Raumsonde "Rosetta" passiert den Mars


Große Freude im Raumfahrtkontrollzentrum: Auf ihrer Reise durch die Weiten des Weltalls ist die Raumsonde "Rosetta" jetzt mit einer Geschwindigkeit von 30.000 Kilometern pro Stunde am roten Planeten vorbeigerast. Das Manöver barg viele Risiken.

Die Raumsonde "Rosetta" hat auf ihrer zehnjährigen Reise zu einem Kometen den Mars passiert. Sie flog mit einer Geschwindigkeit von etwa 30.000 Kilometern pro Stunde in 250 Kilometern Abstand am roten Planeten vorbei. Die Sonde verschwand dabei für eine Viertelstunde hinter dem Planeten. Die Wissenschaftler im europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt reagierten mit Applaus, als sie nach einer Funkstille wieder Signale empfingen. "Wir sind alle sehr glücklich", sagte Rosetta-Manager Andrea Accomazzo. Durch den Vorbeiflug am Mars wurde die vor zwei Jahren gestartete Sonde etwas abgebremst, um den richtigen Kurs zu halten.

Rosettas Auftrag

Die Wissenschaftler versprechen sich von dem Projekt Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vor mehr als viereinhalb Milliarden Jahren und über die Frage, ob Kometen zur Entstehung von Leben auf der Erde beigetragen haben. Wenn die Sonde von der Größe eines Wohnwagens im Jahr 2014 den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko erreicht, soll sie den Brocken aus Schnee und Staub im Abstand von 25 Kilometern umkreisen und einen geeigneten Landeplatz für den etwa 100 Kilogramm schweren Landeapparat finden. Das Modul soll dann etwa zwei Jahre lang die genaue Zusammensetzung des 1969 entdeckten Kometen ergründen.

Rosetta ist das bisher komplizierteste und mit etwa einer Milliarde Euro Gesamtkosten auch teuerste Vorhaben der europäischen Weltraumbehörde ESA. Mit etwa 300 Millionen Euro trägt Deutschland den größten Anteil. Insgesamt sind 14 europäische Länder und die USA an dem Projekt beteiligt.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker