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Astronaut Alexander Gerst: "Die Raumfahrt verbessert das Leben auf der Erde"

Nach seiner Rückkehr von der Internationalen Raumstation wirbt der deutsche Astronaut Alexander Gerst für die Raumfahrt. Die Medizin könne nicht auf die Versuche im All verzichten.

Ist überzeugt von der bemannten Raumfahrt: Astronaut Alexander Gerst.

Ist überzeugt von der bemannten Raumfahrt: Astronaut Alexander Gerst.

Alexander Gerst ist nicht nur als dritter deutscher Astronaut an Bord der Internationalen Raumstation (ISS), sondern auch als Star der sozialen Netzwerke in die Raumfahrtgeschichte eingegangen. Tausende folgten via Twitter und Facebook der Reise des 38-Jährigen ins All und waren begeistert von den beeindruckenden Bildern, die Gerst von unserem Heimatplaneten machte und ins Internet stellte. Fast vergessen wurde dabei, dass der Astronaut nicht zum Bilder machen rund 400 Kilometer über der Erde schwebte, sondern während seines sechsmonatigen Aufenthalts zahlreiche wissenschaftliche Experimente durchführte.

Was die Raumfahrt für den Alltag bringt

Eine Woche nach seiner Rückkehr hat Gerst bei einer Konferenz im Europäischen Astronautenzentrum in Köln die Bedeutung der Internationalen Raumstation für das alltägliche Leben vieler Menschen auf der Erde herausgestellt. "Die Experimente im Weltall dienen dem Zweck, das Leben auf der Erde zu verbessern", sagt Gerst. So hätten frühere Versuche zum Beispiel zur Entwicklung neuer Medikamente gegen die Knochenkrankheit Osteoporose beitragen können. Er selbst habe Versuche ausgeführt, deren Ergebnisse Berufstätigen im Schichtdienst zugutekommen könnten. Dies sei aber nur ein Beispiel von vielen. Die meisten Daten, die Gerst während seiner Mission gesammelt hat, müssen noch ausgewertet werden. "Ich bin gespannt, was da rauskommt", so Gerst.

Der schwedische Arzt und Forscher Lars Karlsson bestätigt, dass die bemannte Raumfahrt aus medizinischer Sicht wichtig sei, weil für viele Experimente Menschen im Zustand der Schwerelosigkeit benötigt würden. Während des Gesprächs wurde auch noch ein anderer Aspekt der Raumfahrt herausgestellt: Der Astronaut Reinhold Ewald, der die Konferenz moderierte, wies darauf hin, dass die Zusammenarbeit westlicher Länder mit Russland in der Raumfahrt nach wie vor hervorragend sei. Er erinnerte daran, dass die ISS aus diesem Grund vor wenigen Wochen sogar den Preis des Westfälischen Friedens zum Gedenken an das Ende des Dreißigjährigen Krieges erhalten hatte. Jan Wörner, der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), dazu: "Unsere Tätigkeit im Weltall steht über den nationalen Konflikten auf der Erde."

db/DPA / DPA
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