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Mammatus-Wolken Seltenes Naturschauspiel: Berliner bestaunen "Brustwolken" nach heftigem Gewitter

Mammatus-Wolken in Berlin nach Gewitter
Spektakulärer Anblick nach einem heftigen Gewitter in Berlin: Nach unten gewölbte, sogenannte Mammatus-Wolken ziehen über den Hackeschen Markt hinweg. Solche Formationen sind ein seltenes Naturphänomen.
© Annette Riedl / DPA
Erst ein heftiges Gewitter, dann ein seltenes Naturschauspiel. Die Berliner können sich gar nicht satt sehen an den tiefhängenden Wolken mit den dicken Beulen. Was steckt dahinter?

Wer sich an diesem Freitag auf Twitter umschaut, was in Berlin am Vortag so los war, der wird mit einer Fülle großartiger Fotos belohnt. Es sind Bilder von massiven Wolken, die an ihren Unterseiten große runde Beulen haben und sehr tief über den Gebäuden der Stadt hängen.

Schnell ist klar: Es sind Mammatus-Wolken und ihr Auftreten ist ein seltenes Naturschauspiel. Die Presse in der Bundeshauptstadt widmet diesen Anblicken lange Artikel mit Fotostrecken – denn es kommt ja nicht alle Tage vor, dass eine Stadt mit solchen Naturschönheiten belohnt wird, nachdem sie gerade ein heftiges und auch gefährliches Gewitter überstanden hat.

Was ist am Donnerstag also genau passiert in Berlin? Am Abend, etwa gegen 17.30 Uhr, zog ein heftiges Gewitter über die Stadt. Es war Teil des Tiefdruckgebiets "Klaus", das in ganz Deutschland für Regen, Sturm und auch einige Zerstörungen sorgte.

Dieses Gewitter über Berlin war sehr kurz – laut örtlichen Medien nicht länger als 15 bis 30 Minuten. Zurück geblieben seien ein Regenbogen, ein spektakulärer Abendhimmel – und beeindruckende Wolkenformationen. Binnen kurzer Zeit waren die sozialen Medien voll von Schnappschüssen der Mammatus-Wolken.

Es sah aus, als hingen dicke grau-weiße Beutel über der Stadt. Angeleuchtet von der tief stehenden Abendsonne sahen sie besonders spektakulär aus.

Der Fachausdruck "Mammatus-Wolken" kommt vom lateinischen Wort für "Brust"

Der Fachausdruck "Mammatus-Wolken" leitet sich von dem lateinischen Wort für Brust ab, "mamma". Es sind sind also brustartige Wolken, die sich laut Medieninformationen in der Nähe von schweren Gewittern durch die Dynamiken in der Atmosphäre bilden. Sie sollen eine Folge großer Turbulenzen im Bereich der Gewitterwolken sein – und sind oft daher auch nicht besonders beständig. Exakt erklären können Meteorologen ihre Entstehung demzufolge noch nicht, das Phänomen gilt als wenig erforscht.

Eine Erklärung ist, dass diese Wolken durch Abwinde entstehen, nachdem das Gewitter vorbeigezogen ist. Eine weitere Voraussetzung für ihre Entstehung sollen Verdunstungen an der Unterseite der Wolken sein.

In diesem Fall hatten die Berliner sogar doppeltes Glück – denn dieses Naturschauspiel ist im Sommer wesentlich häufiger zu beobachten als im Winter.

Besonders schön war das Wetter am Freitag noch immer nicht – zum Ausgleich können zumindest die Berliner in der Erinnerung an diese großartigen Formationen von Mammatus-Wolken über ihrer Stadt schwelgen.

Quellen: "B.Z.", "Tagesspiegel", "T-Online"


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