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"Urknall-Teleskop": Esa-Satellit liefert detaillierte Himmelskarte

Das europäische Weltraumteleskop "Planck" hat erstmals ein Bild des kompletten Himmels geliefert. Durch die Auswertung der Daten wollen Wissenschaftler nicht nur dem Urknall auf die Spur kommen, sondern auch das Geheimnis der dunklen Materie ergründen.

Der Esa-Satellit "Planck" hat seine erste Aufnahme des gesamten Himmels gesendet. Das Teleskop helfe nicht nur dabei, neue Erkenntnisse über die Entstehung von Sternen und Galaxien zu gewinnen. Es soll auch dazu beitragen, mehr über die Geburt des Universums nach dem Urknall herauszufinden, teilte die Europäische Weltraumorganisation Esa in Paris mit. Seine Feuertaufe hat es nun überstanden: "Planck" erstellte eine erste, faszinierende Himmelskarte.

"Genau für diesen Augenblick wurde Planck geschaffen", sagte Esa-Direktor für Wissenschaft und Robotische Exploration, David Southwood. "Wir haben noch lange keine Antwort auf alle Fragen, sondern eröffnen den Wissenschaftlern neue Möglichkeiten, die Entstehung des Universums und seine heutige Funktionsweise besser zu verstehen. Nun kann die wissenschaftliche Ernte beginnen."

Kalter Staub und dunkle Materie

Das von "Planck" aufgenommene Bild des gesamten Himmels zeigt die nächstgelegenen Teile der Milchstraße bis hin zu den entferntesten Gefilden von Raum und Zeit und stellt laut Esa einen "außergewöhnlichen Schatz neuer Daten" für Astronomen dar. Zu sehen sind unter anderem Bänder aus kaltem Staub ober- und unterhalb der Milchstraße, wie die Weltraumagentur erläuterte. In diesem galaktischen Netz entstehen neue Sterne.

"Planck" war im Mai vergangenen Jahres ins All geschossen worden. Das Teleskop soll wie eine Zeitmaschine zurück in die Vergangenheit des Universums blicken. Der 700 Millionen Euro teure Satellit zeichnet dazu den sogenannten Mikrowellenhintergrund des Alls auf, ein Überrest des ersten Lichts, das nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren ausgesendet wurde. Zudem fahndet Planck nach der geheimnisvollen dunklen Materie, die bisher nicht direkt beobachtet werden konnte. Das Teleskop soll den Himmel bis zum Ende seiner Mission im Jahr 2012 insgesamt vier Mal komplett fotografieren.

AFP/DPA/gro / DPA
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