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Umweltverschmutzung Riesiger Müllfänger: "Ocean Cleanup" fischt erstmals Plastik aus dem Meer

Plastikstücke schwimmen vor einer Dichtung im Meer
Kann man den Plastikmüll aus dem Meer einfach wieder einsammeln? Das Projekt "Ocean-Cleanup" hat sich das vorgenommen. Nach einigen Rückschlägen auf hoher See nun die erste Erfolgsmeldung: Der Prototyp ist anscheinend erfolgreich.
© The Ocean Cleanup / DPA
Der "Ocean Cleanup", ein Hunderte Meter langer Müllfänger, sollte voriges Jahr den Plastikmüll aus dem Meer sammeln - und scheiterte. Jetzt gibt es eine neue Version des Müllfischers und einen zweiten Versuch. Der erst 25-jährige Erfinder verkündet: "Wir sammeln endlich Plastik."

Nach einer einjährigen Testphase hat der Plastikmüll-Fänger der Organisation "The Ocean Cleanup" jetzt im Pazifik erste Erfolge erzielt. Das System treibe Plastikmüll zusammen und sammele es ein, teilte der Initiator und Leiter der Organisation, der Niederländer Boyan Slat, in Rotterdam mit. "Unser Ziel ist erreichbar."

Das System habe Müll und industrielle Fischernetze, aber auch Mikro-Plastik eingefangen. Die technischen Probleme, die Ende vergangenen Jahres zunächst zu einem vorzeitigen Abbruch des Einsatzes geführt hatten, wurden nach Angaben der Initiatoren behoben. Das Projekt wird von Unternehmen, Universitäten und auch der niederländischen Regierung unterstützt. Ziel ist es, die Ozeane vom Plastikmüll zu säubern.

Boyan Slat will das Meer vom Müll befreien.
Der junge Niederländer Boyan Slat, Gründer der Initiative "Ocean Cleanup", will das Meer vom Müll befreien.
© Peter Dejong/AP/dpa

1,8 Billionen Plastikteile zwischen Kalifornien und Hawaii

Vor etwa einem Jahr war die Anlage von San Francisco aus zum sogenannten Great Pacific Garbage Patch (dt. Großer Pazifischer Müllteppich) geschleppt worden, der zwischen Kalifornien und Hawaii gelegen ist. In diesem Strömungswirbel sollen sich nach Schätzungen von Wissenschaftlern 1,8 Billionen Plastikteile sammeln. Dann gab es einen Rückschlag: Die Anlage konnte den Müll nicht festhalten und musste Anfang dieses Jahres beschädigt wieder an Land geschleppt werden. Nun sei die Anlage mit einem See-Anker verlangsamt worden, so dass das schneller schwimmende Plastik in die Fangarme treiben könne.

Die Anlage besteht aus einer 600 Meter langen Röhre in U-Form. Daran ist ein drei Meter langer Vorhang befestigt, der den Müll in dem U festhalten soll. Das System nutzt nach Angaben der Organisation die natürlichen Kräfte des Strömungswirbels.

Idee kam 16-Jährigem im Urlaub

Boyan Slat, der 25-jährige Erfinder des Riesen-Müllfängers, kämpft seit Jahren gegen die Verschmutzung der Meere. Auslöser für das Projekt war ein Urlaub im Jahr 2011 in Griechenland, in dem Slat im Alter von 16 Jahren nach eigenen Angaben beim Tauchen mehr Müll als Fische erblickte. Seine Idee wurde bereits vor der praktischen Testphase ausgezeichnet. 

Die erste Phase der Aktion soll im Dezember beendet sein. Dann würde die Anlage mit dem Plastikmüll zurück gebracht werden. An Land soll der Müll dann weiter verarbeitet werden. Die Organisation will nun ein neues größeres System bauen, das den eingesammelten Müll auch für längere Zeit aufnehmen und festhalten kann.

mis DPA

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