Tropensturm "Jeanne" 2000 Flutopfer in Haiti befürchtet


Die Zahl der Todesopfer des Tropensturms "Jeanne" in Haiti steigt weiter an. Möglicherweise sind mehr als 2000 Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer werden in Massengräbern beigesetzt.

Die Zahl der Todesopfer in Haiti nach dem Tropensturm "Jeanne" ist weitaus höher als angenommen. Möglicherweise seien 2.000 Menschen bei dem Unwetter ums Leben gekommen, sagte der Sprecher des Katastrophenschutzes, Dieufort Deslorges, am Mittwoch. Bisher wurden mehr als 1.050 Tote geborgen, davon allein 1.013 in der am stärksten betroffenen Hafenstadt Gonaives.

Noch immer wurden 1.250 Menschen vermisst. Der zweitägige heftige Regen durch den Tropensturm hatte in Haiti am Wochenende besonders verheerende Auswirkungen, weil es dort kaum noch Wälder gibt, die die Fluten hätten zurückhalten können. Viele Menschen waren ins Meer gespült worden; andere wurden unter dem Schutt begraben, der sich nach den Flutwellen und Erdrutschen angesammelt hatte.

Tote in Massengräbern beigesetzt

Etwa 800 Tote wurden in Gonaives in einem Massengrab bestattet. In der 250.000-Einwohner-Stadt - der drittgrößten Haitis, stand das Wasser stellenweise immer noch kniehoch. Die Kadaver von Schweinen, Ziegen und Hunden trieben zusammen mit den Trümmer von Möbeln in den trüben Fluten. Es fehlte an Medikamenten, Lebensmitteln und vor allem sauberen Trinkwasser. "Wir müssen das Wasser trinken, in dem die anderen gestorben sind", sagte der Bauer Jean Lebrun.

Bei der Austeilung von Brot kam es fast zu Tumulten, Soldaten der UN-Friedenstruppe gaben Warnschüsse in die Luft ab, um die Lage zu beruhigen. Nach Polizeiangaben wurden Lieferwagen mit Hilfsgütern schon auf der Straße vor Gonaives überfallen.

"Jeanne" zieht Richtung Bahamas

Der Tropensturm "Jeanne" verstärkte sich unterdessen wieder zum Hurrikan und zog in Richtung der Bahamas weiter. Dort könnte er am kommenden Wochenende eintreffen; die Behörden riefen die Bevölkerung vorsorglich auf, wachsam zu bleiben. Weiter östlich zogen vom Atlantik der Hurrikan "Karl" und der Tropensturm "Lisa" heran.

DPA / AP AP DPA

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