HOME

17 Mal so schwer wie die Erde: Astronomen entdecken erdähnlichen Riesenplaneten

Forscher haben im Weltall den "Godzilla unter den Erden" gesichtet. Der riesige Planet besteht wie die Erde aus Gestein, wiegt aber 17 Mal so viel - und spielt in einer Klasse mit Uranus und Neptun.

Astronomen haben riesige Erde entdeckt

Astronomen haben riesige Erde entdeckt

Astronomen haben nach eigenen Angaben eine "Mega-Erde" bei einem anderen Stern entdeckt. Der ferne Himmelskörper habe 17 Mal so viel Masse wie die Erde, berichteten die Entdecker um Xavier Dumusque vom Harvard-Smithsonian Zentrum für Astrophysik CfA heute bei der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft AAS in Boston.

"Wir waren sehr überrascht, als uns klar wurde, was wir gefundenhatten", schreibt Dumusque in einer CfA-Mitteilung. "Dies ist der Godzilla unter den Erden", so sein Institutskollege Dimitar Sasselov. Für einen Gesteinsplanet ist der Himmelskörper ungewöhnlich schwer. In unserem Sonnensystem gibt es zwar Planeten mit vergleichbarer Masse wie etwa Uranus und Neptun. Diese sind aber Gasplaneten, die sich in eine dichte Atmosphäre aus Wasserstoff und Helium hüllen. Bei der Neuentdeckung handelt es sich also um einen neuen Planetentyp.

Das Forscherteam entdeckte den riesigen Planeten mit dem Weltraumteleskop Kepler. Gemeinsam mit einer "Lava-Welt", einem kleineren, sehr heißen Planeten, umkreist der Exoplanet - so heißen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - einen Stern im Sternbild Draco (der Drache). Er bekam die Katalognummer Kepler-10c.

Bislang keine Hinweise auf Leben

Das Weltraumteleskop beobachtete, wie der Planet in einer Art Mini-Sternenfinsternis vor seinem Heimatstern vorbeizog und dessen Licht dabei ganz leicht abschwächte. Aus der Stärke dieser Abschwächung lässt sich die Größe des Planeten berechnen. Kepler-10c hat demnach einen Durchmesser von knapp 30.000 Kilometern, rund 2,3 Mal so viel wie die Erde. Damit hielten die Astronomen ihn zunächst für einen Mini-Neptun.

Mit dem Präzisionsspektrographen Harps-North am italienischen Galileo-Teleskop auf den Kanaren bestimmten die Forscher schließlich die Masse des fernen Planeten und kamen auf 17 Erdmassen. Die Dichte von Kepler-10c spricht für einen Gesteinsplaneten, denn für einen Gasplaneten ist sie viel zu hoch.

In Anlehnung an die Bezeichnung Super-Erde, die Astronomen für Planeten mit bis zur 14-fachen Erdmasse verwenden, tauften die Forscher ihre Entdeckung eine Mega-Erde. Wie ähnlich sie unserer Erde tatsächlich ist, wissen sie allerdings nicht. Hinweise auf Leben haben sie bislang nicht gefunden.

Die Forscher gehen davon aus, dass es noch mehr solcher Himmelskörper gibt. Modellrechnungen legten nahe, dass auch bei anderen Sternen Mega-Erden entstanden sein könnten. Dann wäre die Neuentdeckung der Prototyp für eine ganz neue Klasse von Planeten.

ljk/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel