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Ostdeutschland: Hagelkörner groß wie Tennisbälle

Kurz aber heftig wütete ein schweres Unwetter über einigen Teilen Ostdeutschlands. Riesige Hagelkörner gingen auf die WM-Stadt Leipzig nieder, in Mecklenburg-Vorpommern wurden Menschen von umstürzenden Bäumen verletzt.

Schwere Unwetter mit Hagel, Blitz und Donner haben am Freitagabend über einigen Teilen Ostdeutschlands gewütet. Besonders betroffen waren der Raum Leipzig in Sachsen und Gebiete von Mecklenburg-Vorpommern. "Die Hagelkörner waren teilweise so groß wie Tennisbälle", sagte ein Sprecher der Polizei. Mindestens acht Menschen wurden verletzt. Zahlreiche Scheiben gingen zu Bruch und diverse Autos wurden demoliert.

Im Raum Leipzig wurden bei einem rund 15-minütigen Hagelschauer mit "Hühnerei großen" Körnern sechs Menschen verletzt. Einer habe etwa eine Platzwunde am Kopf erlitten, sagte ein Sprecher der Polizei in Leipzig. Zahlreiche Scheiben seien zu Bruch gegangenen und diverse Autos demoliert worden. Der Automobilclub AvD berichtete, dass bei seiner Notrufzentrale binnen kurzer Zeit Hunderte von Anrufern beschädigte Autos gemeldet hätten. Die Schäden gingen in die Millionen.

Kreis Müritz besonders betroffen

Die Besucher der öffentlichen WM-Fußballübertragung auf dem Augustusplatz hätten mit Einsetzen der Hagelschauer fluchtartig den Platz verlassen, sagte ein Polizeisprecher. Am Abend wurde dann aber das Spiel Mexiko - Angola gezeigt. Auch in Berlin behinderte ein Gewitter mit starkem Regen die Übertragung. Zur Sicherheit wurden die meisten Videoleinwände ausgeschaltet und heruntergefahren. Nur der größte der neun Großbildschirme direkt am Brandenburger Tor blieb in Betrieb.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden bei dem Unwetter am späten Freitagabend zwei Menschen verletzt. Beim Yachthafen Röbel (Kreis Müritz) stürzte ein Baum auf ein Wohnmobil, so dass eine Frau darin eingeklemmt wurde. Rettungskräfte konnten sie befreien und in ein Krankenhaus bringen. Nahe Röbel kenterte auf der Müritz ein Boot. Dabei erlitt ein Mann leichte Verletzungen. Bei mehreren Blitzeinschlägen gerieten mehrere Gebäude in Brand. In Blievenstorf (Kreis Ludwigslust) etwa wurde eine Stallanlage von einem Blitz getroffen und ging völlig in Flammen auf. Der Schaden wird auf 51 000 Euro geschätzt.

Der Kreis Müritz war besonders von dem Unwetter betroffen. Allein hier rückte die Feuerwehr zu neunzig Einsätzen aus. Sie musste überwiegend voll gelaufene Keller leer pumpen. Außerdem blockierten zahlreiche abgebrochene Äste und umgeknickte Bäume den Straßenverkehr. Nahe Neddemin (Kreis Mecklenburg-Strelitz) stand die L 28 völlig unter Wasser. Die Straße war in der Nacht zum Samstag noch voll gesperrt.

DPA / DPA