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Dänemark Nach Fluchtversuch: Peter Madsen bekennt sich zu neuen Anschuldigungen – 14 Tage U-Haft

Sehen Sie im Video: Dänischer Erfinder Madsen flieht aus Gefängnis – Polizei fasst ihn vor Kopenhagen.




Der dänische Erfinder Peter Madsen, der 2018 wegen der Ermordung der schwedischen Journalistin Kim Wall zu einer lebenslangen Haft verurteilt wurde, ist am Dienstag nach Polizeiangaben aus dem Gefängnis ausgebrochen. Die Polizei sagte, dass sie einen Mann, der dem Gefängnis Albertslund bei Kopenhagen entfliehen konnte, kurze Zeit später kurz vor der Hauptstadt wieder eingefangen hat. Ein Video der Tageszeitung Ekstra Bladet zeigt einen Mann, der von der Polizei gestellt wird und Madsen sehr ähnlich sieht. Madsen war in Dänemark für seine Erfindungen bekannt. Laut einem Gerichtsurteil hat er im Jahr 2017 die schwedische Journalistin Wall in seinem selbstgebauten U-Boot mitgenommen, und sie anschließend vergewaltigt, getötet und verstümmelt.
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Der wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilte Peter Madsen muss nach seinem Fluchtversuch für 14 Tage in Untersuchungshaft. Er bekannte sich vor dem Haftrichter schuldig, wies aber den Vorwurf zurück, dass er Fluchthelfer hatte.

Nach seiner gescheiterten Flucht aus dem Gefängnis hat sich der dänische Erfinder und verurteilte Mörder Peter Madsen zu allen neuen Anschuldigungen schuldig bekannt. Das gab sein neuer Verteidiger Anders Larsen am Mittwoch vor einem Gericht in Glostrup westlich von Kopenhagen bekannt, wie die Nachrichtenagentur Ritzau und weitere dänische Medien übereinstimmend berichteten. In dem Gericht wurde Madsen am Vormittag hinter verschlossenen Türen einem Haftrichter vorgeführt. Den Angaben zufolge muss er vorläufig für 14 Tage im Zuge der weiteren Ermittlungen in Untersuchungshaft.

Polizei glaubt an Mittäter

Die Behörden werfen Madsen nach seinem versuchten Ausbruch sechs Vergehen vor, darunter besagter Fluchtversuch sowie Drohungen gegen Haftangestellte und Polizeibeamte. Der 49-Jährige konnte mit den Drohungen bewirken, dass ihn die Haftangestellten freiließen. Sie schlugen allerdings Alarm und verfolgten Madsen. Bei seiner Flucht soll Madsen außerdem dem Fahrer eines Transporters gedroht haben, ihn zu erschießen, berichtet die Zeitung "Jyllands-Posten".

Die Polizei glaubt, dass er bei seiner Flucht vermutlich Hilfe von einer oder mehreren Personen erhalten hat – von wem und in welcher Form, war zunächst unklar. Madsen wies diese Anschuldigung zurück, wie "Jyllands-Posten" unter Berufung auf seinen Verteidiger Anders Larsen berichtet. "Er hat sich schuldig bekannt, aber mit dem Vorbehalt, dass er es allein getan hat", sagte er. 

Peter Madsen sitzt lebenslange Haft ab

Madsen werde nun unter verschärften Bedingungen inhaftiert, so die Zeitung weiter. Anders Larsen sagte nach der Gerichtsverhandlung, Peter Madsen habe ihm gesagt, dass er wegen der Beschränkungen, die im Gefängnis Herstedvester gelten, geflohen sei.

Madsen war es am Dienstag kurzzeitig gelungen, aus der Haftanstalt in Albertslund einige Kilometer westlich von Kopenhagen auszubrechen. Dort sitzt er eine lebenslange Haftstrafe für den Mord an der schwedischen Journalistin Kim Wall auf einem von ihm konstruierten U-Boot im Jahr 2017 ab. Nach wenigen Minuten hatte ihn die Polizei am Dienstag wieder gefasst.

rw mit DPA

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