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@Astro_Alex auf der ISS: Was Alexander Gerst im All vermissen wird - und was eher nicht

Sechs Monate ISS, sechs Monate Schwerelosigkeit: Alexander Gerst ist Astronaut mit Leib und Seele. Doch Menschen sind fürs Leben im All nicht gemacht. @Astro_Alex vermisst dort oben ganz alltägliche Dinge.

Alexander Gerst: 10 Geheimnisse über den deutschen Astronauten

Zweieinhalb Stunden vor dem Start vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan hat sich Alexander von seinen Fans verabschiedet: "Letzte Nachricht vor dem Start, steigen gleich in die Rakete. Nächster Halt ISS in zwei Tagen, wenn alles glatt geht", twitterte der aktuelle Stolz der deutschen Raumfahrt. Und als ob nicht er eine waghalsige Reise unternehmen würde, sondern alle anderen, fügte er noch hinzu: "Passt auf Euch auf, meine Freunde!"

So kurz vor dem Start der "Horizons"-Mission, die ihn für sechs Monate auf die Internationale Raumstation ISS bringt, war Gerst erstmal froh, einiges hinter sich lassen zu können. All' die Momente voller sorgenvoller Fragen und emotionaler Abschiedsworte von Freunden, Angehörigen und auch Journalisten zum Beispiel. "Zu dem Zeitpunkt haben wir eigentlich alle schon, salopp gesagt, die Schnauze voll von so viel Abschied, wir sind froh, wenn es dann los geht", sagte Gerst dem WDR-Magazin "Quarks & Co.".

Genug Abschiede, genug Drehwürmer

Und - alle Jungs und Mädels, die den Traum haben, Astronaut zu werden, aufgepasst! - auf noch etwas kann @Astro_Alex sehr, sehr gut verzichten: Das leidige Training für die , bei dem selbst einem so fitten und durchtrainierten Typen wie Gerst ein Drehwurm nicht erspart bleibt - Übelkeit inklusive:

"Zum Besten beim ins All gehört, dass ich DAS nicht mehr jeden Tag machen muss, zehn Minuten am Tag", ließ er uns alle vor kurzem via Twitter wissen:

Was Alexander Gerst im All vermisst

Die Heimat, den Planeten

Auf Abschiede und Drehwürmer kann unser Vorzeige-Raumfahrer also bestens verzichten. Freunde und Familie aber wird er während der sechs Monate in der ISS natürlich sehr vermissen. Zurückzukommen sei deshalb ein "tolles Gefühl", gesteht Gerst im Interview mit dem WDR - auch, wenn er natürlich nicht Astronaut geworden sei, um im All ständig an die Rückreise zu denken. "Mir geht's ja immer so, egal wie lange ich weg bin, sei es übers Wochenende oder drei Wochen oder drei Jahre, am Schluss freue ich mich immer aufs Heimkommen. So ist es eben auch, wenn man im Weltraum ist." Es sei für ihn sehr wichtig, nicht aus dem Auge zu verlieren, "dass ich da unten meine Heimat habe". Und als Heimat, das hat der Astronaut schon mehrfach betont, empfindet er beim Blick von der ISS nicht seinen Heimatort Künzelsau oder seine Wahlheimat Köln, wo sich das Esa-Astronautenzentrum befindet, sondern den ganzen Planeten.

Public Viewing während der WM

Vermissen wird Gerst etwas, worauf sich viele derzeit sehr freuen dürfen: das Public Viewing während der Fußball-WM. "Ich fand es immer toll, dass man sich draußen im Biergarten trifft, wo eine große Leinwand ist. Diese Stimmung werde ich schon vermissen." Verständlich, denn dieses Vergnügen hatte er schon lange nicht mehr - jedenfalls nicht bei einer WM. Vor vier Jahren war Gerst nämlich - auf der , während seiner ersten Weltraum-Mission "Blut Dot". Wenigstens ist ein Ball im All dabei - und am Tag des WM-Finales will die ISS-Besatzung ein kleines eigenes Endspiel in der Schwerelosigkeit austragen.

Sich in einen Sessel fallen lassen

Es gibt aber auch ganz einfache Dinge, die dem Raumfahrer auf der ISS fehlen. "Sich nach einem anstrengenden Tag mal in den Sessel fallen zu lassen. Das geht in der Schwerelosigkeit nicht", so Gerst während eines Pressetermins zur "Horizons"-Mission im vergangenen Herbst.

Sich im Bett umdrehen

Genauso ist es mit dem gemütlichen Umdrehen im Bett - "eine Angewohnheit von mir", so Gerst. Für das Gefühl der Gemütlichkeit und Geborgenheit, das viele von uns empfinden, wenn sie sich in die Kissen drücken können, braucht es nämlich etwas, was für uns allgegenwärtig ist: die Anziehungskraft der Erde. In der Schwerelosigkeit aber gibt es kein Oben und kein Unten. Sich in seinem aufgehängten Schlafsack umzudrehen, bringt auf der ISS daher schlicht gar nichts. Dafür kann man nachts, wenn man mal müssen muss, einfach zur Toilette schweben. Das vermisst Gerst manchmal auf der Erde. Dafür lässt sich das Geschäft, der Schwerkraft sei Dank, ja viel leichter erledigen.

Auf etwas sehr Bodenständiges wiederum wird @Astro_Alex da oben übrigens nicht verzichten müssen: sein Lieblingsessen! Das ist, wie es sich für einen guten Württemberger gehört, natürlich Linsen mit Spätzle. 

Zeitraffer von der ISS: Alexander Gersts traumhaftes Polarlicht
dho