HOME

Stern Logo Winnemuth Kolumne

Kolumne Winnemuth: Schuhe ausziehen? Ach was, nicht nötig.

Aber schön wär’s schon, ist nämlich frisch geputzt. Gedanken über die letzte große Frage: Ob man in fremden Wohnungen die Schuhe ausziehen soll.

Von Meike Winnemuth

Winnemuth Kolumne Schuhe

Schuhe ausziehen oder nicht? Wenn zwei Höflichkeitsformen aufeinanderprallen

Liebe Gemeinde, wir haben uns heute versammelt, um einen der letzten großen Glaubenskriege unserer Zeit zu schlichten. Ein Thema, das Familien zerstört, Freunde entzweit, die Gesellschaft spaltet wie kein zweites: Soll man in fremden Wohnungen die Schuhe ausziehen? Und umgekehrt: Kann man es von Besuchern erwarten, darf man sie im Zweifel dazu auffordern? Oder sollte man sie im Gegenteil dringend davon abhalten? Und falls man es erwartet, muss man dann Hausschuhe in allen gängigen Größen bereitstellen? Und müssen die Gäste das Angebot annehmen und jede Vorstellung von stinkigen Teenager-Mauken und Fußpilzträgern verdrängen, die vorher dringesteckt haben?

Gestern Abend war ich bei Freunden zum Essen eingeladen, zog zu deren Befremden aus experimentellen Gründen die Schuhe aus und zettelte am Tisch eine Debatte an, in deren weiterem Verlauf es dann lautstark und unversöhnlich um Impfgegner, Homöopathie auf Krankenkasse und Religionsunterricht ging – ich behaupte, weil wir durch das Schuhzerwürfnis in ohnehin schon aggressiver Stimmung waren. Anekdoten flogen: etwa von der feudalen Silvesterparty in einem 450-Quadratmeter-Penthouse, deren Gastgeber an der Wohnungstür Gummi-Stollen für Pfennigabsätze verteilten, um das frisch verlegte Parkett zu schonen. Was die einen als hochgradig lächerlich beschnaubten, die anderen absolut nachvollziehbar fanden. Am Ende des Abends waren wir keinen Schritt weiter, übrigens auch nicht beim Thema Homöopathie („Verarsche!“ – „Aber meinem Hund hat’s geholfen!“).

Schuhe ausziehen? Deutschland ist gespalten

Versuchen wir die Sache systematisch anzugehen: In den meisten Kulturen der Welt ist es üblich, beim Betreten des Hauses die Straßenschuhe auszuziehen, um den Dreck nicht ins Innere zu schleppen. In Asien, Russland, Skandinavien, den meisten arabischen Ländern: Schuhe aus, keine Diskussion. In Japan trägt man im Haus Socken, in Küche und Bad hingegen Feuchtraum-Latschen. Im Iran wurden mir spezielle Sandalen für den Toilettengang zugewiesen, und ich bin tausend Tode gestorben, als ich sie nach meiner Rückkehr ins Wohnzimmer geistesabwesend immer noch trug und nicht etwa an der Badezimmertür zurückgelassen hatte. In Spanien wiederum und Italien: undenkbar, die Schuhe bleiben an. Deutschland: gespalten in West (eher an) und Ost (eher aus) und zudem abhängig von spezifischen Familientraditionen.

Was dazu führt, dass bei jedem Besuch ein komplizierter Tanz aufgeführt wird. „Soll ich die Schuhe ausziehen?“ (= Hoffentlich nicht!) – „Ach was, nicht nötig.“ (= Wäre ganz schön, ich habe extra geputzt.) Hier prallen zwei Formen der Höflichkeit aufeinander, die des Gastgebers, der es seinen Gästen so angenehm wie möglich machen will, und die des Gastes, der die Hausgesetze beachten möchte. Weil es bei uns so unreglementiert ist, wird die Situation jedes Mal zum Drahtseilakt. Denn selbst wenn man einen Puschenträger-Haushalt besucht, der an der Haustür einen Pantoffelberg bereithält: Für die einen ist das Schuhausziehen ein Akt der Höflichkeit, für die anderen eine ungebührlich familiäre, intime Geste, die ausschließlich guten Freunden vorbehalten ist.

Kein Knigge, keine Lösung

Und jetzt? Nichts jetzt. Kein Knigge, keine Lösung. Nur Einzelfälle, Sonderfälle (Heizungsableser und Schornsteinfeger, wobei die neuerdings oft blaue OP-Überzieher mitbringen), Abwägung aller Faktoren (Matschwetter? Heller Teppichboden? Herumkrabbelnde Kleinkinder?) – und die Einsicht, dass auch hier das erste und erfolgreichste aller Menschheitsgesetze gilt: Je nachdem. Kommt drauf an. Muss man sehen.

Schuhe blitzschnell sauber
Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(