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Spanien und Griechenland: Waldbrände wüten auf Mittelmeerinseln

Wegen Waldbränden mussten auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca hunderte Menschen evakuiert werden. Noch bedrohlicher stellt sich die Lage allerdings auf zwei griechischen Inseln dar.

Auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca hat am Wochenende ein großer Waldbrand gewütet, dessentwegen unter anderem rund 700 Menschen ihre Häuser verlassen mussten. Die Evakuierungen seien in der Nacht angeordnet worden, weil der Wind plötzlich gedreht habe, teilten die Einsatzkräfte mit. Es seien "als Vorsichtsmaßnahme" alle Einwohner der Ortschaft Estellencs zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert worden. Zuvor hatte der Waldbrand bereits 1600 Hektar Land zerstört.

Die Evakuierung von Estellencs im Osten der Insel wurde am frühen Morgen um 04.30 Uhr angeordnet. Viele Bewohner verließen den Ort mit dem eigenen Auto, andere wurden von Bussen des Roten Kreuzes abgeholt. Insgesamt waren am Sonntag nach Angaben der Behörden 26 Löschflugzeuge beziehungsweise Hubschrauber sowie knapp 400 Feuerwehrmänner im Kampf gegen die Flammen im Einsatz. Der Brand in der waldreichen Gegend war am Donnerstag ausgebrochen. In Spanien kommt es im Sommer immer wieder zu schweren Waldbränden. In diesem Jahr waren es bisher - nach einem regnerischen Winter - deutlich weniger als 2012.

Notstand in Griechenland

Zwei Großfeuer haben am Wochenende auf den griechischen Ferieninseln Rhodos und Kreta gewütet. 4000 bis 5000 Hektar Waldland vernichtete allein der Brand im Süden von Rhodos, wie Behördenvertreter am Sonntag im Radio sagten. Die Feuer waren am Samstag ausgebrochen und hatten sich am Sonntag noch deutlich ausgeweitet. Über die Gemeindebezirke Lindos und den Süd-Rhodos wurde der Notstand ausgerufen, berichten griechische Medien.

Das Feuer auf Rhodos brach am Samstag gegen 16.00 Uhr nahe dem Ort Istrios aus und breitete sich wegen des starken Windes rasch aus. Zeitweilig waren mehrere Dörfer bedroht, ein Ort wurde evakuiert. In der Nacht und am Sonntag wurden die Feuerwehrkräfte der Insel mit Mannschaften vom Festland verstärkt.

Feuerfront 30 Kilometer breit

"Das einzig Erfreuliche an dieser Tragödie auf Rhodos ist, dass der Wind sich kurz nach 22.00 Uhr gelegt hat", wurde der Gouverneur der Region Südägäis, Jannis Machäridis, in der Online-Ausgabe der Zeitung "Ta Nea" zitiert. Den Behörden zufolge loderte die Feuerfront am Sonntag auf einer Breite von 30 Kilometern. Um mehrere Ortschaften wurden vorsorglich Brandschneisen geschlagen.

Am Samstag brannte es zudem auf Kreta. Ein Großfeuer in der Nähe des minoischen Palastes von Phaistos im Süden der Insel vernichtete nach Medienberichten eine große Fläche Buschlandes, aber auch zahlreiche Gewächshäuser und Anbauflächen. Der minoische Palast, nach Knossos die bedeutendste Ausgrabungsstätte der Insel, sei aber nicht bedroht gewesen meldete der griechische Rundfunk.

Im Radio beschwerte sich die Bürgermeisterin der Kommune Phaistos (Festos), Maria Patrakogiorgi-Anyfantaki, dass der Löschhubschrauber erst vier Stunden nach dem Feueralarm eingetroffen sei. Das Feuer konnte am Sonntagmorgen teilweise unter Kontrolle gebracht werden.

tkr/DPA/AFP / DPA