewaschen, gereinigt und überprüft. Was wir den Soldaten ausgeben, ist in gutem Zustand".

Soldatenvertreter sieht Sicherheit der Soldaten gefährdet

Eirik Sjohelle Eiksund, ein Vertreter der Wehrpflichtigen, kritisierte im Gespräch mit dem Fachmedium Forsvarets Forum die Materialknappheit. Sie könne sich negativ auf Militäroperationen auswirken und "im schlimmsten Fall" die Sicherheit der Soldaten gefährden.

In Norwegen besteht weiterhin eine Wehrdienstpflicht. Rund 8000 junge Männer und Frauen werden jährlich für die Streitkräfte verpflichtet. Norwegen liegt an der nördlichen Außengrenze der Nato und teilt sich im Nordosten eine knapp 200 Kilometer lange Grenze mit Russland.

kng DPA

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