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Homophober Ratgeber: "Westfalen-Blatt" beendet Skandal-Kolumne

Eine homophobe Kolumne im "Westfalen-Blatt" hatte in den letzten Tagen für einen Shitstorm gesorgt. Nun zieht die Redaktion Konsequenzen - und beendet die Zusammenarbeit mit der Autorin.

Die Ratgeber-Kolumne der freien Autorin Barbara Eggert hatte dem Westfalen-Blatt Kritik eingebracht

Die Ratgeber-Kolumne der freien Autorin Barbara Eggert hatte dem Westfalen-Blatt Kritik eingebracht

Guter Rat am Sonntag" - den wird es im lokalen Sonntagsblatt "OWL am Sonntag" künftig nicht mehr geben. Die Regionalzeitung "Westfalen-Blatt" hat entschieden, die Kolumne der freien Autorin Barbara Eggert zu beenden. "Frau Eggert wird fortan nicht mehr für uns schreiben", heißt es in einer erneuten Stellungnahme der in Bielefeld sitzenden Zeitung. Die Redaktion trage "die volle Verantwortung für diese sehr gravierende journalistische Fehlleistung".

Das Blatt stand in den vergangenen Tagen massiv in der Kritik: In einem am 17. Mai erschienenen Ratgeber-Artikel hatte die Diplom-Psychologin Barbara Eggert unter der Überschrift "Unsere Töchter schützen" einem Rat suchenden Vater beigepflichtet, seine beiden Kinder von der Hochzeit seines homosexuellen Bruders fernzuhalten. Das hatte im Netz einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

In einer ersten ersten Stellungnahme hatte das Blatt eingeräumt: "Wir haben Verständnis dafür, wenn beim Lesen insbesondere der kurzen Fassung der Kolumne 'Guter Rat am Sonntag' der Verdacht der Homophobie entstehen konnte. [...] Das ist unzweifelhaft eine gravierende journalistische Fehlleistung, die die Redaktion in vollem Umfang zu verantworten hat." 

Den Vorwurf der Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit wies man jedoch von sich. Der Verdacht, das "Westfalen-Blatt" empfehle, Kindern von Homosexuellen fernzuhalten, sei "geradezu absurd". Redaktionsleiter Ulrich Windolph entschuldigte sich, falls der Text Gefühle verletzt haben sollte, sah aber ebenfalls das Fehlverhalten beim Rat suchenden Vater. Mit dieser Erklärung zeigten sich viele unzufrieden - dem Blatt wurde "fehlendes Unrechtsbewusstsein" vorgeworfen.

Reaktionen: "Spät, aber richtig!"

Auf Twitter begrüßten viele den Schritt der Redaktion, die Zusammenarbeit mit Autorin Barbara Eggert zu beenden. Bei einigen bleiben allerdings Zweifel an der vermeintlichen Einsicht.

kis
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