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Perseidenstrom Astronomen rechnen mit 100 Meteoren pro Stunde


Diese Woche steht ein Himmelsspektakel bevor: der Perseidenstrom. Astronomen erwarten große Mengen von Sternschnuppen. Ob das Wetter es zulässt, die Meteore zu beobachten, ist jedoch noch nicht sicher.

Wer sich beim Anblick einer Sternschnuppe getreu einem alten Sprichwort etwas wünschen möchte, kann sich für die kommenden Nächte eine lange Liste zurechtlegen. Tausende Sternschnuppen werden von Dienstag an ein Feuerwerk am Nachthimmel entfachen. Dann beginnt der Perseidenstrom, der am Donnerstagabend sein Maximum erreichen wird. "Wer eine Minute Geduld hat, sieht auf jeden Fall eine - und das ganz ohne Fernglas", sagt Wilfried Tost vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof. Astronomen rechnen am Donnerstag mit rund 100 Meteoren pro Stunde. Darunter werden auch etliche helle Objekte sein, die man Boliden oder Feuerkugeln nennt. Am Samstag endet das Himmelsspektakel.

Ob das Wetter beim Beobachten der Sternschnuppen mitspielt, ist fraglich. "In der Nacht zum Mittwoch sieht es in der Osthälfte gut aus", sagte am Montag Meteorologe Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. In der Nacht zum Donnerstag könnten die Menschen im äußersten Nordwesten möglicherweise die Sternschnuppen beobachten. Wenig Hoffnung macht Scholz wegen dicker Wolken und Regen für die Nacht zum Freitag: "Da braucht man überall viel Glück." Aber bis dahin könne sich auch noch etwas ändern.

Sternschnuppen-Gucker sollten zum Beobachten der Perseiden einen möglichst dunklen Standort aufsuchen, am besten auf dem Land. In Städten wird man nämlich deutlich weniger der flitzenden Lichtpunkte erkennen können. Darüber hinaus braucht der Beobachter nur einen Liegestuhl, um sich einen Logenplatz für das Perseiden-Schauspiel zu sichern. Denn optische Instrumente wie Teleskope sind beim Aufspüren der in Sekundenschnelle verglühenden Meteore sogar hinderlich - das Blickfeld von Fernrohren ist viel zu klein, um die flinken Himmelskreuzer einzufangen.

Bruchstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle

Seinen Namen hat der sommerliche Meteorschwarm vom Sternbild Perseus. Dort liegt nämlich der so genannte Radiant der Perseiden-Meteore, ihr scheinbarer Ausgangspunkt. In Wahrheit kommen die Meteore nicht aus der fernen Fixstern-Welt, sondern aus der unmittelbaren Umgebung der Erde: Sie kollidiert auf ihrer Bahn um die Sonne zwischen Mitte Juli und Ende August alljährlich mit abgesprengten Bruchstücken des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Diese oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel dringen mit rund 60 Kilometern pro Sekunde in die Atmosphäre ein und erzeugen in einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern Sternschnuppen. "Was wir als Meteor am Himmel sehen, sind aber nicht etwa die Kometenstaubkörner selbst", erläutert der DLR-Experte Tost. "Es ist die vor den Staubteilchen liegende Luft, die so stark zusammengepresst wird, dass sie über 3000 Grad heiß wird und dadurch zu leuchten beginnt." Ähnlich wie in einer Neonröhre, in der Gasteilchen ionisiert werden und somit leuchten, beginnen in der Atmosphäre die Luftteilchen vor dem rasenden Staubkorn Licht auszusenden. Das Ergebnis ist dann eine Sternschnuppe.

Bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre leuchten größere Meteore so stark wie helle Sterne und Planeten - sie sind selbst in den erleuchteten Großstädten problemlos zu sehen, so dass sich auch für Städter in diesen Nächten ein Blick zum Himmel lohnt. Noch heller, aber entsprechend seltener sind die sogenannten Feuerkugeln. Bei diesen spektakulären Meteoren handelt es sich um Objekte von immerhin einigen Zentimetern Durchmesser, die oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her ziehen.

Die erste nachgewiesene Beobachtung der Perseiden gelang in China vor rund 2000 Jahren. Später gab es Aufzeichnungen aus Japan und Korea. Die erste bekannte Beobachtung aus Europa geschah im Jahr 811.

AFP/DPA DPA

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