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Evakuierung der ISS: Nasa befürchtet Verlust der Raumstation

Eine mögliche Evakuierung der Internationalen Raumstation ISS ist laut US-Raumfahrtbehörde Nasa nicht unproblematisch. Bleibe die Station eine Zeit lang unbemannt, steige die Gefahr, sie zu verlieren.

Nach dem Aussetzen der russischen Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation fürchten die USA im Falle einer möglichen Evakuierung den Verlust der ISS. "Das Risiko, die Raumstation zu verlieren, ist größer, wenn sie nicht bemannt ist", sagte der ISS-Programmmanager der Nasa, Michael Suffredini. Die Gefahr sei "nicht unerheblich höher".

Nach dem Absturz eines unbemannten russischen Raumtransporters auf dem Weg zur ISS hatte Russland den nächsten Start eines bemannten Fluges um mindestens einen Monat verschoben. Laut Vertretern der russischen und der US-Raumfahrtbehörde könnte eine noch längere Aussetzung der Versorgungsflüge eine Evakuierung der ISS notwendig machen. Damit wäre die Raumstation zum ersten Mal ohne Besatzung. Entscheidend für alle weiteren Entscheidungen zur ISS seien die Sicherheit der Besatzung sowie die "sehr großen Investitionen", die Russland und die USA in die ISS gesteckt hätten, sagte Nasa-Experte Suffredini.

Bald wieder Starts geplant

Ein Progress-Versorgungsraumschiff mit Nachschub für die ISS war vergangene Woche nach dem Start einer Rakete nicht in die korrekte Umlaufbahn gelangt und abgestürzt. Die Rakete der missglückten Mission verfügt nach russischen Angaben über den gleichen Antrieb wie die Rakete, die drei neue Raumfahrer zur ISS bringen soll. Russland hat derzeit eine entscheidende Stellung in der Raumfahrt, weil es nach der Einstellung des US-Shuttleprogramms Ende Juli als einziges Land über Raketen für bemannte Flüge zur ISS verfügt.

Normalerweise halten sich stets sechs Raumfahrer in der ISS auf; derzeit sind es drei Russen, zwei Amerikaner und ein Japaner. Drei von ihnen sollten ursprünglich am 8. September die Raumstation verlassen. Ihre Heimkehr verschiebe sich nun mindestens bis zum 16. September, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Allerdings würden wie vorgesehen am 20. Oktober zwei Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo von Französisch-Guyana aus mit Sojus in den Weltraum starten.

lea/DPA/AFP / DPA