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Unwetterwarnung: Zur Weiberfastnacht wird es ungemütlich - heftiger Sturm naht

Ausgerechnet zur Weiberfastnacht dreht das Wetter in Deutschland. Wenn die "alten Weiber" symbolisch die Rathäuser stürmen, wird es nicht nur in den Karnevalshochburgen heftig winden. Eine Serie von Tiefs bringt Stürme und auch Orkan-Böen.

Fliegende Haare an der Küste - Mehrere Tiefs bringen Sturm, Regen und Orkan-Böen nach Deutschland

Fliegende Haare wird es in den kommenden Tagen vor allem an den Küsten und in den Höhenlagen der Mittelgebirge geben. Vor allem am Donnerstag drohen Sturm- und Orkan-Böen.

Narren und Jecke, Ihr müsst jetzt ganz stark sein - und vor allem wetterfest! Denn in den kommenden Tagen ziehen in schneller Folge Sturmtiefs über Deutschland hinweg. Gerade zu Weiberfastnacht wird es besonders heftig, denn dann braust ein sogenannter "Schnellläufer" übers Land, der vor allem an den Küsten und in den Bergen zu heftigen Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern in der Stunde führen kann. Wettermann Donald Bäcker zog im ARD-Morgenmagazin sogar eine Parallele zum verheerenden Orkan "Lothar", der 1999 schwere Schäden verursacht hatte. Auch dieser Orkan war ein Schnellläufer. Doch ob es wirklich so schlimm kommen wird, lässt sich noch nicht sagen. Und: Damals peitschten die Winde mit bis zu 270 Stundenkilometer über die Berge.

Ehe zu Weiberfastnacht der stürmische Höhepunkt der vor uns liegenden Tiefausläufer-Serie naht, bringt die westliche bis nordwestliche Strömung auf jeden Fall viel Wind und Regen bei allerdings recht milden Temperaturen zu uns. Zunächst beschert Tief "Rolf" regnerische und stürmische Tage, am Mittwoch zieht dann Tief "Stefan" von Island kommend im Norden knapp an Deutschland vorbei. Das Sturmfeld erfasst allerdings das ganze Land. Am Donnerstag folgt dann jenes kleine, aber sehr intensive weitere Sturmtief, das mit hoher Geschwindigkeit von West nach Ost voraussichtlich die Küstenlinie entlang braust und für Sorgenfalten sorgt.

Sturm auf die Rathäuser mit Rückenwind

In diesem Tief geht es nach Angaben der Wetterdienste so turbulent zu, dass eine exakte Vorhersage schwierig ist. Derzeit ist aber davon auszugehen, das vor allem der Nordwesten und Westen betroffen sein werden. Nordwestlich einer gedachten Linie von Saarbrücken bis nach Schwerin seien am Donnerstag im Laufe des Tages teils schwere Sturmböen bis 100 Stundenkilometer Windgeschwindigkeit zu erwarten, heißt es. Die heftigsten Böen im Flachland werden wohl in Schleswig-Holstein und Niedersachsen auftreten, aber auch in den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf geht es nicht nur wegen der Rathaus-Stürme der "alten Weiber" enorm stürmisch zu. Orkanartige und Orkan-Böen werden voraussichtlich aber nur direkt an den Küsten sowie auf den Bergen, darunter auch der Thüringer Wald, das Erzgebirge und der Bayerische Wald, auftreten.


Stürmisch ist es aber auch zuvor schon. In der Nacht zum Mittwoch frischt der Westwind merklich auf - nur der Osten und der Südosten sind davon nicht betroffen. Es gibt starke und vereinzelt stürmische Böen, auf den Bergen und an der Nordsee weht es teils auch schon deutlich heftiger. Im Laufe des Tages nimmt der Sturm an Stärke zu und auf einigen Gipfeln gibt es bereits vereinzelte Orkanböen, ehe es dann am Donnerstag richtig zur Sache geht.

Erst mild und nass, dann kurzzeitig kälter

Mit dem Sturm kommen viel Regen, aber auch milde Temperaturen zu uns. In den Gipfellagen der Mittelgebirge setzt Tauwetter ein - zum Teil bis auf 1000 Meter, so die Wetterdienste. Ganz im Süden, wo der Sturm voraussichtlich nicht hinreicht, kann es bei schönem Wetter 17 bis 18 Grad, vereinzelt sogar bis 20 Grad, warm werden. Hinter den Sturmtiefs wird es dann am Freitag jedoch vorübergehend nasskalt mit möglichen Schnee- und Schneeregenschauern - teils bis in tiefere Lagen. Die Höchstwerte liegen dann nur bei 0 bis 8 Grad, ehe es zu den tollen Tagen wieder etwas wärmer wird.

Bis dahin sind teils enorme Regenmengen gefallen. Vor allem in den Staulagen des Berglandes gibt es ergiebige und anhaltende Niederschläge. Schon bis Mittwoch früh muss am Schwarzwald, im Bayerischen Wald und an den Alpen mit Abflussmengen aus Regen und tauendem Schnee von 40 bis 60 Litern gerechnet werden. In den östlichen Mittelgebirgen sind bis Donnerstagmittag sogar 60 bis 90 Liter möglich - das ist überdurchschnittlich viel. Nicht allzu nass werden die Karnevalsjecken am kommenden Wochenende einschließlich Rosenmontag. Die rheinischen Hochburgen liegen an der Grenze einer Wetterfront, die die Norden etwas Regen bringen während es im Süden meist trocken bleibt. Bis dahin dürfte klar auch sein, ob dieser Sturm an Weiberfastnacht für schlimme Schäden gesorgt hat oder nicht.

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dho