Kettenbrief warnt
Liest die Meta AI private WhatsApp-Nachrichten mit?

  • von Anja Blanuscha
WhatsApp Logo und Meta AI Logo im Hintergrund
Die Nachricht klingt zunächst alarmierend: Wer eine bestimmte WhatsApp-Einstellung nicht aktiviert, soll seine Daten der KI ausliefern
© Jens Büttner / picture alliance / DPA

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In WhatsApp-Gruppen warnt aktuell ein Kettenbrief vor der Meta AI. Angeblich könne die KI auf private Nachrichten und Chats zugreifen. Grund zur Sorge gibt es aber nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst bei RTL.de

In zahlreichen WhatsApp-Gruppen macht aktuell eine Warnung die Runde. Darin wird behauptet, Meta-KI könne auf private Nachrichten, Telefonnummern und sogar andere Chats zugreifen. Die Botschaft sorgt bei vielen Nutzern für Verunsicherung.

In der Nachricht wird behauptet, dass künstliche Intelligenz ohne zusätzliche Einstellungen Gruppenchats öffnen, persönliche Informationen auslesen und sogar auf andere private Unterhaltungen zugreifen könne. Diese Aussagen sind jedoch falsch. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp bleibt weiterhin aktiv. Das bedeutet, dass Nachrichten nur von den beteiligten Personen gelesen werden können. Auch die Einführung neuer KI-Funktionen durch Meta ändert daran nichts. Nach Angaben der Faktenchecker von „Mimikama” werden Daten erst dann verarbeitet, wenn Nutzer die KI-Funktionen bewusst selbst verwenden.

WhatsApp Kettenbrief Screenshot
In WhatsApp-Gruppen verbreitet sich dieser Kettenbrief derzeit massenhaft
© RTL

Wofür ist der „erweiterte Chat-Datenschutz“ gedacht?

Der im Kettenbrief genannte „erweiterte Chat-Datenschutz“ existiert tatsächlich. Die Funktion dient allerdings nicht dazu, eine angebliche KI-Spionage zu verhindern. Vielmehr bietet sie zusätzliche Möglichkeiten, um den Export von Chats oder den Umgang mit Medieninhalten stärker einzuschränken. Ob Nutzer diese Option aktivieren möchten, bleibt eine persönliche Entscheidung. Wer die Funktion nicht einschaltet, muss deshalb aber nicht befürchten, dass Meta oder eine KI automatisch private Chats mitliest.

Wie erkenne ich einen Kettenbrief?

Burak Kahraman aus dem RTL-Verifizierungsteam rät dazu, bei solchen Nachrichten genau hinzuschauen. „Empfänger solcher Nachrichten sollten nicht in Panik geraten. Oft stecken hinter diesen Nachrichten keine verlässlichen oder überprüfbaren Informationen“, erklärt er. Besonders misstrauisch sollten Nutzer werden, wenn mit Angst gearbeitet wird. Übertriebene Warnungen, alarmierende Schlagworte und fehlende Quellen seien typische Merkmale vieler Kettenbriefe. „Da solche Nachrichten gezielt Emotionen wie Angst oder Wut ansprechen, reagieren viele Betroffene spontan und ohne die Inhalte näher zu prüfen“, schildert Kahraman.

WhatsApp-Chats bleiben geschützt

„Der Messengerdienst hat zu jeder Zeit eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aktiviert, daher sind sämtliche Daten innerhalb der Chats stets geschützt und können weder von WhatsApp noch von Meta eingesehen werden“, beruhigt Burak Kahraman. Sein Rat: Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen regelmäßig überprüfen und individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Panik wegen des aktuellen Kettenbriefs, der im vergangenen Jahr in ähnlicher Form bereits die Runde machte, ist also nicht nötig.

Quellen: Mimikama, eigene Recherche

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