HOME

Asteroid im Anflug: "Großer Kürbis" rauscht zu Halloween dicht an der Erde vorbei

Was für Linus von den "Peanuts" ein Traum blieb, wird zu Halloween Realität. Der "große Kürbis" steigt auf und fliegt übers Firmament. Genauer gesagt: Ein Asteroid kommt der Erde für kosmische Dimensionen recht nah.

Künstlerische Darstellung eines grauen Asteroiden, der sich der leuchtenden Erde nähert

Asteroid in Erdnähe - immer ein Grund für Spekulationen, ob es zur Katastrophe kommt. Zu Halloween fliegt der Brocken 2015 TB145 - auch als "großer Kürbis" bezeichnet - sicher an der Erde vorbei.

Das hätte Linus von den "Peanuts" gefallen: Zu Halloween fliegt ein 400 Meter großer Asteroid relativ nahe an der Erde vorbei. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa passiert der "große Kürbis" unseren Heimatplaneten am frühen Abend des 31. Oktober - aus irdischer Sicht - in sicherem Abstand. "Am Punkt der größten Annäherung wird er nicht näher als 480.000 Kilometer kommen, das ist 1,3 Mal der Abstand zum Mond", erläuterte Paul Chodas vom Zentrum für die Untersuchung erdnaher Objekte in einer Mitteilung des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa im kalifornischen Pasadena.

"Obwohl das nach kosmischen Maßstäben recht dicht ist, wird er den Erwartungen zufolge ziemlich lichtschwach bleiben, so dass Himmelsgucker auf der Erde mindestens ein kleines Teleskop benötigen, um ihn zu sehen." Ob Linus, der in der Folge "It's the Great Pumpkin, Charlie Brown!" zu Halloween dem Kult anhängt, diesen "großen Kürbis" - wie von ihm ersehnt - gesehen hätte, ist also sehr fraglich.

Die Flugbahn eines die Erde am 31.10.2015 relativ nah passierenden Asteroiden in einer einfachen Grafik

Flugbahn des Asteroiden 2015 TB145 bei seiner größten Annäherung zur Erde. Der Abstand entspricht etwa 1,3 Mal der Entfernung Erde-Mond. Die Zeiten sind in UTC, der sogenannten Weltzeit, angegeben. Für unsere Mitteleuropäische Zeit (MEZ) muss man eine Stunde addieren, während der Sommerzeit zwei.

Forscher hoffen auf detailreiche Aufnahmen

Asteroiden sind übrig gebliebene Kleinkörper aus der Zeit der Planetenentstehung. Diese unregelmäßig geformten Felsbrocken bewegen sich wie die anderen Planeten auf einer Umlaufbahn um die Sonne. Der sich der Erde nähernde Asteroid mit der Katalognummer 2015 TB145 war erst am 10. Oktober mit Instrumenten der Universität von Hawaii entdeckt worden. Nasa-Forscher werden den Vorbeiflug mit optischen und mit Radioteleskopen verfolgen. Dies sei auf Jahre die beste Gelegenheit, einen Asteroiden mit Radioteleskopen abzubilden, erläuterte Nasa-Forscher Lance Benner vom JPL. "Wir planen, erstmals eine neue Möglichkeit zur Aufnahme von Radarbildern mit einer Auflösung von zwei Metern zu testen, und hoffen, ein unerreichtes Niveau von Details zu sehen."

Den bei jedem Asteroiden-Vorbeiflug aufkommenden Untergangstheorien nahm die Nasa übrigens gleich den Wind aus den Segeln: Nichts an 2015 TB145 sei gruselig. Der Gesteinsbrocken werde die Erde passieren, ohne sie zu gefährden. "Und was werden wir machen? Wir werden ihn untersuchen", twittert das JPL. Hintergrund der Theorien: Eine Kollision mit einem großen, massiven Asteroiden mit der Erde würde katastrophale Folgen haben.


Von den bislang bekannten Asteroiden wird erst im Jahr 2027 wieder ein ähnlich knapper Vorbeiflug erwartet. Der 800 Meter große Brocken 1999 AN10 wird sich der Erde dann bis etwa auf Mondentfernung nähern. Allerdings werden nahe Asteroiden-Begegnungen wie bei 2015 TB145 auch oft erst kurzfristig entdeckt.

Zur Erinnerung: "It's the Great Pumpkin, Charlie Brown!" (Ausschnitt)


dho/DPA