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Einzigartige Karriere Vom Farmarbeiter zum Astronauten: Jetzt will Netflix das Leben des José Hernandez verfilmen

Der Astronaut José Hernandez bei einem Vortrag an einer mexikanischen Universität
Der Astronaut José Hernandez bei einem Vortrag an einer mexikanischen Universität
© Eduardo Verdugo / AP / Picture Alliance
Er wollte – wortwörtlich – hoch hinaus, und das gelang ihm: José Hernandez kam als mexikanischer Zuwanderer in die USA, jobbte als Farmarbeiter. Doch er kämpfte sich im Leben voran.

Menschen wie José Hernandez, das sind diejenigen, die Donald Trump gern aus den USA verbannen würde, und gegen die auch viele andere konservative Amerikaner Vorurteile haben. Hernandez kam mit seinen Eltern aus Mexiko in die USA, um dort ein besseres Leben zu finden.

Als Teenager schuftete er zusammen mit seinem Vater auf Gemüsefarmen und Beeren- und Obstplantagen. Englisch sprach er bis zum Alter von zwölf Jahren nicht. "Wir verbrachten neun Monate in Kalifornien, dann wieder drei Monate in Mexiko. In den neun Monaten wechselte ich aber oft dreimal den Schulbezirk", erinnert sich Hernandez.

José Hernandez war eigentlich chancenlos

Arm, wenig Bildung, Hilfsarbeiter – geht es nach den gängigen Vorurteilen, kann aus so jemandem nicht viel werden. Doch der heute 58-Jährige hatte andere Pläne. Die harte Arbeit auf den Feldern machte ihm nichts aus, doch sein Herz schlug für die Wissenschaft. Schon in der Schule hatte er ein Faible für Mathematik. "Von Mathe fühlte ich mich angezogen, weil eins plus drei in jeder Sprache vier ergibt", sagt er, halb scherzend.

Eines Tages sagte er seinem Vater, dass er Astronaut werden wolle. Und der Vater winkte nicht ab, lachte nicht, reagierte nicht zynisch – sondern setzte sich mit dem Teenager zusammen und erklärte ihm, was er dafür tun müsse. Einen soliden Fünf-Punkte-Plan stellte sein Vater mit ihm auf, erinnert sich José Hernandez noch heute.

Sein Vater unterstützte ihn

Punkt eins: Ein klares Ziel setzen. Punkt zwei: Analysieren, wie weit man von diesem Ziel entfernt ist. In Hernandez' Fall war das mindestens ein Lichtjahr. Viel schlechtere Startchancen für eine brillante Karriere bei der NASA konnte man kaum haben. Doch hier setzte Punkt drei des väterlichen Plans an: Überlegen, was man tun muss, um das Ziel zu erreichen. Punkt vier: Eine entsprechende Ausbildung absolvieren.

Und Punkt fünf? Hart arbeiten. José Hernandez wusste, dass er sich kompromisslos in den Schulstoff hineinknien musste, um gute Noten zu bekommen. Denn nur mit guten Noten würde er an einer guten Universität aufgenommen werden und womöglich ein Stipendium bekommen. Und nur als Absolvent einer guten Universität hatte er eine Chance bei der NASA.

2009 flog Hernandez ins Weltall

Aber selbst die Besten der Besten konkurrieren um die wenigen und heißbegehrten Jobs bei der NASA, besonders als Astronaut. Hier brauchte Hernandez nach seinem Abschluss an der University of the Pacific echtes Durchhaltevermögen. "Die NASA lehnte mich nicht nur einmal ab, nicht zweimal, nicht dreimal, sondern elfmal", berichtet er. "Erst beim zwölften Versuch wurde ich ausgewählt."

2009 wurde er mit dem Space-Shuttle "Discovery" ins All geschossen. Der Moment, für den sich all die harte Arbeit gelohnt hat. "Das ist ein Ritt, auf den Disneyland neidisch wäre – du beschleunigst von 0 auf 28163,52 km/h in achteinhalb Minuten!", sagt der Astronaut. Für zwei Wochen blieb er im Weltraum, umkreiste 217 Mal die Erde. "Ich wünschte, da gäbe es ein Vielfliegerprogramm", scherzt er.

Jetzt will er anderen Kindern Mut machen

Auf der Erde hat Hernandez es sich zur Mission gemacht, Kindern und Jugendlichen Mut zu machen, ihren eigenen Träumen nachzujagen. Auch, wenn es ihnen anfangs unmöglich erscheint. "Harte Arbeit, Durchhaltevermögen und der Mut, große Träume zu haben", seien das Entscheidende, so José Hernandez. Er ist das beste Beispiel, dass alles möglich ist, wenn man fest entschlossen ist, darauf hinzuarbeiten.

Seine Geschichte ist so inspirierend, dass Netflix begonnen hat, an einem Film über den Astronauten zu arbeiten. Wann José Hernandez' Leben auf die Bildschirme kommt, ist aber noch nicht bekannt.

Quelle:  "ABC News"


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