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Leben auf Europa?: Nasa entdeckt Wasser-Fontänen auf Jupitermond

Der Jupitermond Europa gilt unter Forschern als "Top-Kandidat" für mögliches Leben jenseits der Erde. Der Trabant soll einen Ozean haben - unter einer Kilometer dicken Eisschicht. Wasser-Geysire würden das Sammeln von Proben erheblich erleichtern.

Jupitermond Europa

Die hellen Pixel unter dem Südrand des Jupitermonds Europa sind laut Nasa möglicherweise Wasserfontänen

Die Forscher selbst sprechen von einer "erstaunlichen Entdeckung": Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat mit Hilfe des Weltraumteleskops "Hubble" weitere Anzeichen für die Existenz von Wasserdampf-Geysiren auf der vereisten Oberfläche des Jupitermonds Europa entdeckt. Sollte sich deren Existenz bestätigen, würde dies die Erforschung eines mutmaßlichen Ozeans unter der Oberfläche des Jupitermonds erleichtern.

, einer der 67 Monde des Gasgiganten Jupiter, gilt laut Nasa als einer der "Top-Kandidaten" für die Existenz von Leben außerhalb der Erde, da die Wissenschaftler unter seiner Eisschicht einen gigantischen salzwasserhaltigen Ozean vermuten. Dieser Ozean könnte die doppelte Oberfläche der Erde haben.

Fontänen erreichen Höhe von 200 Kilometern

Die vermuteten Wasserfontänen könnten helfen, Proben des Ozeans zu untersuchen, ohne den dicken Eispanzer des durchbohren zu müssen, sagte der amtierende wissenschaftliche Leiter der Nasa, Geoff Yoder, bei der Pressekonferenz. Sollte sich die Existenz der Geysire bestätigen, ließe sich die Zusammensetzung des Ozean-Wassers mit Hilfe der Dampfproben erforschen.

Entdeckt wurden die Fontänen demnach mit Hilfe des "Hubble"-Weltraumteleskops am Südrand des Jupitermonds. Sie sollen eine Höhe von 200 Kilometern erreichen. Bei insgesamt drei von zehn Gelegenheiten binnen 15 Monaten hätten die Wissenschaftler die mutmaßlichen Geysire erspäht, sagte der Astronom Willam Sparks vom Space Telescope Science Institute in Baltimore. Dies deute darauf hin, dass die Eruptionen mit Unterbrechungen stattfänden.


Auch Jupitermond Ganymede hat Ozean

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei tatsächlich um Wasserdampf-Fontänen handelt, bezeichnete Sparks als sehr hoch. Es seien aber weitere Beweise nötig, entweder durch "Hubble"-Aufnahmen oder durch andere Beobachtungsgeräte. "Ich möchte betonen, dass die Beobachtungen die Grenze dessen sind, was 'Hubble' leisten kann", fügte Sparks hinzu. "Wir behaupten nicht, dass wir die Existenz der Wasserdampf-Fontänen bewiesen haben, aber wir haben Beweise dazu geliefert, dass derartige Aktivitäten vorhanden sein könnten."

Andere Wissenschaftler hatten schon 2012 über dem Südpol des Jupitermonds riesige Fontänen aus Wasserdampf entdeckt. Ähnliche Fontänen hatte die Nasa-Sonde "Cassini" bereits 2005 auf dem Saturn-Mond Enceladus gesichtet - es war bislang das einzige Mal, dass in unserem Sonnensystem derartige Fontänen entdeckt wurden.

Im vergangenen Jahr war anhand von Daten des "Hubble"-Teleskops die Existenz eines gigantischen Ozeans unter der Oberfläche des größten Jupitermonds Ganymede nachgewiesen worden. Flüssiges Wasser gilt als Grundvoraussetzung für Leben. Nach den Plänen der soll eine Raumsonde 2020 den Mond Europa umrunden. Sie soll untersuchen, ob die dortigen Konditionen für lebende Organismen geeignet sind.

amt / AFP
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