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Umstrittener Bluttest: Lange Telomere, langes Leben?

Zwei Firmen bieten einen Bluttest an, der Auskunft über die Lebenserwartung und das Risiko für bestimmte Krankheiten geben soll. Gemessen wird dabei die Länge der Schutzkappen unseres Erbguts, der sogenannten Telomere. Doch die Tests sind umstritten.

Von Lea Wolz

Wie schnell altert mein Körper? Steht mir ein langes Leben bevor und wie hoch ist mein Risiko, in Zukunft bestimmte Krankheiten zu bekommen? Ein Bluttest, den zwei Firmen der Öffentlichkeit anbieten, soll darüber Auskunft geben. Hinter den beiden Unternehmen stehen akademische Schwergewichte. Doch Wissenschaftler bestreiten, dass diese Tests ausgereift und die Ergebnisse aussagekräftig sind.

Seit Anfang dieses Jahres bietet die spanische Firma "Life Length" den Test an, für den es lediglich ein wenig Blut braucht. Mitgegründet hat das Unternehmen die Spitzenforscherin Maria Blasco vom Nationalen Krebsforschungszentrum in Madrid. Auch "Telom Health" aus Menio Park in Kalifornien, ins Leben gerufen von der Nobelpreisträgerin Elizabeth Blackburn von der University of California in San Fransisco und dem Pionier der Telomere-Forschung Calvin B. Harley, will Ende des Jahres einen sogenannten Telomere-Test für die Allgemeinheit auf den Markt bringen.

Wie funktioniert der Test?

Zehn Milliliter Blut, abgenommen von einem Arzt - mehr ist für den Test der Firma "Life Length" nicht nötig. Bei den Untersuchungen wird in den Blutzellen die Länge der sogenannten Telomere bestimmt. Wie Plastikkappen über dem Ende von Schnürsenkeln sitzen diese auf den Enden der Chromsomen. Ihre Funktion ist ähnlich: Sie schützen die Träger des Erbguts, werden allerdings bei jeder Zellteilung kürzer. Wie schnell das geht, ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Sind die Telomere irgendwann zu kurz oder gar nicht mehr vorhanden, kann es passieren, dass bei einer Zellteilung die genetische Information der Chromosomen geschädigt wird. Fehler entstehen, die Zelle wird inaktiv oder stirbt ab. So beginnt der Körper zu altern, der Organismus wird anfälliger für Herz- und Gefäßerkrankungen, Krebs oder Alzheimer. Die Länge der Telomere verrät damit etwas über das biologische Alter eines Menschen, das von seinem chronologischen Alter abweichen kann.

Manche Studien legen auch nahe, dass unser Verhalten sich auf die Länge der Telomere auswirkt - zum Beispiel Rauchen, übermäßiges Trinken und Übergewicht. Auch Stress scheint sich niederzuschlagen. Erst kürzlich zeigte eine Untersuchung, dass belastende Erlebnisse in der Kindheit die Telomere verkürzen können.

Ein Warnhinweis

"Telomere sind ein guter Indikator für unseren Gesundheitszustand", schwärmt daher Blackburn, die 2009 für ihre Forschung an Telomeren den Medizin-Nobelpreis erhielt. "Sind sie verkürzt, ist dies ein Warnhinweis, der den Betreffenden nahelegt, mögliche Risikofaktoren genauer zu betrachten", sagte sie dem "New Scientist". Auch Molekularbiologin Blasco glaubt, dass sich die Untersuchung vor allem dazu eignet, den Gesundheitszustand unseres Körpers zu bestimmen und mögliche Risiken zu vermeiden. "Wir teilen allerdings niemandem mit, wie lange er noch genau zu leben hat", stellte sie in der "New York Times" klar. Zusammen mit den Ergebnissen - der Länge der Telomere und dem biologischen Alter - liefert "Life Length" Vorschläge für eine gesunde Lebensführung, die sich positiv auf die Telomer-Länge auswirken soll.

Beide Firmen arbeiten mit unterschiedlichen Methoden: "Life Length" setzt für seinen Test, der etwa 500 Euro kostet, eine fortschrittlichere Technik ein, mit deren Hilfe es möglich ist, die Anzahl der kurzen Telomere besonders gut zu bestimmen. Die Technik, die "Telome Health" anwendet, ist etwas einfacher, die Untersuchung etwas günstiger. Um die 200 Dollar soll sie kosten.

Viele Fragen noch offen

Eingesetzt werden solche Telomere-Tests bereits bei einigen seltenen Krankheiten. Bei einer bestimmten Art des vorzeitigen Alterns, einer Blutkrankheit und der sogenannten idiopathischen Lungenfibrose helfen sie Medizinern dabei, die richtige Art der Behandlung zu finden. Welchen Wert eine solche Untersuchung bei der allgemeinen Bevölkerung hat, ist allerdings umstritten.

Zu den Kritikern zählt Carol Greider, die bei Blackburn promovierte und gemeinsam mit ihr den Medizin-Nobelpreis erhielt. Auch Blasco und Greider kennen sich: Die Gründerin der Firma "Life Length" hat bei Greider als Postdoc gerabeitet. "Glaube ich, dass es sinnvoll ist, dass Firmen solche Tests einer breiten Öffentlichkeit anbieten, damit Menschen herausfinden können, wie alt sie sind? Nein!", sagte Greider dem Fachblatt "Science", das die Telomere-Tests vor Kurzem ebenfalls in einem Artikel behandelte. Noch sei zuviel unklar: Zum Beispiel, wie die Länge der Telomere am besten zu bestimmen sei und was genau diese bei 99 Prozent der Patienten aussage.

Andere Kritiker befürchten, dass solche Daten missbraucht werden könnten. Versicherungen zum Beispiel dürften durchaus daran interessiert sein, etwas über den Gesundheitszustand ihrer Kunden zu erfahren.

Verunsicherung statt Klarheit

Hans-Joachim Lipps vom Institut für Zellbiologie der Universität Witten/Herdecke hält von solchen Tests nicht viel. "Es gibt zwar einen gewissen Zusammenhang zwischen dem Alter und der Länge der Telomere", sagte er stern.de. "Aber die Zukunft eines Menschen oder seine Anfälligkeit für Krankheiten lässt sich daraus nicht ableiten." Dafür sei der Alterungsprozess zu komplex.

Wirklich aussagekräftige Ergebnisse erwartet der Wissenschaftler daher nicht von der Untersuchung. "Sie erfahren dadurch höchstens, dass sie schon etwas älter sind, aber das sehen sie auch an den Falten oder an den grauen Haaren." Für ihn steht daher fest: Der Telomere-Test für jedermann ist eine unnötige Diagnosemethode, für die aus seiner Sicht niemand Geld auf den Tisch blättern sollte. Noch dazu, da Patienten nicht wirklich viel mit dem Ergebnis anfangen können. "Um eindeutige Ratschläge zu geben, wissen wir noch zu wenig über die Bedeutung von kurzen Telomeren", sagt er. "Schlimmstenfalls verunsichert der Befund daher nur."

Lipps hält auch ein anderes Versprechen der Test-Anbieter für übertrieben: die Möglichkeit, seine Telomere durch ein gesundes Verhalten günstig zu beeinflussen. "Bis jetzt gibt es keine Daten, die einen klaren Zusammenhang zwischen Lebensstil und Länge der Telomere erkennen lassen." Tatsächlich liefern auch die meisten Studien lediglich einen Zusammenhang zwischen dem Risiko für Krankheiten, der Lebenserwartung und zu kurzen Telomeren. Über Ursache und Wirkung sagt das nicht viel.

Bleibt also fraglich, was die teuren Tests tatsächlich bringen. Dass eine gesunde Ernährung, wenig Stress, keine Zigaretten und Bewegung gut für unsere Gesundheit sind, dürften viele auch schon zuvor geahnt haben.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.