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@Astro_Alex auf der ISS Was Alexander Gerst im All vermissen wird - und was eher nicht

Nur 1,5 Kilo Gepäck darf Gerst in die Internationale Raumstation (ISS) mitnehmen. Als er 2014 erstmals an Bord ging, gehörte dazu eine Stoffmaus. Der deutsche Astronaut war Gast in einer Folge "die Sendung mit der Maus". Als Unicef-Botschafter beantwortete er den Kindern Fragen aus dem All.


Seine Weltraumfaszination wurde durch ein Experiment in der Kindheit ausgelöst. Sein Opa schickte einen Funkspruch zum Mond, die Wellen prallten zurück zur Erde – wo der Sechsjährige sie begeistert empfing.


Medizin, Robotik, Sicherheitsprozeduren – das Astronauten-Training ist hart. Gersts größtes Problem war allerdings, in drei Monaten Russisch zu lernen, damit er sich mit den Kollegen unterhalten kann.


Ex-Bundespräsident Joachim Gauck verleiht ihm 2015 das Bundesverdienstkreuz. Ein echter Fan ist die Kanzlerin. Die promovierte Physikerin lud Gerst sogar zum Vieraugengespräch ins Kanzleramt ein.


Wie es um seine Bewerbung als Astronaut steht, erfährt der Geophysiker per Satellitentelefon. Denn während 2008 das Auswahlverfahren läuft, erforscht er gerade einen Vulkan.


Nach seiner Rückkehr aus dem All wird Gerst in seiner schwäbischen Heimatstadt Künzelsau, deren Ehrenbürger er ist, von Tausenden empfangen. Vor dem Start seiner zweiten Mission läuft am Rathaus ein Countdown.


Nach dem Start der Rakete im Mai 2014 zur ISS entspannte Gerst mit einer selbst zusammengestellten Playlist. Einer der Songs: Reinhard Meys Fliegerballade "Über den Wolken". Zum Lesen nahm er den Science-Fiction-Klassiker "Die Astronauten" von Stanislaw Lem mit an Bord.


Vor dem WM-Gruppenspiel Deutschland gegen USA 2014 wettet Gerst mit seinen US-Kollegen in der ISS: Gewinnt ihr Team, dürfen sie ihm die US-Flagge auf die Stirn malen. Gewinnt die deutsche Elf, darf er ihnen eine Glatze verpassen. Das DFB-Team siegt knapp mit 1:0 durch ein Tor von Thomas Müller.


Während der Vorbereitung für seine erste Mission verlieben sich Gerst und seine Astronauten-Trainerin Laura Winterling. Sie sind für mehrere Jahre ein Paar. Sie träumte lange Zeit selbst von einem Flug in den Weltraum. Alle nötigen Voraussetzungen bringt die extrem sportliche Physikerin mit.


Seine Beliebtheit verdankt "Astro Alex" – so Gersts Twittername – auch dem Umstand, dass er für jeden Spaß zu haben ist. So lieferte er sich ein Astronautennahrungs-Wettessen mit "Neo Magazin Royale"-Gastgeber Jan Böhmermann.
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Sechs Monate ISS, sechs Monate Schwerelosigkeit: Alexander Gerst ist Astronaut mit Leib und Seele. Doch Menschen sind fürs Leben im All nicht gemacht. @Astro_Alex vermisst dort oben ganz alltägliche Dinge.

Zweieinhalb Stunden vor dem Start vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan hat sich Alexander Gerst von seinen Fans verabschiedet: "Letzte Nachricht vor dem Start, steigen gleich in die Rakete. Nächster Halt ISS in zwei Tagen, wenn alles glatt geht", twitterte der aktuelle Stolz der deutschen Raumfahrt. Und als ob nicht er eine waghalsige Reise unternehmen würde, sondern alle anderen, fügte er noch hinzu: "Passt auf Euch auf, meine Freunde!"

So kurz vor dem Start der "Horizons"-Mission, die ihn für sechs Monate auf die Internationale Raumstation ISS bringt, war Gerst erstmal froh, einiges hinter sich lassen zu können. All' die Momente voller sorgenvoller Fragen und emotionaler Abschiedsworte von Freunden, Angehörigen und auch Journalisten zum Beispiel. "Zu dem Zeitpunkt haben wir eigentlich alle schon, salopp gesagt, die Schnauze voll von so viel Abschied, wir sind froh, wenn es dann los geht", sagte Gerst dem WDR-Magazin "Quarks & Co.".

Genug Abschiede, genug Drehwürmer

Und - alle Jungs und Mädels, die den Traum haben, Astronaut zu werden, aufgepasst! - auf noch etwas kann @Astro_Alex sehr, sehr gut verzichten: Das leidige Training für die Schwerelosigkeit, bei dem selbst einem so fitten und durchtrainierten Typen wie Gerst ein Drehwurm nicht erspart bleibt - Übelkeit inklusive:

"Zum Besten beim Flug ins All gehört, dass ich DAS nicht mehr jeden Tag machen muss, zehn Minuten am Tag", ließ er uns alle vor kurzem via Twitter wissen:

Was Alexander Gerst im All vermisst

Die Heimat, den Planeten

Auf Abschiede und Drehwürmer kann unser Vorzeige-Raumfahrer also bestens verzichten. Freunde und Familie aber wird er während der sechs Monate in der ISS natürlich sehr vermissen. Zurückzukommen sei deshalb ein "tolles Gefühl", gesteht Gerst im Interview mit dem WDR - auch, wenn er natürlich nicht Astronaut geworden sei, um im All ständig an die Rückreise zu denken. "Mir geht's ja immer so, egal wie lange ich weg bin, sei es übers Wochenende oder drei Wochen oder drei Jahre, am Schluss freue ich mich immer aufs Heimkommen. So ist es eben auch, wenn man im Weltraum ist." Es sei für ihn sehr wichtig, nicht aus dem Auge zu verlieren, "dass ich da unten meine Heimat habe". Und als Heimat, das hat der Astronaut schon mehrfach betont, empfindet er beim Blick von der ISS nicht seinen Heimatort Künzelsau oder seine Wahlheimat Köln, wo sich das Esa-Astronautenzentrum befindet, sondern den ganzen Planeten.

Public Viewing während der WM

Vermissen wird Gerst etwas, worauf sich viele derzeit sehr freuen dürfen: das Public Viewing während der Fußball-WM. "Ich fand es immer toll, dass man sich draußen im Biergarten trifft, wo eine große Leinwand ist. Diese Stimmung werde ich schon vermissen." Verständlich, denn dieses Vergnügen hatte er schon lange nicht mehr - jedenfalls nicht bei einer WM. Vor vier Jahren war Gerst nämlich - auf der ISS, während seiner ersten Weltraum-Mission "Blut Dot". Wenigstens ist ein Ball im All dabei - und am Tag des WM-Finales will die ISS-Besatzung ein kleines eigenes Endspiel in der Schwerelosigkeit austragen.

Sich in einen Sessel fallen lassen

Es gibt aber auch ganz einfache Dinge, die dem Raumfahrer auf der ISS fehlen. "Sich nach einem anstrengenden Tag mal in den Sessel fallen zu lassen. Das geht in der Schwerelosigkeit nicht", so Gerst während eines Pressetermins zur "Horizons"-Mission im vergangenen Herbst.

Sich im Bett umdrehen

Genauso ist es mit dem gemütlichen Umdrehen im Bett - "eine Angewohnheit von mir", so Gerst. Für das Gefühl der Gemütlichkeit und Geborgenheit, das viele von uns empfinden, wenn sie sich in die Kissen drücken können, braucht es nämlich etwas, was für uns allgegenwärtig ist: die Anziehungskraft der Erde. In der Schwerelosigkeit aber gibt es kein Oben und kein Unten. Sich in seinem aufgehängten Schlafsack umzudrehen, bringt auf der ISS daher schlicht gar nichts. Dafür kann man nachts, wenn man mal müssen muss, einfach zur Toilette schweben. Das vermisst Gerst manchmal auf der Erde. Dafür lässt sich das Geschäft, der Schwerkraft sei Dank, ja viel leichter erledigen.

Auf etwas sehr Bodenständiges wiederum wird @Astro_Alex da oben übrigens nicht verzichten müssen: sein Lieblingsessen! Das ist, wie es sich für einen guten Württemberger gehört, natürlich Linsen mit Spätzle. 

dho / dho

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