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Tödliche Listerien-Vergiftung: Zwölf Dänen sterben nach Verzehr von Wurst

In Dänemark sind in den vergangenen drei Monaten zwölf Menschen an Listerien-Vergiftungen gestorben. Die Bakterien kommen immer wieder in Lebensmitteln vor, sind aber meist nicht tödlich.

In Dänemark sind zwölf Menschen wahrscheinlich nach dem Verzehr von Wurst an einer Bakterien-Infektion gestorben. Hauptquelle für den Listerien-Ausbruch sei Fleisch eines Produzenten, der Aufschnitt und andere Wurstwaren herstellt, teilte das dänische Lebensmittelministerium am Dienstag mit. "Das Unternehmen wurde deshalb geschlossen, alle seine Produkte werden gerade zurückgezogen."

Seit September 2013 hätten sich in Dänemark 20 Menschen unterschiedlichen Alters mit identischen Listerien infiziert, darunter 15 allein in den vergangenen drei Monaten, berichtete das Statens Serum Institut, das die Ursache für den Ausbruch untersucht. Die gleichen Bakterien seien nun in einer Wurst-Charge des Unternehmens gefunden worden. "Zwölf Patienten sind innerhalb von 30 Tagen nach dem Probierdatum gestorben." Rund 50 Menschen infizierten sich jedes Jahr in Dänemark mit Listerien.

Meist ist das Immunsystem stark genug

Eine Vergiftung mit Listerien kommt zwar selten, aber regelmäßig vor - auch in Deutschland. Hier gibt es einige hundert Fälle pro Jahr. Allerdings kann die Erkrankung schwer verlaufen und schlimmstenfalls sogar tödlich enden wie jetzt in Dänemark.

Das Immunsystem der meisten Menschen kommt mit den Erregern gut zurecht, eine Infektion bleibt häufig unbemerkt. Die Symptome einer Listeriose ähneln denen einer Grippe: Es kann zu Fieber und Muskelschmerzen kommen, seltener auch zu Durchfall oder Erbrechen.

Gefährlich sind Listerien vor allem für Babys, Senioren und Menschen mit Immunschwäche: Bei ihnen kann die Infektion dazu führen, dass sich Gehirn oder die Hirnhaut entzünden. Die Erreger können auch andere Organe befallen und sich weiter im Körper ausbreiten, sodass es zu einer Blutvergiftung kommt, die tödlich enden kann.

Mangelnde Hygiene als Ursache

Zu den Lebensmitteln, in denen Listerien vorkommen können, zählen dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge Räucherfisch, Rohmilch und Rohmilchprodukte, Käse, Aufschnittwurst, Rohwurst und rohes Hackfleisch. Bereits beim Melken oder Schlachten können Listerien in das rohe Fleisch oder die Rohmilch geraten. Sehr häufig gelangen die Bakterien allerdings während der Verarbeitung durch mangelnde Hygiene in die Lebensmittel.

tis/DPA / DPA
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