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Waffengewalt in den USA 27-Jähriger überlebt Massaker von Las Vegas und wird bei Attentat in Kalifornien erschossen

Trauer nach der Attacke von Thousand Oaks
Trauer nach der Attacke von Thousand Oaks, bei der 13 Menschen starben
© Apu Gomes / AFP
Bei dem Attentat auf eine Bar in Kalifornien starb auch ein Überlebender des Las Vegas-Massakers. Gegenüber einer US-Zeitung fand seine Mutter nun deutliche Worte. 

Schreckliches Ende eines ausgelassenen Party-Abends: Ein Mann erschoss am Mittwochabend zwölf Menschen in einer kalifornischen Bar. Bei dem Tatort handelt es sich um die Boderline Bar in Thousand Oaks, einem Vorort der US-Metropole Los Angeles. In der Bar wurde an diesem Abend Country-Musik aufgelegt. Unter der Woche waren überwiegend College-Studenten gekommen, um gemeinsam zu feiern und zu tanzen.

Als der mutmaßliche Täter das Feuer eröffnet, bricht in der Bar Panik aus. Die Gäste rennen aus dem Gebäude, schreien, klettern aus Fenstern. Die, die sich retten können, berichten den Einsatzkräften von dramatischen Szenen. Medienberichten zufolge soll der Mann mindestens 30 Schüsse abgefeuert haben. Elf Gäste sterben in der Borderline Bar. Auch ein herbeigeeilter Polizist erliegt seinen schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter wird unter den Toten in der Bar gefunden. Es soll sich bei ihm um einen 29 Jahre alten Ex-Marinesoldaten handeln. Über ein mögliches Motiv ist nichts bekannt.

Die Tat erinnert an die schreckliche Attacke in Las Vegas im Oktober 2017: Ein Mann hatte damals von seinem Hotelzimmer auf die Gäste eines Festivals geschossen. Auch sie waren zusammengekommen, um Country-Musik zu hören und gemeinsam zu feiern. 58 Menschen starben, mehr als 850 wurden verletzt. Das Massaker gilt als der schlimmste Massenmord in der US-Kriminalgeschichte.

Mutter von Opfer will keine Gebete, sondern strengere Waffen-Gesetze

Der 27-jährige Tel Orfanos überlebte die Attacke in Las Vegas, wurde nun aber bei dem Attentat im kalifornischen Country-Club erschossen. Medienberichten zufolge trafen sich Las Vegas-Überlebende regelmäßig in der "Borderline Bar", um sich auszutauschen und gegenseitig Trost zu spenden.

"Er wurde letzte Nacht im Borderline umgebracht" sagte die Mutter des Opfers, Susan Orfanos, im Gespräch mit der "New York Times". "Er überlebte Las Vegas, er kam nach Hause. Letzte Nacht ist er nicht nach Hause gekommen, und ich will keine Gebete, ich will keine Gedanken, ich fordere die Reglementierung von Waffenbesitz ("gun control")."

Und weiter: "Gun control. Jetzt sofort - so dass niemand anderes das durchleiden muss."

In den USA gab es im vergangenen Jahr laut "Gun Violence Archive" 61.823 Vorfälle im Zusammenhang mit Schusswaffen. 31.247 Menschen wurden verletzt, 15.637 Menschen starben durch Schusswaffen. 733 Kinder unter elf Jahren wurden durch den Einsatz von Waffen verletzt oder getötet.

ikr

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