Sommergewitter Die Natur ist härter als jedes Metal-Konzert


Besucher von Rockfestivals wurden ebenso kalt erwischt wie ruhigere Zeitgenossen: "Wahnsinnsgewitter" (O-Ton Polizei) haben in Deutschland und der Schweiz Schäden verursacht.

Starke Unwetter haben in Deutschland und der Schweiz Überschwemmungen, Schlammlawinen und Brände ausgelöst. Bei Open-Air-Konzerten in Baden-Württemberg und in der Schweiz flogen Besuchern die Zelte und herumfliegende Sachen um die Ohren; zahlreiche Menschen wurden leicht verletzt.

Gewitter mit Platzregen, Sturmböen und Hagel gingen in der Nacht zum Samstag zunächst über Süddeutschland nieder. Vor allem in Baden-Württemberg goss es wie aus Kübeln, so dass zum Beispiel in Stuttgart Gullydeckel herausgerissen wurden und über die Straßen schwammen. Dort wurden Regenmengen zwischen 32 und fast 40 Litern pro Quadratmeter gemessen. Die größten Mengen fielen in Metzingen-Neuhausen: 45,8 Liter, in Schwäbisch Gmünd-Weiler waren es noch 44,4 Liter, wie der Deutsche Wetterdienst berichtete.

Festivalbesucher wurde kalt erwischt

In Balingen (Zollernalbkreis) mussten etwa 500 Camper evakuiert werden, die zu den rund 20.000 Besuchern des Heavy-Metal-Festivals "Bang Your Head" gehörten. Gegen 01.00 Uhr überschwemmte Platzregen den Campingplatz; 40 Menschen wurden leicht verletzt. Auch in der Schweiz gab es viele Verletzte durch das Unwetter beim Open-Air-Festival Greenfield in Interlaken. In anderen Schweizer Regionen ergoss sich eine Schlammlawine über eine Straße und musste ein Campingplatz evakuiert werden.

Die Polizei in Stuttgart sprach von einem "Wahnsinnsgewitter mit sintflutartigem Regen". Blitze setzten einige Bäume in Brand; ein Gerüst stürzte um, Keller und Unterführungen liefen voll Wasser. In Calw schlug ein Blitz in ein Stallgebäude ein und setzte es in Brand. Die darin untergebrachten 30 Kühe konnten laut Polizei gerettet werden. Der Schaden wurde auf 450.000 Euro geschätzt.

Am Samstag überzogen Gewitter dann zunächst den Nordwesten Deutschlands und breiteten sich allmählich aus. Der Deutsche Wetterdienst gab Unwetterwarnungen für Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. In Oschersleben (Sachsen-Anhalt) musste der Start zum DTM-Qualifying wegen Sturmböen und sintflutartigem Regen um rund eine Stunde verschoben werden.

Montag wird wieder sonnig

Neue Regenschauer zum Teil mit Gewittern wurden laut Wetterdienst in der Nacht zum Sonntag vor allem im Süden erwartet. Mit Gewittern sollte auch der Sonntagmorgen im Süden und im östlichen Mittelgebirgsraum beginnen. In Bayern und Teilen Baden-Württembergs ist fast den ganzen Tag mit Schauern und Gewittern zu rechnen. Im übrigen Bundesgebiet wird es heiter bis wolkig, vielfach auch sonnig. Die Höchsttemperaturen erreichen an der Küste 18 bis 23 Grad, sonst zwischen 23 und 28 Grad, im Südwesten örtlich bei 31 Grad.

In der Nacht zum Montag können in Alpennähe anfangs noch einzelne Gewitter auftreten, sonst wird es laut Wetterdienst meist gering bewölkt oder klar und trocken sein. Tagsüber scheint meist die Sonne, nur örtlich ist es auch wolkig. Am Oberrhein können bis zu 33 Grad erreicht werden.


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