Internationale Raumstation Letzter Außeneinsatz brachte Kühlung


Zum dritten und letzten Mal sind zwei Astronauten der Raumfähre "Atlantis" ausgestiegen. Grund für den Einsatz: die Installation einer 13 Meter langen Kühlanlage, die das Innenleben der ISS schützen soll.

Vor dem "Kofferpacken" noch mal schwer schuften: Nach dem erfolgreichen Entfalten von zwei riesigen Sonnensegeln sind zwei Astronauten der Raumfähre "Atlantis" zum dritten und letzten Mal vor der Heimreise zur Montage ins All ausgestiegen. Als Hauptaufgabe musste das Duo Joe Tanner und Heide Stefanyshyn-Piper, das schon am Montag im Freien gewerkelt hatte, eine gut 13 Meter lange Kühlanlage installieren. Sie soll die empfindliche Elektronik vor Hitze schützen, wenn die Sonnensegel in Betrieb genommen worden sind. Daneben gab es aber noch eine ganze Reihe von anderen Arbeitsaufträgen, einen äußerst langen Laufzettel für die beiden, wie ein NASA-sprecher im Kontrollzentrum in Houston sagte.

Luke "klemmte"

Dabei standen Tanner und Piper unter erhöhtem Zeitdruck. Der Ausstieg könnte nämlich erst 45 Minuten später als ursprünglich geplant beginnen, weil eine Druckluftpumpe an der Luke wegen eines defekten Schalters keinen Strom bekam. Als es dann schließlich so weit war, wurde die Reihenfolge der Arbeiten ein wenig umgestellt, um Zeit einzusparen. Bolzen wie bei den vorausgegangenen beiden Außenbordeinsätzen gingen den Astronauten diesmal nicht verloren - jedenfalls nicht bis zur Halbzeit des Einsatzes. "Bisher ist nichts ins All entschwebt", scherzte Sprecher Pat Ryan im Kontrollzentrum.

Auf dem Arbeitsprogramm des auf rund sechseinhalb Stunden angesetzten Einsatzes stand neben dem Anbringen der Kühlanlage die Installation von Halterungen am Drehgelenk der Sonnensegel. Dann galt es Teile im Kommunikationssystem der ISS zu ersetzen und die Antenne der Station mit einem Schutz gegen Wärme und Kälte zu versehen. Außerdem hatten die beiden Astronauten den Auftrag, eine neue drahtlose Antenne anzubringen. Damit soll die Qualität der Bilder besser werden, die eine Kamera am Helm der Astronauten bei Außenbordeinsätzen zur Erde überträgt.

Die Stimmung war entspannt: Den eigentlichen Höhepunkt des elftägigen Weltraumeinsatzes hatte man ja bereits am Donnerstag mit dem Entfalten der Sonnensegel erreicht. Das war die Grundvoraussetzung für den geplanten weiteren Ausbau der Station unter anderem mit dem europäischen Weltraumlabor "Columbus" im kommenden Jahr.

Bis zum Abdocken der "Atlantis" am Montag stehen vor allem noch Aus- und Umladearbeiten an. Noch sind nicht alle "Mitbringsel" aus dem Shuttle in die ISS transportiert worden. Am Mittwoch soll die Raumfähre mit den insgesamt sechs Astronauten an Bord wieder auf dem US-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida landen.

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DPA DPA

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