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"Discovery"-Start: Schutzhülle wird im All geprüft

Die "Discovery" ist von Florida aus zur Internationalen Raumstation ISS gestartet - ohne größere Probleme. Um auf Nummer sicher zu gehen soll die Raumfähre von den Astronauten im All kontrolliert werden.

Die Astronauten an Bord der "Discovery" wollen im Weltraum die Schutzhülle der US-Raumfähre auf größere Schäden überprüfen. Dadurch soll bei der Landung eine ähnliche Tragödie wie der Absturz der Schwesterfähre "Columbia" vor drei Jahren verhindert werden.

Mehrere Stunden nach dem Start der US-Raumfähre "Discovery" hat die Nasa eine positive Zwischenbilanz gezogen. Lediglich kleinere Stücke des Isolierschaums am Außentank hätten sich wie erwartet bei dem erfolgreichen Start der "Discovery" gelöst, erklärte die US-Raumfahrtbehörde Nasa. Die angerichteten Schäden seien aber äußerst gering, erklärte der Leiter des Shuttle-Programms, Wayne Hale. Dennoch werde die Besatzung die Flügel und die Spitze der Raumfähre weiterhin überprüfen und nach Rissen suchen.

Achteinhalb Minuten nach dem Start schwenkte die "Discovery" in einen Orbit um die Erde ein. Die Raumfähre wird am Donnerstag um 16.52 Uhr MESZ an der ISS andocken. Die Rückkehr der sechs US- Astronauten ist für den 17. Juli vorgesehen.

Fünf Jahre Vorbereitungszeit

Der Deutsche Thomas Reiter, der an Bord der "Discovery" ist, bleibt als erster Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA zu einem Langzeitbesuch von mindestens sechs Monaten auf der ISS. Der 48-Jährige wird dort als Bordingenieur arbeiten, 25 Experimente - darunter acht deutsche - betreuen und zu einem Außeneinsatz in den Weltraum aussteigen. Reiter hat sich fünf Jahre lang auf den Flug mit der "Discovery" vorbereitet. Mit Reiter werden erstmals seit mehr als drei Jahren nach dem tödlichen Unglück der Raumfähre "Columbia" wieder drei Astronauten auf der Weltraumstation arbeiten.

Es ist der erste Flug der "Discovery" seit knapp einem Jahr und erst der zweite seit dem tödlichen Unglück der Raumfähre "Columbia" am 1. Februar 2003. Die Nasa erklärte den Start der "Discovery" zu ihrem Beitrag für die Feierlichkeiten am Unabhängigkeitstag der USA, dem 4. Juli. Thomas Reiter und die Crew mussten bereits kurz nach 4.00 Uhr Ortszeit aufstehen. Beim gemeinsamen Frühstück waren die sieben Raumfahrer bester Stimmung. Nach US-Kommandeur Steven Lindsey stieg Reiter als zweites Crewmitglied in den Orbiter ein. Der Deutsche hatte es dabei sichtlich eilig, winkte nur kurz und verschwand in der Raumfähre.

Isolierschaum als Risiko

Der Start des Spaceshuttles erfolgte unter größten Sicherheitsvorkehrungen. Mehr als 100 hoch auflösende Kameras sowie drei Radarsysteme kontrollierten vom Boden und aus der Luft, ob und wie viele Stücke Isolierschaum vom Außentank abgefallen sind. Beim Start abplatzende Stücke Isolierschaum bleiben trotz aller technischen Änderungen am 47 Meter hohen Außentank ein Risiko, weil sie im ungünstigsten Fall wie ein Geschoss Hitzekacheln der Raumfähre beschädigen können. Ein 700 Gramm schweres Schaumstoffstück hatte das das "Columbia"-Unglück ausgelöst.

Wegen eines rund zwölf Zentimeter langen Risses im Isolierschaum stand der geplante Start des Spaceshuttles am Dienstag zwischenzeitlich in Frage. Nach mehreren Tests am Montag gab das Shuttle-Management jedoch einstimmig grünes Licht für den Countdown. Die "Discovery" bringt nach Nasa-Angaben mehr als zwölf Tonnen Ausrüstung, Wasser, Nahrung und Kleidung zur Weltraumstation. Während des zwölftägigen Aufenthalts sind mindestens zwei sechseinhalb Stunden lange Außeneinsätze für Reparatur- und Wartungsarbeiten vorgesehen.

DPA/Reuters / DPA / Reuters