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Rätselhaftes Verschwinden Vermisster Kanadier taucht nach fünf Jahren in Brasilien wieder auf

Kanadier
Kämpft um die Rückkehr in ein normales Leben: der Kanadier Anton Pilipa aus Toronto
© Screenshot Twitter
Fünf Jahre lang hat es vom Kanadier Anton Pilipa aus Toronto keine Spur gegeben. Dann taucht der verwirrte Mann in Brasilien auf und eine Polizistin lüftet seine Identität. Wo er sich in der Zwischenzeit aufgehalten hat, bleibt ein Rätsel.

Vor fünf Jahren verschwand Anton Pilipa aus Toronto spurlos. Bis Ende Dezember 2016 hatte seine Familie keine Ahnung, wo sich der 39-Jährige aufhielt oder ob er noch lebte. Ende vergangenen Jahres griff ihn schließlich die Polizei auf einem Highway in Brasilien auf. Anton Pilipa war zu Fuß unterwegs und vollkommen heruntergekommen. Zudem verriet der psychisch verwirrte Mann nichts über seine Herkunft. Dennoch flog er zwei Monate später mit seinem Bruder Stefan zurück nach Toronto und kann jetzt mit Unterstützung seiner Familie ein neues Leben beginnen. Das Happy End haben Anton Pilipa und seine Angehörigen einer engagierten brasilianisch-kanadischen Polizistin zu verdanken, die die Herkunft des rätselhaften Mannes aufdeckte.

Gegenüber "CBC News" sagte seine Bruder: "Ich bin überrascht, dass er noch lebt und so weit gekommen ist." Anton habe, als er plötzlich verschwunden sei, psychische Probleme gehabt, erzählte sein Bruder weiter. Stefan Pilipa geht davon aus, dass sein Bruder einen Großteil des Weges nach Süden zu Fuß ohne Schuhe zurückgelegt habe. Er sei getrampt oder hätte sich auf der Ladefläche von großen Lastwagen versteckt. Für die Familie enden mit Antons Rückkehr fünf Jahre voller Sorge und Schmerz.

Grund für Verschwinden war drohende Gefängnisstrafe

Ein Grund für das damalige Verschwinden war eine drohende Gefängnisstrafe. Anton Pilipa war in einen Streit geraten und wegen Körperverletzung und Waffenbesitz angeklagt worden. Seine Familie setzte damals alles in Bewegung, um den Vermissten zu finden. Sie gaben Anzeigen auf, überprüften Krankenhäuser, Notunterkünfte und Gefängnisse. Aber von Anton fehlte jede Spur. Sein Bruder beschreibt ihn als "Individualisten", der sich für äußerst hart hält. Freunde und Bekannte hätten sich nicht darüber gewundert, dass er zu Fuß zwei Kontinente durchquert habe, sagte sein Bruder.

Wo Anton in den fünf Jahren genau steckte, weiß sein Bruder bis heute nicht. Darüber schweigt sich Anton noch aus. Am Ende aber hatte er Glück, dass sich die Polizistin Helenice Vidigal seines Falles annahm. Der Mann, der von der Polizei auf einem Highway in Nordbrasilien aufgegriffen worden war, besaß keine Ausweispapiere und sagte auch sonst nicht viel. Er gab nur Preis, dass er aus Kanada komme. Das sah Vidigal, die selbst in Kanada gelebt hatte, als große Chance. Durch eine Online-Recherche fand Vidigal die Identität des heruntergekommenen Mannes heraus, der mittlerweile in ein Krankenhaus in Manaus eingeliefert worden war. Über Twitter informierte sie Bruder Stefan: "Ich war wie geschockt," sagte er über die erlösende Nachricht nach fünf quälenden Jahren.

Der Kanadier muss sich der Anklage erneut stellen

Der Bruder leitete sofort alles in die Wege, um seinen Bruder nach Kanada zurückzuholen. Doch der verschwand erneut, diesmal floh der geistig Verwirrte aus dem Krankenhaus in den Dschungel. Er hatte Glück, wurde schnell wieder gefunden und erneut in das Krankenhaus eingeliefert, wo ihn sein Bruder abholte. Die beiden flogen gemeinsam zurück nach Toronto, wo sich Anton Pilipa seitdem erholt. Jetzt muss er sich nur noch der Anklage stellen, vor der er vor fünf Jahren geflohen ist. Die Unterstützung seiner Familie ist ihm gewiss.

tis

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