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Zugunglück in Sachsen-Anhalt: Unglücksursache weiterhin unklar

Wie konnten zwei Züge auf demselben Gleis frontal zusammenstoßen? Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Böhmer vermutet menschliches Versagen hinter der Tragödie. Bestätigt hat sich diese Spekulation bislang noch nicht.

Nach dem schweren Zugunglück in der Nähe von Magdeburg dauern die Ermittlungen zur Unglücksursache an. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) äußerte bei einem Besuch am Unfallort am Sonntagmorgen die Vermutung, dass das Überfahren eines Haltesignals die Kollision verursacht haben könnte. "Es muss wahrscheinlich ein Haltesignal überfahren worden sein, denn dass zwei Züge aufeinanderfahren, geht aus den normalen Fahrplänen nicht hervor", sagte Böhmer.

Der Einsatzleiter der Bundespolizei, Ralph Krüger, sagte vor Journalisten in Hordorf, es werde untersucht, ob technisches Versagen an Halteanlagen, den Zügen oder auch menschliches Versagen in Frage kämen. "Wir hoffen, dass wir zügig Ergebnisse präsentieren können."

Beim Zusammenstoß eines Güter- und eines Personenzugs auf der Strecke zwischen Magdeburg und Halberstadt waren am späten Samstagabend mindestens zehn Menschen getötet worden. Die Polizei korrigierte am Sonntag die Zahl der Verletzten nach unten: Nach neuen Erkenntnissen seien 23 Menschen verletzt worden, die meisten von ihnen schwer, sagte Krüger. Zuvor war von bis zu 40 Verletzten die Rede gewesen.

Die Verletzten wurden den Angaben zufolge in Krankenhäusern in der Umgebung behandelt. Von den Toten wurden bislang nur zwei identifiziert. Der Lokführer des Güterzuges wurde demnach nur leicht verletzt, er stand aber unter Schock und war nach Polizeiangaben am Sonntag zunächst nicht vernehmbar.