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Raumfahrt: "Taikonaut" Yang als Weltraumheld gefeiert

Der erste chinesische Astronaut ist einen Tag nach seinem Start ins Weltall am Donnerstagmorgen wieder wohlbehalten auf der Erde gelandet. Yang Liwei wurde als Weltraumheld in Peking gefeiert.

Der erste bemannte Raumflug Chinas ist am Donnerstagmorgen nach 21-stündiger Dauer erfolgreich zu Ende gegangen. Die Raumkapsel mit dem 38-jährigen Astronauten Yang Liwei an Bord landete nach Angaben der Regierung um 00.23 Uhr MESZ sicher in der Steppe der Inneren Mongolei. Vier Jahrzehnte nach den ersten bemannten Raumflügen der Sowjetunion und den USA ist China damit das dritte Land, das Menschen selbst ins All befördern kann.

Begeisterter Empfang in Peking

Inzwischen traf der Astronaut an Bord eines Flugzeuges in Peking ein, wo er begeistert empfangen wurde. "Das Raumschiff hat gut funktioniert. Ich fühle mich gut und bin stolz auf mein Vaterland", sagte der 38-Jährige, der in allen Zeitungen als Held der Nation gefeiert wurde. Chinas Verteidigungsminister Cao Gangchuan empfing ihn bei der Ankunft in Peking.

Yang hatte mit dem Raumschiff vom Typ "Shenzhou 5" die Erde 14 Mal umrundet. Dem Astronauten gehe es gut, erklärte die Regierung. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, entstieg Yang Minuten nach der Landung der Kapsel ohne Hilfe und winkte der Bergungsmannschaft zu. Die Kapsel war nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre an Bremsfallschirmen niedergegangen. Hubschrauber machten sich sofort zur Landestelle auf.

Weitere Raumflüge geplant

"Die Mission ist erfolgreich verlaufen", sagte der Leiter des Programms für bemannte Raumfahrt, Li Jinai. Er nannte Yang einen "Weltraumhelden". Der Taikonaut - wie China seine Raumfahrer in Abwandlung des chinesischen Wortes für den Weltraum "taikong" nennt - sollte gleich nach der Landung medizinisch untersucht werden.

Nach dem erfolgreichen Abschluss seines ersten bemannten Raumfluges will China ein Raumlabor und schließlich eine Raumstation bauen. Der zweithöchste Verantwortliche im chinesischen Raumfahrtprogramm, Zhang Qingwei, sagte am Donnerstag: "Der erfolgreiche Flug von 'Shenzhou 5' ist der erste Schritt." Das Hauptaugenmerk liege jetzt auf Technologien, die genaue Andockmanöver des Raumschiffes mit dem Orbiter erlauben, der im All zurückbleibt, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Aus drei Bewerbern ausgewählt

Yang wurde am Dienstag aus zuletzt drei Bewerbern für den Flug ausgewählt. Das Raumschiff vom Typ "Shenzhou 5" war am Mittwoch um 03.10 Uhr MESZ vom Startgelände in der Wüste Gobi mit einer Trägerrakete ins All geschossen worden. Seine Arbeit an Bord erledigte Yang offenbar ohne Probleme. Er unterbrach sie nur für eine traditionelle chinesische Mahlzeit, die weltraumgerecht zubereitet worden war. Später sprach er mit seiner Frau Zhang Yumei, die ebenfalls im chinesischen Raumfahrtprogramm arbeitet, und seinem achtjährigen Sohn, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Yang enthüllte auch zwei Flaggen im All, die Chinas und die der Vereinten Nationen. Dies solle deutlich machen, dass China weiter für die friedliche Erforschung des Weltraums eintrete, erklärte die Regierung.