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Fiona Onasanya Britische ehemalige Abgeordnete wirft Kellogg's Rassismus vor – und wird dafür ausgelacht

Die britische ehemalige Abgeordnete Fiona Onasanya
Fiona Onasanya bekam für ihren Tweet im Netz reichlich Spott (Archivbild)
© Joe Giddens/ / Picture Alliance
Die frühere Abgeordnete Fiona Onasanya hat sich in einem Tweet an Kellogg’s gewandt. Darin fragt die Britin mit nigerianischen Wurzeln, warum das Unternehmen Schokoladenmüsli mit einem Affen und eine andere Sorte mit drei weißen Jungs bewirbt – und erntet dafür eine Flut an hämischen Kommentaren. 

Weltweit wird derzeit über Rassismus debattiert. Ausgelöst durch den brutalen Polizeieinsatz in den USA, bei dem der Afroamerikaner George Floyd ums Leben kam. Viele Dinge werden hinterfragt, Kolonialdenkmäler gestürzt, Straßennamen übermalt. Auch die ehemalige britische Parlamentsabgeordnete Fiona Onasanya mischt sich nun in die Diskussion ein. Die 36-Jährige nigerianischer Abstammung stört sich daran, dass auf der Kellogg's-Packung der Sorte Rice Krispies drei weiße Kinder abgebildet sind, während auf der Packung mit Coco Pops ein Affe zu sehen ist. 

An das Unternehmen gerichtet, schrieb sie auf Twitter: @KelloggsUK, da Sie noch nicht auf meine E-Mail geantwortet haben – Coco Pops und Rice Krispies haben die gleiche Zusammensetzung (außer der Tatsache, dass CP's braun und mit Schokoladengeschmack sind)... also habe ich mich gefragt, warum Rice Krispies drei weiße Jungen haben, die die Marke repräsentieren und Coco Pops einen Affen?“

Twitter-User verspotten Fiona Onasanya

Mit ihrem Tweet brachte die 36-Jährige eine Lawine von Reaktionen ins Rollen. Bis Mittwochnachmittag wurde der Eintrag mehr als 13.000 mal kommentiert und mehr als 7.000 geteilt. Doch nicht alle teilen ihre Meinung. Im Gegenteil.

Ein Großteil der Twitter-User hielt ihren digitalen Aufschrei offenbar für übertrieben und machte sich über die Politikerin lustig: "Ist Ihnen aufgefallen, dass Schokoladenmilch mehr kostet als weiße Milch? Rassismus ist überall!”, schreibt einer. Darunter postete einer ein Bildkombo auf der ein Hase, Hasenkot, Nesquick Frühstückscerealien und eine Nesquick-Packung mit Hasen drauf zu sehen ist, dazu die Frage "Nur ein Zufall?“.

Eine Frau merkt an : “Ich habe keine Worte. Coco Pops hatten schon immer einen Affen auf der Schachtel. Sind Affenleben nicht mehr wichtig?“

Ein anderer postet ein Bild von Verkehrsschildern, die einen Reitweg, eine Fußgängerzone, einen verkehrsberuhigten Bereich und eine Baustelle zeigen und fragt: "Verkehrsschilder sind fremdenfeindlich! Weiße reiten immer, spielen Fußball oder gehen mit ihrem Kind spazieren, während Schwarze schwere Arbeit verrichten.“

Eine andere Frau fragt: "Und warum steht ein Hahn auf meiner Cornflakes-Packung? Das ist eine Diskriminierung von Hühnern. Meine Cornflakes-Schachtel ist sexistisch!“

Ein anderer kommentiert: "Wenn ich einen Affen sehe, denke ich: 'Oh - ein Affe'. Was sollte ich sonst denken? Um auf den Punkt zu kommen: Was in aller Welt denken SIE?“

Offenbar fühlte sich Onasanya irgendwann dazu genötigt, ihren Tweet zu erklären: "Nun, angesichts der Tatsache, dass John Harvey Kellogg die Race Betterment Foundation mitbegründet hat (der Hauptzweck der Stiftung war die Erforschung der Ursache und Heilung von "Rassendegeneration"), wäre es nachlässig von mir, nicht zu fragen...", erklärte sie. 

Kellogg's: "Wir tolerieren keine Diskriminierung"

Kellogg’s soll zu dem Vorfall erklärt haben, das Affenmaskottchen sei in den 1980er Jahren geschaffen worden, "um die spielerische Persönlichkeit der Marke hervorzuheben". Auf anderen Packungen seien neben anderen Tieren wie Tiger, Giraffen, Krokodile und Narwale auch Elfen abgebildet. 

Erst vor kurzem hatte sich das Unternehmen mit einer Botschaft auf Instagram mit der schwarzen Gemeinschaft solidarisch gezeigt: "Wir tolerieren keine Diskriminierung, sind der Meinung, dass alle Menschen mit Respekt behandelt werden sollten und äußern uns, wenn wir Verhaltensweisen sehen, die nicht unseren Werten entsprechen.“

Die Häme, die Fiona Onasanya im Netz entgegen schlägt, könnte allerdings auch einen ganz anderen Grund haben: "Die Frage ist, Fiona, hat einer der Rice Krispies-Jungs jemals die Polizei wegen einer Verurteilung wegen zu schnellen Fahrens belogen?“, kommentiert jemand den Tweet und spielt damit auf einen Vorfall aus Januar 2019 an, als die Abgeordnete wegen zu schnellen Fahrens zu drei Monaten Haft verurteilt wurde, wovon sie einen Monat im Gefängnis saß, da sie der Polizei gegenüber gelogen hatte. Sie verlor daraufhin ihren Platz im Parlament und wurde aus ihrer Partei, der Labour Party, ausgeschlossen. 

Quellen: "BBC", "Newshub"Twitter

jek

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