Leck am Tank "Endeavour" soll Mittwoch starten


Der wegen eines Lecks am Außentank am Samstag abgebrochene Start der US-Raumfähre "Endeavour" wird vermutlich auf Mittwoch verlegt. Die US-Weltraumbehörde will noch am Montag über den Termin entscheiden. Wenn die "Endeavour" abhebt, sind zum ersten Mal 13 Menschen gleichzeitig im Weltraum.

Nach dem abgesagten Start der US-Raumfähre "Endeavour" wegen eines Lecks am Außentank bricht der Orbiter nun möglicherweise an diesem Mittwoch zur Internationalen Raumstation ISS auf. Die US-Weltraumbehörde habe den 17. Juni als Starttermin ins Auge gefasst, eine endgültige Entscheidung solle aber an diesem Montag fallen, sagte Nasa-Manager LeRoy Cain am Sonntag (Ortszeit). Der für Mittwoch geplante Start einer Atlas-V-Rakete mit zwei Mond-Sonden an Bord würde dann auf Freitag oder Samstag verschoben.

Nasa-Techniker begannen unterdessen mit der Reparatur des Lecks. Cain sagte, es sei "machbar", die "Endeavour" bis zum Mittwoch startklar zu machen. Als "Plan B" sei indes auch denkbar, die Atlas-V-Rakete wie geplant an diesem Mittwoch starten zu lassen und den Shuttle-Start auf diesen Samstag zu verschieben. Der Chef der "Endeavour"-Mission bezeichnet es allerdings als wahrscheinlich, dass die Raumfähre zuerst starten dürfte. Bis dahin müsse allerdings die Reparatur abgeschlossen sein, es dürfe keine neuen Probleme geben und das Wetter müsse stimmen, schränkte LeRoy Cain ein. Wenn die Raumfähre nicht bis zum 20. Juni im All ist, dann muss sie wieder bis Mitte Juli warten, weil davor die Sonne so ungünstig steht, dass die an der ISS angedockte "Endeavour" zu stark erhitzen würde.

Zum ersten Mal 13 Menschen gleichzeitg im All

Die Raumfähre sollte ursprünglich am Samstag mit sieben Astronauten an Bord aufbrechen. Als während des Auftankens des großen Außentanks ein Leck entdeckt wurde, wurde der Start jedoch verschoben. Ein ähnliches Leck war schon einmal vor drei Monaten vor dem Start der Raumfähre "Discovery" entdeckt worden. Damals wurde der Start um vier Tage verschoben und die Mission um einen Tag verkürzt. Die Ursache für das Leck war indes nie gefunden worden.

Die "Endeavour" soll das letzte noch zu installierende Modul für das japanische Weltraumlabor "Kibo" zur ISS bringen: eine gut vier Tonnen schwere Logistikplattform für Experimente im All. "Eine Veranda im Weltall", nennt die Nasa die Plattform. Unter anderem sollen darauf eine Röntgenkamera sowie Instrumente zur Untersuchung von "kosmischem Staub" und anderen Raumpartikeln installiert werden.

Wenn die "Endeavour" mit ihren sieben Astronauten im All ist, dann sind zum ersten Mal überhaupt 13 Menschen gleichzeitig im Weltraum. Die ISS hat derzeit eine Besatzung von sechs Personen. Neben dem japanischen Modul soll die Endeavour auch Ersatzteile für die ISS und rund 270 Kilogramm an Nahrungsmittel für die ISS-Besatzung ins All bringen.

Von der unbemannten Mondmission, die eigentlich an diesem Mittwoch starten sollte, erhofft sich die Nasa "aufregende Informationen über unseren nächsten Nachbarn". Läuft alles nach Plan, werden zwei Sonden ausgesetzt: der "Lunar Reconnaissance Orbiter" und der "Lunar Crater Observation and Sensing Satellite". Aufgabe der Sonden wird es unter anderem sein, dreidimensionale Landkarten aufzunehmen und zu erkunden, ob sich in den schattigen Kratern an den lunaren Polen Eis verbirgt.

lea/DPA/AP AP DPA

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