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"Discovery": Starttermin am Sonntag wackelt

Die Nasa hält trotzig an einem Start ihrer Raumfähre "Discovery" im Juli fest. Doch die Ingenieure bekommen die Probleme des Shuttles nicht in den Griff - vielleicht hebt der Raumgleiter erst im September ab.

Ingenieure und Mechaniker suchen am Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida intensiv nach der Ursache der technischen Panne, die den geplanten "Discovery"-Start vereitelte. Die Weltraumbehörde Nasa schloss einen Start an diesem Sonntag nicht aus, bezeichnete die Chancen aber als eher gering. Nicht auszuschließen ist, dass der erste Shuttle-Start nach dem Absturz der "Columbia"-Fähre vor zweieinhalb Jahren bis September warten muss.

"Wenn wir an ein paar Strippen ziehen und einen Wackelkontakt finden, könnte es bald wieder losgehen", sagte der stellvertretende Manager des Shuttle-Programms, Wayne Hale, in Florida. "Die Chancen stehen aber nicht sehr hoch." Bei einem Test zweieinhalb Stunden vor dem geplanten Start hatte einer von vier Treibstoffsensoren eine falsche Messung angezeigt. Das könnte zur Katastrophe führen, weil die Sensoren dafür verantwortlich sind, die Triebwerke zu schließen, wenn zu wenig Treibstoff einschießt.

Unklar war nach wie vor, ob das Problem in der Verkabelung oder liegt oder der Sensor selbst nicht funktioniert. Die Verkabelung kann im Triebwerk inspiziert werden. Das sollte noch am Donnerstag an der Startrampe in Angriff genommen werden. Der schon mit zwei Millionen Litern flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff beladene Außentank war bereits geleert worden. Wenn der Sensor selbst das Problem ist, müsste der Tank untersucht werden, was dort nicht möglich ist. Das Shuttle würde dann in den Hangar zurückgebracht, was den neuen Start zwei Wochen verzögern könnte.

"Ich bin noch nicht bereit, das Juli-Starfenster aufzugeben", sagte Hale. Bis 31. Juli ist ein Start bei Tageslicht möglich. Darauf besteht die Nasa, um die Startphase von allen Seiten filmen und fotografieren zu können.

Die sieben Astronauten, die am Mittwoch schon in ihren Sitzen festgeschnallt waren, als die Entscheidung zum Startabbruch kam, nutzten die Zeit für weitere Trainingsstunden. "Sie bekommen auch ein bisschen Freizeit", sagte Hale.

DPA / DPA