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Schweinegrippe: Virus breitet sich in USA rasant aus

Fast 300 neue Fälle an nur einem Tag: In den Vereinigten Staaten breitet sich die Schweinegrippe in rasantem Tempo aus. Nach Angaben des Seuchenkontrollzentrums in Washington haben sich in den USA bislang mehr als 2500 Menschen mit dem Virus infiziert. In Deutschland scheint sich die Lage zu stabilisieren, Entwarnung gibt das Robert-Koch-Institut jedoch nicht.

Die Schweinegrippe breitet sich in den USA rasant aus: Allein am Sonntag seien knapp 300 neue Fälle bestätigt worden, teilte das US-Seuchenkontrollzentrum CDC in Washington mit. Die Zahl der infizierten Menschen liege mittlerweile bei 2532, in 44 von 50 Bundesstaaten sei das Virus bei Menschen nachgewiesen.

Die USA sind nach dem Ursprungsland Mexiko auch das Land mit den meisten Todesfällen. Drei Menschen erlagen dort bisher dem neuen Influenza-Virus A/H1N1. Die meisten Toten stammen mit 48 bestätigten Opfern aus Mexiko. Insgesamt hat die Schweinegrippe nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mehr als 4300 Menschen in 29 Ländern infiziert.

RKI sieht Stabilisierung in Deutschland

In Deutschland hat sich die Zahl der Infizierten inzwischen auf zwölf erhöht. Das Virus sei bei einer 27-jährigen Frau aus dem Landkreis Main-Spessart in Unterfranken nachgewiesen worden, teilten das Berliner Robert-Koch-Institut und das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen am Montag mit. Die Frau habe während eines mehrwöchigen Aufenthaltes in Mexiko in einem Krankenhaus Patienten mit Atemwegssymptomen behandelt. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland sei sie fieberfrei und ohne größere Beschwerden gewesen, inzwischen sei sie wieder gesund. Als Vorsichtsmaßnahe sei die 27-Jährige aber zu Hause isoliert worden.

Wie das Robert-Koch-Institut weiter mitteilte, sehe man in Deutschland derzeit "eine gewisse Stabilisierung". Nach wie vor könne aber keine Entwarnung gegeben werden. Mit weiteren Erkrankungen müsse gerechnet werden.

Unterdessen hat nun auch China seinen ersten Schweinegrippe-Fall. Das Virus wurde bei einem 30-jährigen Studenten nachgewiesen, wie das Seuchenkontrollzentrum in Peking am Montag mitteilte. Der Student kehrte am Donnerstag von einer USA-Reise nach China zurück. Sein Zustand wurde als stabil beschrieben. Der Patient liege in einem Krankenhaus in der südwestchinesischen Stadt Chengdu. Personen, die engen Kontakt zu ihm gehabt hätten, seien unter medizinische Beobachtung genommen worden, hieß es. Zuvor war bereits ein erster Fall der Schweinegrippe in Hongkong gemeldet worden.

Das Virus wird sich nach Einschätzung von Experten nun vor allem auf der Südhalbkugel ausbreiten, wo mit dem Beginn der kälteren Jahreszeit ohnehin die Zahl der saisonalen Grippeinfektionen wächst. Experten befürchten, dass sich der Erreger H1N1 mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 vermischen und einen neuen Stamm bilden könnte.

Reuters/AP/DPA / AP / DPA / Reuters