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Raumfahrt: Deutsche planen bemannten Flug ins All

Die deutsche Raumfahrt will Geschichte schreiben: Das Raumfahrtzentrum DLR und Unternehmen EADS planen einen bemannten Flug ins All. 2017 könnten die Astronauten abheben - wenn die Politik mitspielt.

2017 könnte es Wirklichkeit werden und die erste bemannte Esa-Mission ins All starten. So lautet zumindest die Vision der Chefs des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des europäischen Raumfahrtsunternehmens EADS-Astrium, Johann-Dietrich Wörner und Evert Dudok. Für 2013 sind Frachtflüge eines Raumtransporters mit einer Rückkehrkapsel geplant.

Die nötige Technik, basiert auf der des ATV-Raumtransporter. Die aufwändigste Raumfähre, die je in Europa gebaut wurde, brachte vor wenigen Wochen ihren Jungfernflug erfolgreich hinter sich. Am 3. April dockte sie ohne Komplikationen an die Internationale Raumstation ISS an. "Jules Verne", die nach dem gleichnamigen Raumfahrt-Visionär benannt wurde, soll nach sechs Monaten mit dem Müll der ISS wieder in Richtung Erde aufbrechen und beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen.

Mit jeweils einer Rückkehrkapsel, sollen 2013 dann auch Lasten zur Erde zurück transportiert werden können. Für diesen Flug muss die Raumfähre aber noch aufgerüstet werden - etwa mit einem Hitzeschild, das ein Verglühen der Kapsel verhindert. Und gerade für Frachtflüge gibt es Bedarf, besonders wenn voraussichtlich im Jahr 2010 das US-Shuttle-Programm eingestellt wird. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa schätzt den Transportbedarf für die ISS auf rund eine Tonne im Jahr - deutlich mehr als die russische Variante "Sojus" leistet. Die kann nämlich nur wenige Kilogramm mitnehmen. In einem weiteren Schritt könnte es vier Jahre später auch möglich sein, bis zu drei Astronauten sicher ins All und zurück zu bringen.

Eine Entscheidung steht noch aus

"Wir haben als Europa in der Welt Aufsehen erregt", sagte Wörner mit Blick auf die jüngsten Erfolge der europäischen Raumfahrt, zu denen er auch das in Bremen gebaute Weltraumlabor "Columbus" zählt. Die Raumfahrt sei in Europa wieder in einem besonderen Maße in den Mittelpunkt gerückt. "Da ist es nur logisch, auch darüber nachzudenken, wie man dieser Technik auch Menschen ins All befördern kann."

Ob die Vision der Raumfahrtbehörde allerdings verwirklicht wird, muss noch auf anderer Ebene entschieden werden: Eine politische Entscheidung für die Pläne steht noch aus. Und auch die genauen Kosten für ein solches Programm wollten Wörner und Dudok nicht nennen. "Wir reden nicht über eine Milliarde", sagte er über seine optimistischen Pläne.

Die USA legen nach

Längst unterwegs ist die US-Raumsonde "Phönix". Sie soll fast zehn Monate nach ihrem Start am 25. Mai auf dem Mars landen, um erstmals nach Lebensspuren am vereisten Nordpol des Roten Planeten zu suchen. Während des Marsfrühlings und -sommers wird die Sonde mit ihrem Roboterarm im Permafrostboden graben und untersuchen, ob das Eis nahe der Marsoberfläche regelmäßig schmilzt. Denn im Schmelzwasser könnten Mikroorganismen leben, die sich mit den Geräten der Sonde nachweisen lassen.

Zudem wird "Phönix" das Wasser des Planeten auf seine chemische Zusammensetzung untersuchen. Die Wissenschaftler erhoffen sich neue Erkenntnisse darüber, warum aus dem einst feuchten und warmen Mars ein kalter Planet mit vereisten Polarkappen wurde. "Das wird nicht eben ein Besuch bei der Großmutter", sagte Nasa-Manager Ed Weiler. Die Sonde trete mit einem Tempo von 20.000 Stundenkilometern in die Atmosphäre des Nachbarplaneten ein, werde dann mit einer Reihe von komplizierten Manövern auf weniger als zehn Stundenkilometer abgebremst, um schließlich sanft auf der Marsoberfläche aufzusetzen.

DPA / DPA