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Raumfahrt: "Discovery" sucht Ausweich-Landeplatz

Das schlechte Wetter macht der Raumfähre "Discovery" immer wieder einen Strich durch die Rechnung: Nachdem bereits der Start zur ISS mehrfach verschoben worden war, muss nun wegen anhaltender Regenfälle ein neuer Landeplatz vorbereitet werden.

Wegen schlechten Wetters kann die US- Raumfähre "Discovery" mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter an Bord am Freitag nicht wie geplant in Cape Caneveral landen. Wie die NASA auf dem Weltraumbahnhof in Florida mitteilte, machen eine vorhergesagte tief hängende Wolkendecke und Regenfälle eine Landung unmöglich. Auch die Edwards-Luftwaffenbasis in Kalifornien könne wegen zu starken Windes nicht angeflogen werden. Deshalb muss die NASA nun auf den ungeliebten Landeplatz in White Sands im US- Bundesstaat New Mexico ausweichen.

In White Sands ist bislang nur ein einziges Mal, im Jahr 1982, eine Raumfähre gelandet. Weil es dort nachts so kalt wird, befürchtet die NASA Beschädigungen unter anderem an Wasserleitungen der Raumfähre. Damit könnte sich der Rücktransport der "Discovery" zur Startrampe nach Cape Canaveral um vier bis sechs Wochen verzögern.

Neuer Raumfahrt-Rekord aufgestellt

Nach fünfeinhalb Monaten in der ISS hatte sich Reiter am Dienstagabend mit der "Discovery" auf den Heimflug zur Erde begeben. Neben dem Deutschen sind auch ein schwedischer sowie fünf US- Astronauten an Bord der Raumfähre.

Besondere Probleme hatten die Astronauten während des achttägigen Aufenthalts der "Discovery" bei der ISS mit einem verklemmten Sonnensegel. Nachdem es sich zunächst nur teilweise hatte zusammenfalten lassen, benötigten der US-Astronaut Robert Curbeam und sein schwedischer Kollege Fuglesang bei einem weiteren Außenbordeinsatz knapp fünfeinhalb Stunden, um das rund 35 Meter lange Segel zu verpacken. Curbeam stellte dabei noch einen Raumfahrt-Rekord auf: Als erster Astronaut stieg der 44-Jährige zu vier Außenbordeinsätzen während eines Fluges aus.

Während der Mission wurde zudem die Raumstation von außen neu verkabelt, eine wichtige Voraussetzung für eine künftige Erweiterung der ISS. Die bisher nur provisorische Stromversorgung der Station wurde dabei durch eine dauerhafte abgelöst. Überdies brachte die "Discovery" zwei Tonnen Ausrüstung und Vorräte zur ISS.

Als Vorbereitung auf die Landung haben die Astronauten am Donnerstag den Hitzeschild der Fähre noch einmal auf Schäden untersucht. Bei der Außeninspektion filmte eine Videokamera mit Hilfe eines Roboterarms die Außenhaut der Fähre, um sie auf Schäden durch Mikrometeoriten-Einschläge zu überprüfen.

Seit dem Absturz der Raumfähre "Columbia" 2003 in Folge eines Schadens am Hitzeschild achtet die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit größter Sorgfalt auf Beschädigungen der Space Shuttles. Damals waren alle sieben Astronauten an Bord umgekommen.

DPA/Reuters / DPA / Reuters