Galileo Galilei Vatikan will Galilei-Akten veröffentlichen


Der Vatikan will die Akten des Verfahrens gegen den italienischen Physiker Galileo Galilei neu verlegen. Er hatte im 17. Jahrhundert mit seinen Erkenntnissen über die Funktionsweisen des Weltalls den Zorn der Inquisition auf sich gezogen. Die Veröffentlichung soll das Gedächtnis der Vatikan-Kritiker "auffrischen".

Der 1564 in Pisa geborene Galilei hatte die These von Nikolaus Kopernikus bestätigt, dass die Erde um die Sonne kreist und nicht umgekehrt, wie damals von der katholischen Kirche vertreten. Die Inquisition machte dem Sternenforscher daraufhin den Prozess. 1633 musste Galilei seinem "Irrtum" abschwören, um dem Tod auf dem Scheiterhaufen zu entgehen. Er wurde zu unbefristeter Haft verurteilt, die er bis zu seinem Tode 1642 größtenteils auf seinem Landsitz bei Florenz verbrachte; seine Werke wurden verboten. Das Urteil wurde vom damaligen Papst Urban VIII. nie unterzeichnet.

Der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Erzbischof Gianfranco Ravasi, sagte der Nachrichtenagentur Ansa zufolge, die Publikation der Verfahrensakten werde das Gedächtnis derjenigen "auffrischen", die behaupteten, der Vatikan habe Galilei verurteilt und müsse dafür "Reue" zeigen. Ravasi äußerte sich einen Tag vor einem vom Vatikan veranstalteten Kongress zum Thema "Wissenschaft 400 Jahre nach Galilei".

Erst 1992 verkündete Papst Johannes Paul II. als Ergebnis von 13-jährigen Untersuchungen, dass sich die Kirche geirrt hatte. Eine Galilei-Statue soll kommendes Jahr in den Gärten des Vatikans eingeweiht werden. Die Vereinten Nationen haben 2009 zum internationalen Jahr der Astronomie ausgerufen, um an den ersten Gebrauch eines Teleskops durch Galilei im Jahr 1609 zu erinnern.

AFP


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