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Weltraumteleskop: Nasa gibt Hubble noch sieben Jahre

Die Nasa wird das alternde Weltraumteleskop Hubble nun doch noch einmal reparieren. Dank neuer Batterien und Kreiselstabilisatoren soll Hubble noch bis 2013 Bilder aus fernen Galaxien liefern - sogar bessere als bisher.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa wird nach den jüngsten erfolgreichen Flügen ihrer Space Shuttle nun doch das alternde Weltraumteleskop "Hubble" retten. Die Raumfähre "Discovery" werde frühestens im Mai 2008 mit sieben Astronauten an Bord zu einem elftägigen Weltraumeinsatz starten, sagte Nasa-Direktor Michael Griffin am Dienstag im Goddard-Flugzentrum bei Washington.

Durch die Notreparatur werde die Lebenszeit des Weltraumteleskops bis zum Jahr 2013 ausgedehnt. Ursprünglich war der Wartungsflug nach dem Absturz der Raumfähre "Columbia" gestrichen worden.

Bei "Hubble" müssen dringend die Batterien und Teile der Kreiselstabilisatoren ausgetauscht werden, weil sonst der wissenschaftliche Betrieb nach Ende 2008 nicht mehr fortgesetzt werden kann.

Hubble bestätigte die Existenz Schwarzer Löcher

Nach ersten unscharfen Bildern und einer Notreparatur 1992 sind die mit Hilfe des Weltraumteleskops gewonnenen Erkenntnisse mittlerweile in zahlreiche Lehrbücher der Astronomie eingeflossen. So hat "Hubble" unter anderem dabei geholfen, die Existenz so genannter Schwarzer Löcher zu bestätigen - kollabierte Reste ausgebrannter Sterne, deren Dichte so groß ist, dass nichteinmal Licht von ihnen entweichen kann. Mehr als 750.000 oft spektakuläre Bilder hat "Hubble" zur Erde gefunkt. Rund 7000 Wissenschaftler arbeiten an der Auswertung der Aufnahmen.

Neue Instrumente für das Teleskop

Die Nasa hatte den Wartungsflug zu "Hubble" nach dem tödlichen "Columbia"-Unglück vom 1. Februar 2003 aus Sicherheitsbedenken gestrichen. Jetzt soll nach den Worten von Griffin ein zweiter Space Shuttle startklar auf dem Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida stehen, falls die "Discovery" unter anderem wegen möglicher Beschädigungen am Hitzeschild nicht zur Erde zurückkehren kann.

Es ist der fünfte und letzte Wartungsflug zu "Hubble". Danach werden die Raumfähren im Jahr 2010 ausgemustert. Das Weltraumteleskop wurde im April 1990 von der "Discovery" in den Orbit gebracht und kreist rund 600 Kilometer über der Erde.

Das Weltraumteleskop wird aber nicht nur repariert, sondern auch mit zwei wissenschaftlichen Instrumenten aufgemöbelt. Mit Hilfe der neuen Wide Field Camera 3 (WFC3) wollen Wissenschaftler beispielsweise weit entfernte junge Galaxien aus der Frühzeit des Universums studieren, aber auch nahe Sternensysteme und Objekte in unserem eigenen Sonnensystem. Der Cosmic Origins Spectrograph (COS) soll großräumige Strukturen im Weltall untersuchen und sich mit der Frage beschäftigen, wie Galaxien, Sterne und Planeten entstanden sind sowie schließlich die für die Entwicklung des Lebens wichtigen chemischen Elemente wie Kohlenstoff und Eisen.