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Universum Nasa entdeckt Planeten, der der Erde sehr ähnlich sein könnte

So könnte der lebensfreundliche, erdgroße Exoplanet TOI-700 d aussehen
So könnte der lebensfreundliche, erdgroße Exoplanet TOI-700 d aussehen
© Nasa
Volltreffer der Planetenjäger: Das Weltraumteleskop Tess hat in einem nahen Sternensystem einen erdähnlichen Planeten entdeckt. TOI 700 d könnte ein erdähnliches, mildes Klima besitzen.

Das Weltraumteleskop Tess kreist um die Erde und hat eine Mission: erdähnliche Planten in der näheren Umgebung unseres Sonnensystems zu finden. Nun ist Tess die erste aufregende Entdeckung gelungen. In rund 100 Lichtjahren Entfernung stießen die Forscher auf einen sogenannten Erdzwilling. Sein nüchterner Name lautet TOI-700 d. Er kreist um einen Roten Zwerg (TOI-700, eine Art kleiner Sonne), ist 20 Prozent größer als unsere Erde und benötigt rund 37 Tage für den Umlauf um seinen Stern.

Die Nasa-Forscher gehen aufgrund der Konstellation des Sternensystems davon aus, dass auf TOI-700 d ein mildes, potenziell lebensfreundliches Klima herrschen könnte. Seine beiden Nachbarplaneten (TOI-700 a und b) kreisen zu nah um ihre Sonne.

Zudem hat TOI-700 d hat einen weiteren großen Vorteil zu den anderen neun bislang entdeckten erdähnlichen Planeten: Seine Sonne zeigt keine größeren explosiven Ausbrüche. "In den elf Monaten der Beobachtung haben wir keine Strahlenausbrüche vom Stern gesehen“, berichtet Nasa-Wissenschaftlerin Emily Gilbert. "Das erhöht die Chance, dass TOI-700 d lebensfreundlich ist und macht es zudem einfacher, die Bedingungen der Atmosphäre und der Oberfläche zu modellieren."

Es gibt keinen Sonnenaufgang auf TOI-700 d

Einen großen Unterschied zu unserem Heimatplaneten gibt es aber: TOI-700 d dreht sich nicht um die eigene Achse. Das bedeutet, dass auf der sonnenabgewandten Seite ständig Nacht herrscht, auf der sonnenzugewandeten Seite ständig Tag. Sollte es also tatsächlich Lebenwesen auf dem Erdzwilling geben, würden diese weder Sonnenaufgänge noch -untergänge kennen.

Wie sich das auf das Klima von TOI-700 d auswirken könnte, haben die Astronomen in einer weiteren Studie nachvollzogen. Dafür erstellen sie zwei Simulationen: Einmal gingen die Forscher davon aus, dass TOI-700 d ein wassereicher Planet ist (ozeanisch) ist, einmal simulierten sie ihn als Wüstenplaneten. Als Wasserplanet würde er eine kohlendioxidreiche Atmosphäre und dichte Wolken auf der Tagesseite besitzen. In jedem Falle wäre es warm genug, um langfristig flüssiges Wasser und damit für das Leben günstige Bedingungen zu erhalten, wie die Forscher berichten. Wäre der Planet eher wasserarm, lägen seine Temperaturen vermutlich näher am Gefrierpunkt. Wie genau die Atmosphäre zusammengesetzt ist, wird sich erst ab 2021 genauer beobachten lassen. Dann startet das hochauflösende James-Webb-Weltraumteleskop der Nasa.

Quellen: "CNN", "Wissenschaft.de"

tis

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