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Sachsen Königspython fläzt sich auf Radweg und muss Nacht auf Polizeiwache verbringen

In Sachsen hatte es die Polizei mit solch einem Königspython zu tun
Mit solch einem Königspython bekam es die Polizei in Sachsen am Wochenende zu tun. Die Tiere können eineinhalb Meter lang werden.
© Fotostand / Grosshanten / Picture Alliance
In Sachsen hatte ein Radfahrer eine Begegnung mit einer exotischen Schlange. Der Facebook-Post der Polizei dazu klingt lustig – hat aber einen ernsten Hintergrund.

Wo die Schlange herkam, die in Sachsen auf einem Radweg lag, ist noch immer unklar. Am Wochenende entdeckte ein Radfahrer das Tier zwischen Aue und Blauenthal bei Bockau, etwa 40 Kilometer südwestlich von Zwickau.

Erst dachte der Mann, es sei eine Kreuzotter, die es sich mitten auf dem Weg gemütlich gemacht hatte. Doch ein Handy-Vergleich mit Fotos im Internet ergab rasch: Auf den Radweg lag ein Königspython, eine tropische Würgeschlange, die bis zu eineinhalb Meter lang werden kann. Der Mann verständigte die Polizei.

Auf Facebook berichtete die Polizei Sachsen am Sonntag über den Vorfall unter dem Titel "Königspython auf Abwegen". Die Beamten rückten am "Tatort" an, wie es in dem Post heißt und verfrachteten das Tier in eine Hundetransportbox.

Allerdings seien in der Gegend nicht alle Tierheime für die anspruchsvollen Exoten eingerichtet, hieß es weiter. Der Python habe deshalb eine Nacht auf der Polizeiwache verbringen müssen, bevor eine Unterkunft in einem Tierheim für ihn gefunden wurde. Aus dem Bericht geht nicht hervor, woher die Schlange kam und ob sie ausgebrochen ist oder ausgesetzt worden war.

Polizei in Sachsen warnt: Tiere auf keinen Fall aussetzten

Die Polizei macht jedoch eindringlich darauf aufmerksam, dass die Anschaffung solcher Tiere sehr gut überlegt werden sollte. Denn sie würden mehr als 30 Jahre alt, seien anfällig für Krankheiten und benötigten "einiges an Ausstattung, Vorkenntnissen und Zuwendung". Sollten Schlangenbesitzer zu der Erkenntnis kommen, dass das Tier nicht mehr ins eigene Leben passe, dann "gebt es bitte in einem dafür geeigneten Tierheim, bestenfalls einer Reptilienauffangstation, ab und setzt es nicht irgendwo in der Wildnis aus."

Auf Facebook bekommt die Aktion viele positive Kommentare. Auch der Radfahrer wird für seine Besonnenheit gelobt. Manche merken an, sie hätten selbst ein Terrarium zu Hause – und solch ein schönes Tier hätten sie gern bei sich aufgenommen.

Eine Nutzerin merkt an, dass hoffentlich alle Exotenbesitzer Ihre Stromrechnung bezahlen können. Bei den hohen Energiepreisen würden sonst vielleicht weitere Tiere ausgesetzt.

Tatsächlich gelten die Reptilien als "Stromfresser" unter den Haustieren. Ein Terrarium ist in der Regel rund um die Uhr etwa 30 Grad warm, da es eine tropische Umgebung imitiert. Manche Tierschützer und Experten für Reptilien fürchten, dass angesichts der derzeit hohen Strompreise mehr Reptilien in Tierheimen landen – oder einfach ausgesetzt werden.

Python klettert Baum hoch

Sehen Sie ein Video aus Thailand: Eine große Pythonschlange klettert einen Baum hoch. Geschickt klammert sich das Reptil am Stamm fest. Die Technik ist hypnotisierend und faszinierend zugleich.

Quellen: Polizei Sachsen auf Facebook, "Freie Presse"

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