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Bei Fußballspiel in Russland: Ein echter Bär muss in Russland für Showeinlage aufs Spielfeld – Tierschützer sind außer sich

In Russland dient ein Braunbär zur fragwürdigen Unterhaltung bei einem Fußballspiel, indem er den Ball an den Schiedsrichter übergibt. Tierschützer kritisieren den Einsatz des dressierten Wildtieres. 

Von Linda Göttner

Bei einem Fußballspiel in sorgt die Vorführung eines Braunbären für Diskussionen. Vor der Partie zwischen den russischen Fußballvereinen FC Mashuk-KMV Pyatigorsk und FC Angusht Nazran sollte der Bär Tim zur Unterhaltung beitragen. Der Verein FC Angusht Nazran hatte ein Video von der Szene auf der Video-Plattform YouTube hochgeladen.

Dressierter Bär führt Kommandos aus

Während die Mannschaften bereits aufgereiht auf dem Spielfeld warten, führt ein Mann das dressierte Tier auf den Platz. Ohne Leine, aber mit Maulkorb, läuft der Bär neben ihm her, setzt sich dann zunächst hin und schlägt die Tatzen zusammen. Das Publikum applaudiert. Auf Anweisung des Trainers stellt sich der Bär auf die Hinterbeine und nimmt den zwischen die Tatzen. Der Schiedsrichter nimmt ihm den Ball ab und zeigt den Daumen hoch, Tim "klatscht" anschließend noch ein paar Mal mit den Tatzen. 

Kritik von Tierschützern

Die Zurschaustellung eines Wildtieres wird nun heftig von Tierschützern kritisiert. Dem britischen Sender BBC sagte die Direktorin der Tierschutzorganisation PETA, Elisa Allen: "Abgesehen davon, dass es unmenschlich und völlig realitätsfremd ist, ist es auch absolut gefährlich, einen Bär als einen gefangenen Diener auszunutzen, um einen Fußball zu übergeben." Weil der Bär als russisches Nationaltier gelte, hoffe sie, dass die Menschen in Russland mehr Mitgefühl zeigen und aufhören, ihn zu missbrauchen. Brian da Cal, der Direktor der Vier Pfoten Großbritannien, fügt hinzu: "Bären sind wilde Tiere und haben als solche sehr spezielle und komplexe Bedürfnisse. Angekettet, geknebelt und gezwungen zu sein, unnatürliche Handlungen vor großen lauten Menschenmengen vorzuführen, bewirkt enormen Stress und kann eine unsagbare Wirkung auf diese Tiere haben, sowohl psychologisch als auch physisch."

Negativ für russischen Fußball

Insbesondere vor dem Hintergrund der baldigen Weltmeisterschaft in Russland gerät eine solche Darbietung eines Wildtieres in die Kritik. Knapp zwei Monate vor Beginn der WM am 14. Juni beeinflusst diese nicht nur die Perspektive auf den Tierschutz in Russland, sondern auch auf den russischen Fußball. Die FIFA bestreite laut der BBC, dass ein auch in der Eröffnungszeremonie der WM eingesetzt würde.

und andere Bärenarten wurden jahrhundertelang in Ländern auf der ganzen Welt für Unterhaltungszwecke missbraucht, dienten als Tanzbären oder für Zirkusdarbietungen. Der letzte Zirkusbär in Deutschland wurde 2016 entlassen.

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