Der Iran attackiert weiter die Golfregion. Die USA greifen mutmaßliche Minenleger in der Straße von Hormus an. Alle Entwicklungen zum Irankrieg im Liveblog.
Wichtige Updates
Yannik Schüller
Hier die aktuell wichtigsten Meldungen:
- Die iranischen Streitkräfte greifen Israel und die Golfstaaten erneut mit Raketen und Drohnen an.
- Die USA haben 16 iranische Minenleger nahe der Seestraße von Hormus angegriffen.
- Irans Polizeichef warnt die Bevölkerung mit drastischen Worten: Jeder Demonstrant werde als Feind angesehen. „Alle unsere Männer haben ihren Finger am Abzug“.
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Matthias Urbach
In der Straße von Hormus ist am Mittwoch erneut ein Frachtschiff von einem „unbekannten Geschoss" getroffen worden. Der Einschlag habe einen Feuer an Bord ausgelöst und die Besatzung zur Evakuierung gezwungen, meldete die britische Behörde für maritime Sicherheit UKMTO. Der Vorfall habe sich etwa 20 Kilometer nördlich von der Küste Omans ereignet.
In der Nacht zum Mittwoch hatte die britische Behörde bereits den Beschuss eines Containerschiffes gemeldet – vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Besatzung sei unversehrt.
In der Nacht zum Mittwoch hatte die britische Behörde bereits den Beschuss eines Containerschiffes gemeldet – vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Besatzung sei unversehrt.
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Yannik Schüller
Irans Polizeichef: Betrachten Demonstranten als Feinde
Nach Israels Aufruf zum Sturz der Führung der Islamischen Republik warnt Irans Polizeichef Regierungsgegner mit drastischen Worten vor Protesten.
„Wer auf Aufforderung des Feindes auf die Straßen geht, den sehen wir nicht länger als Demonstranten an. Den sehen wir als Feind an und werden ihn wie einen Feind behandeln [...] Alle unsere Männer haben ihren Finger am Abzug“Irans Polizeichef Ahmed-Resa Radan im staatlichen Fernsehen
Israels Benjamin Netanjahu hat die Iraner dazu aufgerufen, sich gegen ihre Regierung aufzulehnen.
Auch Donald Trump hat die Iraner bereits mehrfach ermuntert, die amerikanisch-israelischen Angriffe als Chance zu nutzen, um die Führung in Teheran zu stürzen.
Quelle: ZUMA Press Wire / Imago
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Yannik Schüller
Guten Morgen, liebe Leser.
Angesichts der gestiegenen Energiepreise schlägt die Internationale Energie-Agentur (IEA) dem „Wall Street Journal" zufolge die größte Freigabe von Notfall-Ölvorräten in seiner Geschichte vor.
Die Freigabe würde die 182 Millionen Barrel übertreffen, die die IEA-Mitgliedstaaten 2022 nach der russischen Invasion der Ukraine auf den Markt gebracht hatten, berichtet die US-Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Beamte.
Angesichts der gestiegenen Energiepreise schlägt die Internationale Energie-Agentur (IEA) dem „Wall Street Journal" zufolge die größte Freigabe von Notfall-Ölvorräten in seiner Geschichte vor.
Die Freigabe würde die 182 Millionen Barrel übertreffen, die die IEA-Mitgliedstaaten 2022 nach der russischen Invasion der Ukraine auf den Markt gebracht hatten, berichtet die US-Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Beamte.
Der Vorschlag sei gestern bei einer Sondersitzung der 32 IEA-Mitglieder unterbreitet worden, eine Entscheidung werde heute erwartet.
Die IEA und auch die EU verpflichten ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die mindestens 90 Tagen ihrer Netto-Importe entsprechen. Seit Gründung der IEA 1974 gab es fünf koordinierte Freigaben: vor dem zweiten Golfkrieg 1991, nach den Hurrikanen Katrina und Rita 2005, während des Bürgerkriegs in Libyen 2011 und zweimal nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022.
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Matthias Urbach
Wie der australische Sender ABC berichtet hat ein Mitglied des iranischen Fußballteams der Frauen die Meinung geändert und wird nun doch kein Asyl beantragen. Damit sind es noch sechs Frauen, die in Australien bleiben. „In Australien können Menschen ihre Meinung ändern", erklärte Innenminister Tony Burke dazu. Die Frau nahm daraufhin Kontakt mit der iranischen Botschaft auf, um nach Hause zu reisen.
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Matthias Urbach
Einwohner Teherans berichten von den bislang schwersten Luftangriffen des Krieges. „Es war die Hölle“, sagt ein Anwohner der Nachrichtenagentur Reuters. Im Osten der Stadt seien zwei fünfstöckige Wohnhäuser getroffen worden.
Irans UN-Botschafter spricht von mehr als 1300 getöteten Zivilisten und fast 8000 zerstörten Häusern seit Kriegsbeginn. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen. Aber es werden definitiv mehr Tote sein, als bei iranischen Angriffen umgekommen sind. Bei iranischen Angriffen auf Israel wurden demnach zwölf Menschen getötet.
Irans UN-Botschafter spricht von mehr als 1300 getöteten Zivilisten und fast 8000 zerstörten Häusern seit Kriegsbeginn. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen. Aber es werden definitiv mehr Tote sein, als bei iranischen Angriffen umgekommen sind. Bei iranischen Angriffen auf Israel wurden demnach zwölf Menschen getötet.
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Matthias Urbach
Die iranischen Streitkräfte greifen Israel und die Golfstaaten erneut mit Raketen und Drohnen an. Laut der Zeitung „The Times of Israel“ seien Raketen von Israels Luftverteidigung abgefangen worden, andere seien auf unbewohntem Gebiet eingeschlagen. Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim spricht von der heftigsten Angriffswelle seit Beginn des Krieges.
Das saudi-arabische Verteidigungsministerium teilt mit, in verschiedenen Regionen des Landes seien sieben ballistische Raketen und sieben Drohnen abgefangen worden. Auch Kuwait meldet Angriffe, dort seien vier Drohnen abgefangen worden, eine weitere stürzte in offenem Gelände ab. Auch in Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst.
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Matthias Urbach
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) rechnet nicht mit einem schnellen Ende des Irankrieges. Zu dieser Einschätzung sei er nach einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar in Israel und nach einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio gekommen, sagt Wadephul in den ARD-„Tagesthemen“. „Wir müssen uns insgesamt noch auf eine gewisse Zeit einrichten, dass es weitergeht.“ Es gehe Israel und den USA darum, das Arsenal des Iran zu zerstören.
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Matthias Urbach
Die USA haben 16 iranische Minenleger nahe der Straße von Hormus angegriffen. Das erklärt das Zentralkommando der US-Streitkräfte und veröffentlicht zum Beleg ein Video, das mehrere Treffer auf Schiffen zeigt. Es ist unklar, ob bereits Minen ausgelegt worden sind.
Trump hatte den Iran zuvor davor gewarnt, die Straße von Hormus zu verminen. „Sollten aus irgendeinem Grund Minen gelegt worden sein und diese nicht umgehend entfernt werden, werden die militärischen Konsequenzen für den Iran ein Ausmaß erreichen, wie es noch nie zuvor zu sehen war", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.
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Matthias Urbach
Irans Fußballverband denkt darüber nach, nicht an der nächsten WM der Männer teilzunehmen. Grund sind der Hymnen-Protest der Frauen-Elf und die Tatsache, dass so viele Mitglieder während des Asien-Cups Asyl beantragt haben. „Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien?“, sagt der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes, Mehdi Tadsch, gegenüber der Nachrichtenagentur Isna.
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Matthias Urbach
Der Rest des iranischen Frauenfußballteams ist nach australischen Medienberichten inzwischen auf dem Rückweg in den Iran. Direkt am Flughafen wurden fast alle Mitglieder von Team und Mannschaft noch mal von den australischen Behörden einzeln gefragt, ob sie bleiben wollten.
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Matthias Urbach
Zwei weitere Asylanträge aus Irans Fußballteam in Australien
Eine weitere Fußballspielerin des iranischen Frauenteams und ein Mitglied des Stabes haben Asyl in Australien beantragt – und werden es gewährt bekommen. Das bestätigte Australiens Innenminister Tony Burke gegenüber australischen Medien.
Vergangene Nacht wurde bereits fünf Spielerinnen des iranischen Frauen-Fußballteams Asyl garantiert. Das Team war in der Heimat in Ungnade gefallen, nachdem es beim ersten Gruppenspiel der Asienmeisterschaft in Australien bei der Nationalhymne nicht mitgesungen hatte.
Vergangene Nacht wurde bereits fünf Spielerinnen des iranischen Frauen-Fußballteams Asyl garantiert. Das Team war in der Heimat in Ungnade gefallen, nachdem es beim ersten Gruppenspiel der Asienmeisterschaft in Australien bei der Nationalhymne nicht mitgesungen hatte.
Ohne Kopftuch in Australien: Die ersten fünf Fußballerinnen, die Asyl garantiert bekamen, posieren mit Innenminister Tony Burke. Quelle: Australia Ministry of Home Affairs via AP / DPA
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Thomas Krause
Die iranischen Behörden haben nach eigenen Angaben zahlreiche Menschen wegen Spionagevorwürfen festgenommen. Ein ausländischer Staatsbürger habe für die USA und Israel spioniert und als Mittelsmann für zwei Golfstaaten agiert, teilt das Geheimdienstministerium laut staatlichen Medien mit. Zudem seien in den vergangenen Tagen 30 „Spione, inländische Söldner und Agenten“ Israels und der USA gefasst worden. Polizeichef Ahmadresa Radan erklärt im staatlichen Fernsehen zudem, es seien bislang etwa 81 Personen in Gewahrsam genommen worden. Ihnen werde vorgeworfen, interne Informationen an „feindliche Medien und Feinde“ weitergegeben zu haben.
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Thomas Krause
Der französische Präsident Emmanuel Macron beruft für Mittwoch eine Videokonferenz der G7-Staats- und Regierungschefs zur Lage im Nahen Osten ein. Schwerpunkte der Beratungen seien die Auswirkungen des Konflikts auf die Energiemärkte sowie Maßnahmen zur Bewältigung der Situation, teilt der Elysée-Palast mit. Die Schalte soll um 15.00 Uhr (MEZ) beginnen. Zur Gruppe der Sieben (G7) gehören neben dem aktuellen Vorsitzland Frankreich auch Deutschland, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA.
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Fabian Huber

Ein Blick in die jordanische Hauptstadt Amman, wohin ich nach einigen Tagen in Israel ausgereist bin. Immer wieder ertönt auch hier Luftalarm, den die Menschen geflissentlich ignorieren. Denn man hat hier eine sehr merkwürdige Zuschauerperspektive auf diesen Krieg: Über meinem Kopf schwirren Militärhelikopter, israelische Kampfjets düsen in Richtung Teheran, iranische Raketen zischen in die Gegenrichtung, 100 Kilometer weiter nach Westen, in Richtung Tel Aviv. „Fast wie Kino“, scherzt der Besitzer eines kleinen Restaurants um die Ecke.
Der Blick von hier auf den Nachbarstaat Israel ist ein sehr zwiespältiger. Jordanien gilt als enger Verbündeter des Westens. Die USA halten im Land eine große Luftwaffenbasis, in der seit einigen Jahren auch die Bundeswehr ein Feldlager aufgeschlagen hat. Amman hilft Israel mit seiner Luftabwehr, Raketen abzufangen. Bei einem großen Teil der Bevölkerung kommt das nicht zwingend gut an: Über 50 Prozent der Menschen sind hier palästinensischer Abstammung. Ihre Familien wurden vor Generationen im Zuge der israelischen Staatsgründung vertrieben.
Der Blick von hier auf den Nachbarstaat Israel ist ein sehr zwiespältiger. Jordanien gilt als enger Verbündeter des Westens. Die USA halten im Land eine große Luftwaffenbasis, in der seit einigen Jahren auch die Bundeswehr ein Feldlager aufgeschlagen hat. Amman hilft Israel mit seiner Luftabwehr, Raketen abzufangen. Bei einem großen Teil der Bevölkerung kommt das nicht zwingend gut an: Über 50 Prozent der Menschen sind hier palästinensischer Abstammung. Ihre Familien wurden vor Generationen im Zuge der israelischen Staatsgründung vertrieben.
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DPA · AFP · Reuters · SID
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