Start der Discovery Toiletten-Ersatzteile auf dem Weg zur ISS


Das Klo in der Raumstation ISS ist kaputt - nun sind die sehnlichst erwarteten Ersatzteile auf dem Weg zur internationalen Weltraumstation. Mit an Bord der Nasa-Raumfähre Discovery ist das tonnenschwere Hightech-Forschungslabor Kibo.

Auf der ISS wartet die dreiköpfige Weltraum-Besatzung schon sehnlichst auf eine Pumpe und Ersatzteile, mit denen die Toilette auf der Raumstation repariert werden soll. Die ist nämlich seit einer Woche kaputt. Das einzige WC auf der Station ist russischer Bauart, die Ersatzteile wurden daher zunächst von Moskau in die USA geflogen. Derzeit müssten sich die Männer mit einer nicht näher bezeichneten Toiletten-Alternative behelfen, die laut Nasa sehr unbequem sei. Zeitweise konnten die Astronauten der ISS zum Austreten auf die angedockte russischen Sojus-Kapsel ausweichen. Doch deren Kapazität sei erschöpft, hieß es.

Der Space Shuttle "Discovery" hob mit sieben Astronauten planmäßig auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. An Bord sind die Toiletten-Ersatzteile und ein 14 Tonnen schweres und 640 Millionen Euro teures Forschungslabor-Modul. Bisher lief alles glatt und die Verantwortlichen zeigen sich sichtlich zufrieden: "Das war ein toller Tag", meinte der Manager der US-Weltraumbehörde Nasa, Mike Griffin, zum sauberen Start des Shuttle. "Es ist einfach toll, sich zurückzulehnen, und zu sehen, wie das Start-Team seine Arbeit macht", sagte Nasa-Wissenschaftler Mike Leinbach. Während des Starts lösten sich zwar fünf kleine Teile der Isolierung vom Shuttle. Diese sollten aber keinen Grund zur Sorge darstellen, sagte ein Nasa-Sprecher. "Es ist toll, im All zu sein", funkte Astronaut Mark Kelly zur Erde.

Im Weltraum-Forschungslabor sollen Medikamente entwickelt werden

Die Hauptaufgabe für "Discovery" ist es allerdings, ein weiteres Teil für das japanische Weltraumlabor "Kibo" zu installieren. Das neue Modul ist mit einer Länge von mehr als zwölf Metern und einem Durchmesser von knapp fünf Metern so groß wie ein Autobus. Der Anbau wird damit bald der größte Raum der ISS sein. Zur Installation sind zwei Außeneinsätze geplant. Bei einem dritten soll ein Stickstofftank montiert werden. Außerdem wollen die Astronauten erneut versuchen, das klemmende Gelenk eines Sonnensegels auszutauschen.

Im "Kibo"-Labor sind in den nächsten Jahren rund 100 Experimente geplant, etwa zur Entwicklung von Medikamenten wie hochwertigen Protein-Kristallen zur Heilung von Allergien. Zudem wollen die Japaner in dem Labor Halbleiter und andere Materialien in der Schwerelosigkeit entwickeln. Endgültig soll "Kibo" nach einer dritten Lieferung zum Jahresende fertig gestellt werden.

DPA/AP/DDP AP DPA

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