Internationale Raumstation Erster Malaye auf der ISS


Die neue ISS-Besatzung für die nächsten sechs Monate ist vom Weltraumbahnhof Baikonur ins All gestartet. Mit an Bord ist der erste Astronaut Malaysias. Der Muslim will auch im Orbit die Fastenregeln des Ramadan einhalten.

Mit dem ersten Astronauten Malaysias ist die neue Langzeitbesatzung der Internationalen Raumstation ISS am Mittwoch zu ihrem halbjährigen Aufenthalt ins All gestartet. Das russische Sojus-Raumschiff hob um 15.22 Uhr (MESZ) planmäßig vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. An Bord fliegt neben dem Russen Juri Malentschenko und der US-Astronautin Peggy Whitson der malaysische Arzt Sheikh Muszaphar Shukor (35) mit zur ISS. Der gläubige Muslim hatte angekündigt, auch im All bis zum Ende des Ramadan an diesem Freitag die Fastenregeln einzuhalten.

Nach Medienberichten erstellte in Malaysia eine nationale Islamkonferenz eigens ein Regelwerk für Muslime im All. Demnach solle der Astronaut "nach besten Möglichkeiten" trotz seines vollen Programms mit wissenschaftlichen Experimenten fünf Mal am Tag in Richtung Mekka beten, wobei die Orientierung bei einer Erdumkreisung alle 90 Minuten schwer fallen dürfte. Shukor soll mit der Sojus an diesem Freitag an der ISS ankommen und nach einer Woche mit der abgelösten Langzeitbesatzung zur Erde zurückkehren. Die malaysische Regierung hatte seine ISS-Mission im Gegenzug für einen Rüstungsauftrag an Russland in Milliardenhöhe ausgehandelt.

Im Dezember soll das europäische Labor Columbus gebracht werden

Malentschenko und Whitson steht nach Ansicht der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos die bislang schwierigste Langzeitmission auf der ISS bevor. Sie müssen bis April unter anderem ein europäisches und eine japanisches Modul auf der Raumstation in Empfang nehmen. Im Dezember soll das europäische Labor Columbus an Bord einer US-Raumfähre zur ISS starten. "Das ist eine schwierige Arbeit, die viel Können erfordert", sagte Roskosmos-Chef Anatoli Perminow vor dem Sojus-Start nach Angaben der Agentur Interfax.

Zudem erwartet die beiden Astronauten reger Verkehr um ihr neues, schwebendes Zuhause in etwa 390 Kilometer Höhe. So ist neben zwei bis drei Flügen von US-Shuttles zur ISS der Jungfernflug des neuen unbemannten europäischen Raum-Transporters Jules Verne für Anfang nächsten Jahres geplant. Auch russische Progress-Frachter sollen zu Versorgungsflügen zur ISS starten.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker