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Trost für Hochwasseropfer Gespendete Spielsachen helfen Kindern in Flutgebieten


Für die Kinder in den evakuierten Hochwassergebieten ist die Situation besonders belastend. Sie können meist nicht verstehen, warum ihr Spielzeug einfach weg ist.

Franz drückt seinen Kuschelbären fest an sich. Es ist zwar nicht sein eigenes Stofftier, irgendjemand hat ihn für die Flutopfer im bayerischen Deggendorf gespendet. Doch seit zwei Tagen ist der Bär der wichtigste Trost für den Vierjährigen in der Hochwasserkatastrophe. Sein Zuhause ist in den Fluten verschwunden.

"Der Franz ist total verwirrt. Seit Tagen kommen wir nicht nach Hause. Der Teddy ist im Moment ganz wichtig", sagt Sabrina Meyer. Nur mit dem Nötigsten war die 27-Jährige aus ihrem Haus geflüchtet. Mutter und Sohn wohnen nun bei der Oma. Auch wenn es ihr am Anfang unangenehm war, hat sich Sabrina Meyer inzwischen auch mit gespendeter Kleidung und Spielzeug versorgt.

Die Spenden von Mitbürgern und Firmen stapeln sich in den trockenen Ortsteilen von Deggendorf: Anziehsachen und Schuhe für Erwachsene und Kinder, Zahnbürsten, Rasierer, Duschgel - das alles liegt säuberlich aufgereiht in der Aula einer Schule. Und es wird immer mehr.

Große Anteilnahme und Hilfsbereitschaft

Kerstin Helml ist krank und bedauert, dass sie beim Kampf gegen das Hochwasser nicht richtig mithelfen kann. Die 25-Jährige hat eine Freundin im völlig überfluteten Stadtteil Fischerdorf. Kurzerhand kaufte sie am Freitag in einem Discounter Zeichenblöcke, Malstifte, Hygieneartikel und Zahnbürsten und bringt sie zur Sammelstelle. "Die Menschen haben zum Teil alles verloren. Da muss man doch helfen."

Doch noch gibt es keinen Ansturm auf die Sachen. Das komme sicher noch, sagt Schulleiter Robert Seif. "Die Betroffenen halten es fünf Tage in den eigenen Klamotten durch. Dann werden sie wechseln wollen." Die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Menschen sei unglaublich. Auch am Wochenende wird die Spenden-Stelle geöffnet bleiben.

Es sei gar nicht so einfach, solche Spenden anzunehmen, sagt Sabrina Meyer. "Viele Menschen haben halt eine Scheu davor, weil man nicht weiß, bei wem man sich bedanken soll." Franz ist das völlig egal. Der Junge drückt den Teddy an sich und wird ihn so schnell nicht mehr hergeben.

André Jahnke, DPA DPA

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