"Sseti-Express" Studentensatellit ist im All


Er wurde von europäischen Studenten erdacht und gebaut, nun ist er erfolgreich in eine Erdumlaufbahn geschossen worden: der Satellit Sseti-Express. Doch damit nicht genug: Er hat noch weitere Minisatelliten an Bord.

Eine Kosmos-3M Trägerrakete wurde kurz vor. 09.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit gezündet und transportierte das etwa waschmaschinengroße Gerät vom nordrussischen Kosmodrom Plesetsk in den erdnahen Weltraum. "Sseti-Express" soll auf einer über die Pole führenden Bahn die Erde in ca. 690 Kilometern Höhe umkreisen und fotografieren. Zudem führt er drei weitere an Universitäten entwickelte wissenschaftliche Minisatelliten mit sich, die in der Umlaufbahn ausgesetzt werden sollen. Die rund zehn Zentimeter großen würfelförmigen Flugkörper kommen aus Japan, Norwegen und Deutschland.

"Sseti-Express" soll unter anderem neuartige Solarzellen und die Funktionsfähigkeit von Internetprotokollen im Weltraum testen. Der in weniger als zwei Jahren fertig gestellte Satellit ist das erste Produkt der im Jahr 2000 gestarteten studentischen Weltrauminitiative Sseti (Student Space Exploration and Technology Initiative) der Esa. Ein weiterer Studentensatellit soll voraussichtlich 2008 starten. Zwischen 2010 und 2012 ist eine Sseti-Satellitenmission zum Mond geplant, für die derzeit erste Vorstudien laufen.

Das komplette Sseti-Express-Projekt benötigte von der ersten Idee bis zum fertigen Satelliten nur eineinhalb Jahre und wurde von über 200 Studenten aus mehr als 20 europäischen Universitäten in 12 Ländern entwickelt. Auf deutscher Seite der Student Space Exploration and Technoloy Iniative (Sseti) waren die Universitäten Würzburg, Dortmund und Stuttgart beteiligt. Koordiniert wurde die Arbeit der im Wesentlichen nur über das Internet zusammen arbeitenden einzelnen Teams unter der Federführung der Europäischen Weltraumbehörde Esa, die damit auch die Möglichkeiten von kleineren, leichteren und billigeren Satelliten ausloten möchte. 2008 soll dem jetzt gestarteten sechzig Kilo-Satelliten ein größerer, etwa 100 Kilogramm schwerer geostationärer Satellit der Sseti-Initiative folgen, der nach dem gleichen Muster entstehen soll.

Reuters/DPA


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